About Uwe Weddige

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17 03, 2026

Schwanzspitze als Gesundheitsindikator?

2026-03-17T17:50:02+00:0017. März 2026|

Anhand der Schwanzspitzentemperatur soll sich der Gesundheitsstatus von Kühen feststellen lassen.

Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und die Ludwig-Maximilians-Universität München beobachteten 351 Holstein-Kühe hinsichtlich ihrer Schwanzspitzentemperatur. Die Durchschnittstemperaturen unterschieden sich mit 0,2 °C jedoch nur gering. Die Gruppe der Kühe mit den höheren Temperaturen hatte die höchsten Milchleistungen, während die Gruppe mit den geringsten Schwanzspitzentemperaturen eine erhöhte Körpertemperatur oder Fieber sowie eine verminderte Pansenaktivität zeigte.

Die verminderten Temperaturen deuten laut Prof. Kremer-Rücker auf eine schlechtere Durchblutung der Schwanzspitzen hin. Das könne auf Entzündungsgeschehen im Tier hinweisen. Die Wissenschaftlerin rät Milcherzeugern, die Schwanzspitzen der Tiere zu scheren, um Veränderungen besser zu erkennen. Zeigen Kühe vermehrt Veränderungen der Schwanzspitzen, ist von einem Herdenproblem auszugehen. Dies kann unter anderem durch Mykotoxine oder Endotoxine ausgelöst werden. Landwirte sollten dann dringend die Wasserversorgung auf Qualität und Zugänglichkeit überprüfen.

Eine ausreichende Wasseraufnahme der Tiere ist eine wichtige Voraussetzung, um Giftstoffe auszuscheiden. Weiterhin sollten sie die Ration auf ihre Eignung für Wiederkäuer prüfen, um Pansenazidosen vorzubeugen. Die Futtermischung kann zum einen den Abbau bestimmter Mykotoxine hemmen oder auch zur Freisetzung von Endotoxinen in das Blut führen.

Uwe Weddige

Foto ® KFM: Veränderungen der Schwanzspitzen können als Indikator für den Gesundheitszustand dienen.

12 03, 2026

Kälber: Glatze durch Pansentrinken?

2026-03-17T17:44:08+00:0012. März 2026|

Immer wieder entdeckt man bei Betriebsrundgängen offensichtlich gesunde Kälber mit Glatze, oft am Kopf, aber auch an den Beinen.

Vermutlich handelt es sich dabei um Folgen einer überstandenen Übersäuerung des Blutes durch sogenanntes „Pansentrinken“. Bei diesen Tieren gelangt die aufgenommene Milch nicht in den Labmagen, sondern in den Pansen. Dies führt dort zu einer Übersäuerung, Durchfall ist die Folge.

Ursache für das Pansentrinken kann eine Störung des „Schlundrinnenreflexes“ durch zu kalte Milch, hastiges Trinken oder unsachgemäßes Drenchen sein. Von Fachleuten wird auch das Trinken des Kalbes aus einem offenen Eimer als häufige Ursache genannt. Saugt das Kalb dagegen an der Zitze der Mutter oder an einem Nuckeleimer sorgt der Schlundrinnenreflex dafür, dass die Milch am Panseneingang vorbei direkt in den Labmagen geleitet wird.

Die Behandlung von Pansentrinkern richtet sich nach dem Allgemeinbefinden der Tiere und muss tierärztlich abgeklärt werden. Zu den Sofortmaßnahmen gehören die Verabreichung von Elektrolyten bei Durchfall, Stressvermeidung, das Anbieten von frischem Wasser sowie die Förderung der Futteraufnahme von Heu und Kraftfutter. In schweren Fällen kann eine Pansenspülung notwendig sein.

Ausführliche Informationen zu den Präventivmaßnahmen lesen Sie im kostenfreien KFM-Merkblatt „Pansentrinker retten“.

Uwe Weddige

Foto © KFM

10 03, 2026

Eisprung automatisch erkennen

2026-03-10T05:01:44+00:0010. März 2026|

Aktivitätssensoren helfen Landwirten bei der Brunstüberwachung. Wie genau und zuverlässig ist diese Technik?

Von den knapp 2.200 Kühen in den Studien der Freien Universität Berlin hatten rund 80 % einen Eisprung. 64 % aller Kühe zeigten im beobachteten Zeitraum eine Brunst über die Aktivitätsüberwachung. Von den Kühen, die das System als brünstig erkannte, hatten 88 % auch tatsächlich einen Eisprung. Den Ovulationsstatus stellten die Wissenschaftler durch Blutmessungen fest.

