About Uwe Weddige

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16 06, 2026

Unfruchtbarkeit durch Hitzestress

2026-06-16T11:41:35+01:0016. Juni 2026|

Stress verursacht Belastungen, wobei die einzelnen Tiere unterschiedlich stark reagieren. Das Ausmaß dieser Belastungen bestimmt die Auswirkungen des Stresses auf die Fruchtbarkeit. Zu den typischen Stressfaktoren bei Rindern gehören Umwelteinflüsse, Krankheiten, Produktionsstress, Futterumstellungen oder psychologischer Stress.
Die Belastung, die als Reaktion auf Stress auftritt, wirkt sich auf die Gesundheit der Gebärmutter, die Qualität der Eizellen, die Eierstockfunktion und die Entwicklungsfähigkeit der Embryonen aus.
Laktierende Milchkühe reagieren besonders empfindlich auf Hitzestress, da die metabolische Wärmeproduktion mit einer hohen Milchproduktion einhergeht. Hitzestress und eine höhere Milchproduktion haben also einen negativen Effekt auf den Trächtigkeitsverlauf bei Milchkühen. Die Auswirkungen von Umweltstress auf laktierende Kühe lassen sich zum Teil durch eine verringerte Futteraufnahme erklären. Aber es gibt auch Aspekte der Stoffwechselreaktion, die ausschließlich auf Hitzestress zurückzuführen sind.
Im Sommer ist hitzebedingter Stress bei Milchkühen an der Tagesordnung. In der Folge wirkt sich das negativ auf den Trächtigkeitsverlauf aus. Daraus ergibt sich die zwingende Notwendigkeit für die Ausrüstung und den Betrieb von automatisch arbeitenden Lüftungsanlagen in Milchviehställen.
Weiterführende Informationen lesen Sie in den KFM-Merkblättern „Einbau von Axialventilatoren“ und „Einbau von Casablanca-Lüftern“
Uwe Weddige
Foto: diese Kuh hätte es gerne etwas kühler © KFM

11 06, 2026

Hitzestress bei Kälbern

2026-06-11T06:30:20+01:0011. Juni 2026|

Nicht nur Milchkühe leiden bei höheren Temperaturen unter Hitzestress. Auch die Iglus der Kälber können sich unter direkter Sonneneinstrahlung schnell aufheizen.

Ab 20°C suchen auch Kälber schattige Plätze. Die Kälber schwitzen und hecheln mit geöffnetem Maul, bis sie letzten Endes dehydrieren. Die Muskeln fangen an zu zittern und Krämpfe setzen ein. Die Körpertemperatur kann hier bis zu 40°C ansteigen.

Der Wasserbedarf der Tiere steigt im Sommer massiv an, während gleichzeitig durch den Milchaustauscher weniger Flüssigkeit aufgenommen wird. Wasser muss zu jeder Zeit ausreichend und in guter Qualität zur Verfügung stehen!

Iglus sollten ihren Platz in schattigen Bereichen finden oder mit einem Sonnensegel geschützt werden. Um die Luftzirkulation in den Iglus zu verbessern, sollten alle verfügbaren Öffnungen geöffnet und das Iglu möglichst mit Steinen „aufgebockt“ werden. Größere Abstände zwischen den einzelnen Iglus verbessern die Zirkulation ebenfalls.

Sind die Kälber in Ställen untergebracht, sollten Fenster und Curtains geöffnet werden und es empfehlen sich zusätzliche Ventilatoren. Kälber dürfen allerdings nicht dem direkten Zug ausgesetzt werden. Auch draußen können bei Windstille und brütenden Temperaturen Ventilatoren Linderung bringen.

An warmen Tagen sollten Aktivitäten wie Umstallen, Enthornen und Entmisten unbedingt unterbleiben.

Uwe Weddige

Foto: diese Kälber wären für etwas Schatten bestimmt dankbar © KFM

9 06, 2026

Melkprozess zu langsam?

