About Uwe Weddige

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10 03, 2026

Eisprung automatisch erkennen

2026-03-10T05:01:44+00:0010. März 2026|

Aktivitätssensoren helfen Landwirten bei der Brunstüberwachung. Wie genau und zuverlässig ist diese Technik?

Von den knapp 2.200 Kühen in den Studien der Freien Universität Berlin hatten rund 80 % einen Eisprung. 64 % aller Kühe zeigten im beobachteten Zeitraum eine Brunst über die Aktivitätsüberwachung. Von den Kühen, die das System als brünstig erkannte, hatten 88 % auch tatsächlich einen Eisprung. Den Ovulationsstatus stellten die Wissenschaftler durch Blutmessungen fest.

Viele Tiere ohne wahrnehmbare Brunstanzeichen hatten trotzdem einen Eisprung. Nur rund 35 % der Kühe, bei denen das System keine Brunst feststellt, hatten auch tatsächlich keinen Eisprung. Besonders der erste Eisprung nach der Kalbung verläuft oftmals ohne deutlich sichtbare Brunstanzeichen. Er bleibt daher überwiegend unentdeckt.

Die Forschungsergebnisse zeigen dennoch, dass ein Brunstalarm der Aktivitätssensoren fast immer auch einen Eisprung bedeutet. Die Sensoren können also wertvolle Hinweise zur Brunstüberwachung geben und dabei helfen, den optimalen Besamungszeitpunkt zu ermitteln.

Uwe Weddige

Foto © KFM: Sensoren zur Aktivitätsüberwachung gibt es als Ohrmarke, Anhänger am Halsband oder als Bolus

5 03, 2026

Höhere Leistungen, bessere Eutergesundheit

2026-03-05T06:14:12+00:005. März 2026|

Der Jahresabschluss der deutschen Milchleistungsprüfung 2025 liegt vor. Geringe Zellzahlen belegen eine bessere Eutergesundheit. Auch die Milchleistungen sind gestiegen.

Unabhängige regionale Kontrollverbände führen die Milchkontrolle nach internationalen und nationalen Regelungen durch. Nach diesen Auswertungen gaben die 3,09 Millionen Milchkühe in der Milchleistungsprüfung (MLP) im Vergleich zum Vorjahr 82 kg mehr Milch je Kuh und Jahr. Die durchschnittliche Jahresleistung lag damit bei 9.718 kg Milch mit einem Milchfettanteil von 4,10 % und einem Milcheiweißgehalt von 3,52 %.

Im vergangenen Milchkontrolljahr sank die durchschnittliche Zellzahl im Vergleich zum Vorjahr. Der Anteil der Tiere in der besten Zellzahlklasse (<100.000 Zellen/ml) nahm zu und der Anteil in der schlechtesten Klasse (>400.000 Zellen) ab. Offenbar legen die Milchviehhalter einen besonderen Fokus auf die Eutergesundheit ihrer Tiere. Insgesamt 77,9 % aller Milchproben wiesen einen Zellgehalt von weniger als 200.000 Zellen je ml auf.

Quelle: Bundesverband Rind und Schwein, bearbeitet von Uwe Weddige

Foto © KFM: Die Eutergesundheit verbessert sich stetig, die durchschnittlichen Zellzahlen sinken.

3 03, 2026

Kälber: Infektionsketten durchbrechen

2026-03-03T04:41:53+00:003. März 2026|

Egal ob Kälber im Iglu oder im Stall gehalten werden, pathogene Keime lauern überall. Die Einhaltung von strengen Hygienestandards hilft, Erkrankungen vorzubeugen.

Werfen wir einen Blick auf drei kritische Bereiche in der Kälberaufzucht:

Geburtshygiene: Sie beginnt bereits mit der Trockenstehphase, in der man direkten Einfluss auf die Biestmilchqualität hat sowie mit der Körperkondition der Kühe, die über den Verlauf der Geburt mitentscheidet. Vor der Geburtshilfe selbst und auch vor Kontrolluntersuchungen ist Hände waschen Pflicht. Ebenso sollten Geräte und Zugseile immer sauber und möglichst steril sein.