Viele Tiere ohne wahrnehmbare Brunstanzeichen hatten trotzdem einen Eisprung. Nur rund 35 % der Kühe, bei denen das System keine Brunst feststellt, hatten auch tatsächlich keinen Eisprung. Besonders der erste Eisprung nach der Kalbung verläuft oftmals ohne deutlich sichtbare Brunstanzeichen. Er bleibt daher überwiegend unentdeckt.

Die Forschungsergebnisse zeigen dennoch, dass ein Brunstalarm der Aktivitätssensoren fast immer auch einen Eisprung bedeutet. Die Sensoren können also wertvolle Hinweise zur Brunstüberwachung geben und dabei helfen, den optimalen Besamungszeitpunkt zu ermitteln.

Uwe Weddige

Foto © KFM: Sensoren zur Aktivitätsüberwachung gibt es als Ohrmarke, Anhänger am Halsband oder als Bolus

5 03, 2026

Höhere Leistungen, bessere Eutergesundheit

2026-03-05T06:14:12+00:005. März 2026|

Der Jahresabschluss der deutschen Milchleistungsprüfung 2025 liegt vor. Geringe Zellzahlen belegen eine bessere Eutergesundheit. Auch die Milchleistungen sind gestiegen.

Unabhängige regionale Kontrollverbände führen die Milchkontrolle nach internationalen und nationalen Regelungen durch. Nach diesen Auswertungen gaben die 3,09 Millionen Milchkühe in der Milchleistungsprüfung (MLP) im Vergleich zum Vorjahr 82 kg mehr Milch je Kuh und Jahr. Die durchschnittliche Jahresleistung lag damit bei 9.718 kg Milch mit einem Milchfettanteil von 4,10 % und einem Milcheiweißgehalt von 3,52 %.

Im vergangenen Milchkontrolljahr sank die durchschnittliche Zellzahl im Vergleich zum Vorjahr. Der Anteil der Tiere in der besten Zellzahlklasse (<100.000 Zellen/ml) nahm zu und der Anteil in der schlechtesten Klasse (>400.000 Zellen) ab. Offenbar legen die Milchviehhalter einen besonderen Fokus auf die Eutergesundheit ihrer Tiere. Insgesamt 77,9 % aller Milchproben wiesen einen Zellgehalt von weniger als 200.000 Zellen je ml auf.

Quelle: Bundesverband Rind und Schwein, bearbeitet von Uwe Weddige

Foto © KFM: Die Eutergesundheit verbessert sich stetig, die durchschnittlichen Zellzahlen sinken.

3 03, 2026

Kälber: Infektionsketten durchbrechen

2026-03-03T04:41:53+00:003. März 2026|

Egal ob Kälber im Iglu oder im Stall gehalten werden, pathogene Keime lauern überall. Die Einhaltung von strengen Hygienestandards hilft, Erkrankungen vorzubeugen.

Werfen wir einen Blick auf drei kritische Bereiche in der Kälberaufzucht:

Geburtshygiene: Sie beginnt bereits mit der Trockenstehphase, in der man direkten Einfluss auf die Biestmilchqualität hat sowie mit der Körperkondition der Kühe, die über den Verlauf der Geburt mitentscheidet. Vor der Geburtshilfe selbst und auch vor Kontrolluntersuchungen ist Hände waschen Pflicht. Ebenso sollten Geräte und Zugseile immer sauber und möglichst steril sein.

Haltungshygiene: Egal ob Iglus im Außenklima oder Holzboxen im Stall, beides ist nach jedem Kalb zu reinigen. Die Einstreu sollte dagegen alle 10 Tage ausgetauscht werden, allein schon, um der Ammoniakentstehung und der Verminderung der Fliegenplage zu begegnen. Regelmäßiges Einstreuen mit einwandfreiem Stroh und Kontrolle der Tränken, sowie täglich frisches Rau- und Kraftfutter runden die Haltungshygiene ab.

Verunreinigungen in der Biestmilch: Anders als die Bestimmung des Gehaltes von Immunglobulinen ist die Ermittlung des Keimgehaltes nicht so einfach. Umso wichtiger ist äußerste Sorgfalt im Umgang mit der Biestmilch. Immunglobuline gehen unter unhygienischen Bedingungen schnell Verbindungen mit Erregern ein und stehen damit dem Kalb nicht mehr zur Verfügung. Zudem verhindern Keime die Aufnahme der Immunglobuline im Darm der Kälber.