2026-06-08T12:18:44+01:009. Juni 2026|

Im Gruppenmelkstand sind vier bis fünf Durchgänge pro Stunde möglich, im Karussell sollte man sechs Durchgänge/Stunde schaffen. Dauert das Melken länger, kann das an den Kühen (Langmelker) oder den vor- und nachbereitenden Arbeiten sowie dem Zutrieb liegen. Aufschluss bringen die Softwaredaten zur Melkdauer der Kühe und eine 24 Std.-Zeitrafferkamera, die Schwachstellen im Arbeitsablauf sichtbar macht.

Von der ersten Berührung des Euters bis zum Ansetzen sollen mindestens 60 Sekunden bei zweimaligem Melken/Tag und 90 Sekunden dreimaliges Melken/Tag liegen. Nach 120 Sekunden lässt der Oxytocinreiz nach und der Milcheinschuss versiegt. Eine zu kurze oder lange Anrüstzeit führt zum Blindmelken. Das belastet die Zitzen unnötig und führt zu einer längeren Melkdauer.

In jedem Fall wird erst vorgemolken, im Anschluss sind die Zitzen zu trocknen und zu reinigen. Wenn vorgedippt wird, kann dieses entweder vor oder nach dem Vormelken durchgeführt werden.

Die Abnahmeschwelle ist zwischen 400 bis 800 g/Minute einzustellen. Die Voraussetzung dafür ist jedoch eine perfekte Melkroutine mit stabiler Milchflusskurve.

Melkerschulungen und regelmäßiges Monitoring des Melkprozesses durch versierte Milcherzeugungsberater tragen dazu bei, dass sich Routinen beim Melken langfristig auf einem guten Niveau einpendeln. Idealerweise verkürzen sich dadurch die täglichen Melkzeiten bei gleichzeitig gesteigerter Milchleistung und verbesserter Eutergesundheit.

Tipps zur Beurteilung der Melkgeschwindigkeit finden Sie im neu erschienenen und kostenlosen KFM-Merkblatt „Melkgeschwindigkeit“.

Uwe Weddige

Foto © Weddige

5 06, 2026

Kühe lieben trockene Einstreu

2026-06-05T05:48:41+01:005. Juni 2026|

Kühe im Stall haben ein höheres Risiko für eine umweltassoziierte Mastitis als Kühe auf der Weide. Dabei stellen Einstreumaterialien eine wichtige Quelle für umweltbedingten Krankheitserreger dar. Deshalb ist eine trockene und bakteriologisch unbedenkliche Einstreu der Liegeboxen wichtig, um den Infektionsdruck zu begrenzen. Gleichzeitig ist Komfort der Schlüssel zum Erfolg für Kühe, die sich gerne zum Ruhen und Wiederkauen hinlegen.
Kühe haben eine starke Vorliebe für trockene Einstreu. Nasse Liegeflächen verursachen Stress unter den Kühen, da dominante Kühe die trockensten Stellen für sich beanspruchen.
Wenn sich eine Kuh hinlegt, haben ihr Euter und ihre Zitzen direkten Kontakt mit der Oberfläche des Liegeplatzes. Die Einstreu sollte sowohl trocken sein als auch möglichst wenig potenziell pathogene Bakterien enthalten.

Die Einstreu kommt mit Kot und Harn sowie mit Bakterien aus anderen Quellen in Berührung. Die richtige Art von Einstreu und deren regelmäßige Erneuerung hilft jedoch, den Infektionsdruck zu verringern. Die Vielfalt der Einstreumaterialien zeigt eine große Bandbreite der hygienischen Eignung. Leben Sie dazu das neu veröffentlichte KFM-Merkblatt „Gute Einstreu kann Mastitis reduzieren“.

Scorings der Eutersauberkeit und der Sprunggelenke geben Hinweise auf die Qualität und Sauberkeit der Liegeflächen. Auch hierzu stehen entsprechende KFM-Merkblätter auf kfm-kasachstan.net zur Verfügung.

Uwe Weddige
Foto © Weddige

2 06, 2026

Auf Biosicherheit achten

2026-06-02T07:01:00+01:002. Juni 2026|

Die Biosicherheit soll dazu dienen, Krankheiten von Tierpopulationen, Beständen oder Gruppen fernzuhalten, in denen sie bislang nicht auftreten, oder die Ausbreitung der Krankheit innerhalb des Bestandes zu beschränken.