Haltungshygiene: Egal ob Iglus im Außenklima oder Holzboxen im Stall, beides ist nach jedem Kalb zu reinigen. Die Einstreu sollte dagegen alle 10 Tage ausgetauscht werden, allein schon, um der Ammoniakentstehung und der Verminderung der Fliegenplage zu begegnen. Regelmäßiges Einstreuen mit einwandfreiem Stroh und Kontrolle der Tränken, sowie täglich frisches Rau- und Kraftfutter runden die Haltungshygiene ab.

Verunreinigungen in der Biestmilch: Anders als die Bestimmung des Gehaltes von Immunglobulinen ist die Ermittlung des Keimgehaltes nicht so einfach. Umso wichtiger ist äußerste Sorgfalt im Umgang mit der Biestmilch. Immunglobuline gehen unter unhygienischen Bedingungen schnell Verbindungen mit Erregern ein und stehen damit dem Kalb nicht mehr zur Verfügung. Zudem verhindern Keime die Aufnahme der Immunglobuline im Darm der Kälber.

Alle genannten Maßnahmen tragen zur Verminderung des Keimdrucks bei. Nur durch ein konsequentes Hygienemanagement lassen sich Erkrankungen reduzieren und Tierarztkosten sparen.

Mehr zur Hygiene im Kälberstall und zum Umgang mit Kolostrum erfahren Sie in den kostenfreien KFM-Merkblättern „Hygiene im Kälberstall“ und „Kolostrummanagement“.

Uwe Weddige

Foto © KFM

27 02, 2026

Medikamente richtig aufbewahren und anwenden

2026-02-27T04:09:42+00:0027. Februar 2026|

Viele tierhaltende Betriebe verwenden auf Anweisung ihres Tierarztes Medikamente zur präventiven und kurativen Anwendung.

Diese wertvollen und kostspieligen Produkte sind stets mit der nötigen Umsicht einzusetzen und zu lagern:

  • geeignet sind kühle, trockene, lichtgeschützte und saubere Räume,
  • Medikamente werden niemals direkt im Stall aufbewahrt,
  • Unbefugte dürfen keinen Zugriff auf die Tierarzneimittel haben.

Einige Tierarzneimittel, wie die meisten Impfstoffe und einige Antibiotika, müssen in einem Kühlschrank bei zwei bis acht Grad Celsius gelagert werden. Die erforderliche Lagertemperatur ist auf der Verpackung angegeben.

Wichtig ist auch die Einhaltung der Haltbarkeitsdauer nach erstmaligem Anbruch eines Präparates. Bei geöffneten Flaschen ist stets das Datum des Anbruchs auf dem Etikett zu notieren.

Arzneimittel dürfen nicht mit Haut, Schleimhäuten und Atemwegen des Anwenders in Kontakt kommen. Bei Präparaten, die über die Haut in den Körper aufgenommen werden können, ist besondere Vorsicht geboten. Generell wird die Verwendung von Einmalhandschuhen empfohlen, bei Verwendung pulverförmiger Medikamente sollte eine Atemschutzmaske selbstverständlich sein.

ACHTUNG: Tierhalter sollten alle Behandlungen schriftlich oder digital dokumentieren, damit der Medikamenteneinsatz rückverfolgbar bleibt und Fleisch oder Milch von behandelten Tieren nicht innerhalb der Wartezeit in den Verkehr gelangen.

Das kostenlose KFM-Merkblatt „Medikamente richtig lagern“ gibt dazu wertvolle Hinweise.

Uwe Weddige

Foto © KFM

24 02, 2026

Spritzen und Kanülen richtig pflegen

2026-02-24T07:38:49+00:0024. Februar 2026|

Die Verabreichung von verschiedensten Impfstoffen und anderen Medikamenten durch betriebseigene Fachkräfte steht in vielen tierhaltenden Betrieben auf der Tagesordnung.