Alle genannten Maßnahmen tragen zur Verminderung des Keimdrucks bei. Nur durch ein konsequentes Hygienemanagement lassen sich Erkrankungen reduzieren und Tierarztkosten sparen.

Mehr zur Hygiene im Kälberstall und zum Umgang mit Kolostrum erfahren Sie in den kostenfreien KFM-Merkblättern „Hygiene im Kälberstall“ und „Kolostrummanagement“.

Uwe Weddige

Foto © KFM

27 02, 2026

Medikamente richtig aufbewahren und anwenden

2026-02-27T04:09:42+00:0027. Februar 2026|

Viele tierhaltende Betriebe verwenden auf Anweisung ihres Tierarztes Medikamente zur präventiven und kurativen Anwendung.

Diese wertvollen und kostspieligen Produkte sind stets mit der nötigen Umsicht einzusetzen und zu lagern:

  • geeignet sind kühle, trockene, lichtgeschützte und saubere Räume,
  • Medikamente werden niemals direkt im Stall aufbewahrt,
  • Unbefugte dürfen keinen Zugriff auf die Tierarzneimittel haben.

Einige Tierarzneimittel, wie die meisten Impfstoffe und einige Antibiotika, müssen in einem Kühlschrank bei zwei bis acht Grad Celsius gelagert werden. Die erforderliche Lagertemperatur ist auf der Verpackung angegeben.

Wichtig ist auch die Einhaltung der Haltbarkeitsdauer nach erstmaligem Anbruch eines Präparates. Bei geöffneten Flaschen ist stets das Datum des Anbruchs auf dem Etikett zu notieren.

Arzneimittel dürfen nicht mit Haut, Schleimhäuten und Atemwegen des Anwenders in Kontakt kommen. Bei Präparaten, die über die Haut in den Körper aufgenommen werden können, ist besondere Vorsicht geboten. Generell wird die Verwendung von Einmalhandschuhen empfohlen, bei Verwendung pulverförmiger Medikamente sollte eine Atemschutzmaske selbstverständlich sein.

ACHTUNG: Tierhalter sollten alle Behandlungen schriftlich oder digital dokumentieren, damit der Medikamenteneinsatz rückverfolgbar bleibt und Fleisch oder Milch von behandelten Tieren nicht innerhalb der Wartezeit in den Verkehr gelangen.

Das kostenlose KFM-Merkblatt „Medikamente richtig lagern“ gibt dazu wertvolle Hinweise.

Uwe Weddige

Foto © KFM

24 02, 2026

Spritzen und Kanülen richtig pflegen

2026-02-24T07:38:49+00:0024. Februar 2026|

Die Verabreichung von verschiedensten Impfstoffen und anderen Medikamenten durch betriebseigene Fachkräfte steht in vielen tierhaltenden Betrieben auf der Tagesordnung.

Verantwortungsbewusste Tierärzte empfehlen, die verwendeten Spritzen und Kanülen nach jedem Gebrauch zu reinigen. Besonders für den Erfolg vom Impfmaßnahmen ist äußerste Sauberkeit von entscheidender Bedeutung. Unsaubere Spritzen oder Kanülen, die mit Schmutz, Blut, anderen Medikamenten oder Reinigungsmitteln kontaminiert sind, können den Tieren schaden, die Impfung unwirksam machen oder Abszesse an der Einstichstelle hervorrufen.

Grundsätzlich lassen sich hochwertige Spritzen reinigen, desinfizieren und damit gefahrlos wiederverwenden. Wenn die Spritze nicht verwendet wird, sollte sie in einem sauberen verschließbaren Plastikbeutel oder Behältnis staubfrei und trocken gelagert werden.

Spritzen sollten nach jedem Gebrauch gründlich mit heißem Wasser und einer milden Seifenlauge von außen und auch von innen gereinigt werden. Viele Spritzen lassen sich dazu zerlegen. Wenn nötig, findet eine Bürste Verwendung. Mit der Reinigung sollen Staub und Schmutzpartikel sowie die Impfstoffreste im Zylinder entfernt werden. Seifenreste sind gründlich mit klarem, warmem Wasser abzuspülen, im Anschluss müssen alle Teile vollständig trocknen.

Vor der nächsten Verwendung sollte eine Desinfektion selbstverständlich sein. Das KFM-Merkblatt „Spritzen und Kanülen richtig reinigen und desinfizieren“ gibt dazu wertvolle Hinweise.

Uwe Weddige

Foto © Shutterstock

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