Das Ziel ist die Verhinderung der Kontamination von Rinderbeständen mit Krankheitserregern und die Erregerausbreitung durch infizierte Tiere.

Maßnahmen der Biosicherheit sollen

  • die Tiergesundheit schützen und das Tierwohl erhöhen
  • den Verbraucher durch die Produktion unbedenklicher Lebensmittel schützen
  • die Gesundheit der Landwirte gewährleisten und sie vor Zoonosen schützen
  • die Wirtschaftlichkeit der Produktion sichern und die gesetzlichen Anforderungen erfüllen

Der häufigste Infektionsweg ist der direkte Kontakt von Tier zu Tier, wobei der Erreger z. B. durch die Atemluft oder auch über ein Sekret übertragen wird. Die zweithäufigste Ursache für die Übertragung von Krankheitserregern sind Personen- und Fahrzeugkontakte.

Maßnahmen der Biosicherheit in den Bereichen Tiergesundheitsmanagement, Tierzukauf, Fahrzeug- und Besucherverkehr sowie Schadnager- und Fliegenbekämpfung schützen Tier und Mensch vor Erkrankungen. Alle Mitarbeiter eines Betriebes sollten sich bemühen, sie umzusetzen – auch zum eigenen Schutz!

Das neu erschienene KFM-Merkblatt „Biosicherheit in der Rinderhaltung“ gibt wertvolle Tipps zum Schutz Ihres Betriebes.

Uwe Weddige

Foto: Auch Milchtankwagen stellen ein Risiko für die Biosicherheit dar © KFM

28 05, 2026

Mastitis: Milchproben richtig entnehmen

2026-05-28T06:44:10+01:0028. Mai 2026|

Euterentzündungen treten häufig auf und oft steigt gleichzeitig der Zellgehalt der Tankmilch. Eine fundierte Diagnostik beantwortet, welche Erreger beteiligt sind und womit behandelt werden kann. Besonders bei erhöhten Zellzahlen, akuten Euterentzündungen oder ausbleibendem Behandlungserfolg ist eine Laboranalyse unerlässlich.

Die Aussagekraft jeder Untersuchung steht und fällt mit der korrekten Probenentnahme. Optimal geeignet sind Anfangsgemelksproben aus jedem der vier Euterviertel eines Tieres. Auch wenn nur ein Viertel klinisch auffällig ist, sollten alle Viertel beprobt werden. Das erlaubt dem Labor den Vergleich gesunder und infizierter Viertel und das Aufdecken subklinischer Infektionen.

Eine gezielte Mastitisbehandlung beginnt im Melkstand: Nur korrekt gewonnene Milchproben erlauben eine fundierte Erregerdiagnose und ermöglichen eine verantwortungsvolle, rechtssichere und wirksame Therapie. Unsaubere Probennahmen gefährden nicht nur das Untersuchungsergebnis, sondern im schlimmsten Fall auch die Tiergesundheit. Deshalb gilt: Diagnostik beginnt mit der sauberen Probenentnahme.

Eine Anleitung zur fachgerechten Entnahme von Milchproben finden Sie im neu erschienenen kostenlosen KFM-Merkblatt „Entnahme von Milchproben“.

Uwe Weddige

Foto © Boehringer Ingelheim

26 05, 2026

Melkprozess regelmäßig kontrollieren

2026-05-26T09:34:40+01:0026. Mai 2026|

Unachtsamkeiten beim Melken gehen zulasten der Eutergesundheit und beeinflussen die Milchqualität und die Milchleistung negativ.

Abnormales im Verhalten von Kühen, Melkern und der Melktechnik wird oft nicht erkannt. Das kostet Leistungsfähigkeit. Folgende Faktoren sind regelmäßig unter die Lupe zu nehmen:

Unruhe der Kühe im Melkstand weist auf Fehler hin. Betrachten Sie die Reaktion der Kühe auf die einzelnen Prozessschritte des Melkens.

Direkte Rückschlüsse auf die Melktechnik erlaubt die Zitzenkondition. Verfärbungen, Einschnürungen (weiße Ringe) an Zitzenschaft und Zitzenbasis, Quetschungen, Blutungen, Ödeme und Hyperkeratosen weisen auf Fehler in der Melktechnik oder auf eine ungenügende Stimulation hin.