Verantwortungsbewusste Tierärzte empfehlen, die verwendeten Spritzen und Kanülen nach jedem Gebrauch zu reinigen. Besonders für den Erfolg vom Impfmaßnahmen ist äußerste Sauberkeit von entscheidender Bedeutung. Unsaubere Spritzen oder Kanülen, die mit Schmutz, Blut, anderen Medikamenten oder Reinigungsmitteln kontaminiert sind, können den Tieren schaden, die Impfung unwirksam machen oder Abszesse an der Einstichstelle hervorrufen.

Grundsätzlich lassen sich hochwertige Spritzen reinigen, desinfizieren und damit gefahrlos wiederverwenden. Wenn die Spritze nicht verwendet wird, sollte sie in einem sauberen verschließbaren Plastikbeutel oder Behältnis staubfrei und trocken gelagert werden.

Spritzen sollten nach jedem Gebrauch gründlich mit heißem Wasser und einer milden Seifenlauge von außen und auch von innen gereinigt werden. Viele Spritzen lassen sich dazu zerlegen. Wenn nötig, findet eine Bürste Verwendung. Mit der Reinigung sollen Staub und Schmutzpartikel sowie die Impfstoffreste im Zylinder entfernt werden. Seifenreste sind gründlich mit klarem, warmem Wasser abzuspülen, im Anschluss müssen alle Teile vollständig trocknen.

Vor der nächsten Verwendung sollte eine Desinfektion selbstverständlich sein. Das KFM-Merkblatt „Spritzen und Kanülen richtig reinigen und desinfizieren“ gibt dazu wertvolle Hinweise.

Uwe Weddige

Foto © Shutterstock

20 02, 2026

Futterzusatz Bovaer unerwünscht

2026-02-20T08:22:21+00:0020. Februar 2026|

Ein neuer Futtermittelzusatz für Milchkühe hilft, das Klima zu schützen. Farmer und Verbraucher in Großbritannien, Dänemark und Norwegen haben Bedenken.

Untersuchungen zeigen, dass die Fütterung mit Bovaer weder in der Milch noch im Fleisch auftaucht. Dafür entsteht aber bis zu 30 Prozent weniger Methan im Pansen. Ein Viertel Teelöffel je Kuh in der täglichen Futterration reicht bereits. Nun verweigert die größte Molkerei Norwegens die Annahme von Milch aus Betrieben, die Bovaer einsetzen.

Auch in Dänemark hat der Zusatzstoff in den vergangenen Wochen viel Kritik erfahren. Es besteht der Verdacht, dass der Zusatz bei Kühen zu Krankheiten führen kann. Deshalb stellten die dänischen Milcherzeuger die Verwendung von Bovaer bereits ein.

Obwohl der Futtermittelzusatzstoff seit drei Jahren eine Zulassung in der EU hat, nutzen ihn bisher nur wenige Milchviehhalter. Der Grund dürfte auch bei den hohen Kosten von etwa einem Cent pro Liter Milch liegen.

Die norwegische Molkerei will nun an der Reduzierung der Treibhausgasemissionen festhalten: „Bovaer ist eines von mehreren Instrumenten zur Emissionsreduzierung. Wenn wir nun darauf verzichten, werden wir unsere Anstrengungen auf andere Maßnahmen verstärken, wie z. B. besseres Raufutter und Futterverwertung, klimafreundliche Güllewirtschaft und den Fokus auf gesunde Kühe“.

Forscher und Milchverarbeiter betonen an vielen Stellen die Ungefährlichkeit von Bovaer. Es zeigt sich aber auch, dass die Verwendung von neuen Futterzusatzstoffen in der Milchproduktion bei Verbrauchern auf großes Misstrauen stoßen kann. Milch wird mit Natürlichkeit, Sicherheit und Qualität assoziiert, Verbraucher definieren den Begriff „Lebensmittelsicherheit“ eben auch über emotionell geprägte Erwartungen und Eigenschaften.

Uwe Weddige

Foto: KFM

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