Die Einhaltung eines einheitlichen Melkprozesses an 365 Tagen im Jahr sollte selbstverständlich sein. Die Arbeitsschritte sind einheitlich bei allen Kühen durchzuführen.

Eine regelmäßige Kontrolle der Melktechnik ist ein wichtiger Bestandteil für ein vorbeugendes Eutergesundheitsmanagement. Die Einhaltung eines Wartungsplans, die tägliche Kontrolle der Maschinenfunktionen und der Reinigung sowie der rechtzeitige Austausch der Gummimaterialien sind unerlässlich.

Wer erst mal ein Keimzahlproblem hat, muss wesentlich mehr Aufwand und Kosten betreiben, um die Ursachen zu finden und einzustellen!

Tipps zur Beurteilung des Melkprozesses finden Sie in der neu erschienenen und kostenlosen KFM-Checkliste „Richtiges Melken“.

Uwe Weddige

Foto © Weddige

19 05, 2026

Milchvieh: Stare im Stall

2026-05-18T07:24:40+01:0019. Mai 2026|

Stare bedienen sich gerne beim Futter von Milchkühen und fressen den Mais aus der Ration, was dann zu einem Energie-Defizit führen kann. Außerdem verursachen die Tiere Verunreinigungen des Futters durch Kot oder Federn. Auch der erhöhte Lärmpegel kann zu einem Stressfaktor für die Kühe werden.

In ihrer Masterarbeit verglich Linnea Schröder Betriebe mit und ohne Stare. Dabei stellte sie in den Betrieben mit einer Starenpopulation einen Rückgang der Milchmenge um 1,5% sowie einen deutlichen Anstieg der Zellzahl und mehr Erstdiagnosen von Euterentzündung fest.

In einem früheren Versuch die Nettoenergieaufnahme durch Starenfraß von 122 MJ auf 116 MJ pro Tag sank. Ebenfalls ist bekannt, dass mit E. coli infizierte Stare die Erreger schon innerhalb von 24 Stunden auf alle Kälber eines Betriebes übertragen hatten.

Vogelschutznetze aus Draht in allen Stallbereichen, geschlossene Stalltore und die Abdeckung der Siloanschnittflächen helfen, die Population zu mindern. Ergänzend dazu sollten die Rückzugsplätze auf dem Hof und im Stall sowie in Grünstreifen und Hecken begrenzt werden. Auch Greifvögel im Stall, akustische Systeme, Knallgeräte und Lasergeräte können zur Vergrämung beitragen.

Linnea Schröder

Foto © Linnea Schröder

14 05, 2026

EUROTIER 2026

2026-05-12T05:52:38+01:0014. Mai 2026|

Leitthema: Technologische Intelligenz für eine effiziente, nachhaltige und tiergerechte Nutztierhaltung

Erleben Sie vom 10. bis 13. November 2026 auf der Weltleitmesse für professionelle Tierhaltung und Livestock-Management in Hannover wie intelligente Lösungen die Zukunft der Tierhaltung praxisnah, global und zukunftsweisend gestalten. Treffen Sie die führenden Köpfe der Branche, entdecken Sie wegweisende Technologien und Innovationen und knüpfen Sie wertvolle Kontakte.

Die EuroTier 2026 zeigt, wie das gelingt: Die Grundlagen des Erfolgs sind Stalltechnik, Fütterungstechnik, Melktechnik, Futterbergung, Gülletechnik, Logistik – angereichert, gesteuert und verbunden mit Robotik, Sensorik, Künstlicher Intelligenz, Big Data – auf digitalen Plattformen und mit automatisierten Systemen.

Die intelligente Verknüpfung dieser Technologien zu ganzheitlichen Systemen eröffnet neue Dimensionen optimierter und präzisierter Steuerung der Verfahren in der Tierhaltung. So werden Prozessqualitäten erhöht, Tierleistungen verbessert, Kosten für Futter, Energie und Arbeitserledigung sowie Emissionen gesenkt – bei gleichzeitiger Steigerung von Tierwohl und Tiergesundheit.

DLG

Foto © mit freundlicher Genehmigung der DLG

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