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11 12, 2025

Gesunde Kühe durch fachgerechte Fütterung

2025-12-11T11:00:48+00:0011. Dezember 2025|

Fast alle Probleme mit der Tiergesundheit von Kühen sind im Kern fütterungsbedingt.

Bereits das richtige Trockensteherkonzept entscheidet, ob die Laktation mit Nachgeburtsverhaltung und Labmagenverlagerung oder Pansenazidose startet. Durchdachte Rationsgestaltungen und das Fütterungscontrolling helfen Euterentzündungen und Klauenprobleme zu vermeiden und sorgen dafür, dass die Kuh in der Laktation gesund bleibt und mit der optimalen Körperkondition trockengestellt werden kann.

Nur wenn alle Kühe im Stall eine homogene Mischung ohne Futterselektion fressen und diese konstant in einwandfreier Qualität vorgelegt wird, lassen sich pH-Wert-Schwankungen im Pansen auf ein Minimum reduzieren.

Über eine gesunde, leistungsgerechte Fütterung wird das Immunsystem der Kühe widerstandsfähiger und die Kühe bleiben leistungsfähig. Eine gesunde Fütterung legt sich wie ein „Schutzschirm“ über die Herde und auch der Hitzestress lässt sich deutlich reduzieren.

Viele Zielwerte und Maßnahmen aus der Praxis sind veraltet und passen schon längst nicht mehr zum aktuellen Niveau von Genetik und Management. Nur die ehrliche und akribische Ermittlung der eigenen Erfolgskennzahlen und der kritische Umgang damit führen zu den richtigen unternehmerischen Entscheidungen.

Uwe Weddige

Foto: © KFM

9 12, 2025

Drei Wege zur Eutergesundheit

2025-12-09T04:47:21+00:009. Dezember 2025|

Steigen die Zellzahlen, kommt der Ruf nach Medikamenten oder Futterzusätzen. Aber wer seine Eutergesundheit wirklich nachhaltig verbessern will, sollte sich mit den täglichen Abläufen im Stall beschäftigen.

Prof. Dr. Volker Krömker sagt dazu: „Euterprobleme entstehen selten über Nacht, sie sind oft die Summe vieler kleiner Managementfehler“. Der Fachmann von der Hochschule Hannover ergänzt: „Eutergesundheit ist nichts anderes als Management. Sie entsteht durch wiederholte, saubere Abläufe – Tag für Tag“.

Das bedeutet, dass der Tierhalter durch saubere Boxen, klare Melkroutinen und ein gutes Auge für Details aktiv Einfluss nehmen kann. Prof. Krömker beschreibt drei Wege, die jede Milchkuhherde auf Dauer gesünder machen:

  1. Neuinfektionen vermeiden: Hygiene, Arbeitsstandards und klare Abläufe sind der Schlüssel. Dazu gehört, die Liegeboxen trocken zu halten, regelmäßig zu reinigen und beim Melken konsequent sauber zu arbeiten.
  2. Neuinfektionen früh erkennen und behandeln: Wer Zellzahlen, Milchkontrolle und Tierverhalten im Blick behält, erkennt Entzündungen, bevor sie klinisch werden. Das spart Kosten und Stress – für Mensch und Tier.
  3. Konsequentes Handeln: Chronisch kranke Tiere rechtzeitig selektieren. Eine Kuh, die dauerhaft hohe Zellzahlen hat, erhöht den Keimdruck für alle anderen.

Fazit: Eutergesundheit ist kein Zufall, der Tierhalter muss konsequent die richtigen Dinge tun und das Tag für Tag. Jedes Detail zählt, von der Einstreu, Melkmaschinenwartung bis zum Dippen. Dazu benötigt man keine Wunderlösung, sondern klare Routinen, konsequente Hygiene und ein Team, das Verantwortung übernimmt.

Uwe Weddige

Foto: © Weddige

4 12, 2025

Mikroplastik beeinflusst die Verdauung von Rindern

2025-12-08T04:51:09+00:004. Dezember 2025|

Eine neue Studie zeigt die Wirkung von Mikroplastik auf das Verdauungssystem von Rindern, darüber berichtet ein deutsch-finnisches Team im „Journal of Hazardous Materials“. Das Team hatte Flüssigkeit aus dem Pansen entnommen und Plastikteilchen sowie Heu oder Gerste hinzugegeben.

„Unsere Studie zeigt, dass der Verdauungstrakt als Bioreaktor arbeitet, der Plastik in kleinere Teilchen zersetzt und damit potenziell neue Risiken schafft“, sagte Mitautorin Jana Seifert von der Universität Hohenheim. Kleinere Kunststofffragmente könnten leichter ins Gewebe gelangen – und damit auch in die Lebensmittelkette.

In den Versuchen mit Gerste veränderte das Mikroplastik nicht nur die Zusammensetzung der Bakteriengesellschaft im Pansensaft (Mikrobiom). Es entstanden nach Forscherangaben zudem bakterielle Proteine, die mit Stressreaktionen in Verbindung stehen.

Zuvor sei bereits gezeigt worden, dass Partikel kleiner als 0,1 Millimeter die Darmbarriere überwinden können, was zu einer Anreicherung in tierischen Produkten führen könne, die vom Menschen verzehrt werden, schreibt das Team in der Studie. Der verbleibende Teil verlasse den Darm entweder unverändert oder modifiziert mit dem Kot und gelange anschließend erneut auf landwirtschaftliche Flächen, wodurch der Kreislauf von Neuem beginnt.

Uwe Weddige

Foto: © KFM

2 12, 2025

Wie Metritis verhindern?

2025-12-02T07:56:56+00:002. Dezember 2025|

Wie bei vielen anderen Erkrankungen auch, steigern gezielte Vorbeugemaßnahmen und frühes Erkennen der Metritis sowie ein gutes Fütterungsmanagement die Milch- und Fruchtbarkeitsleistung.

Eine Studie aus den USA mit über 6.000 Kühen zeigte, dass Kühe mit übelriechendem, wässrigen und rötlichen Schleim nach 300 Laktationstagen im Vergleich zu Tieren mit klarem oder leicht eiterigem Schleim deutlich seltener trächtig waren. Diese Tiere verließen die Herde nach dem Kalben deutlich häufiger. Auch fiel die Milchleistung innerhalb der ersten 300 Laktationstage um 760 kg geringer aus als in den Vergleichsgruppen.

Daher muss alles getan werden, um Gebärmutterentzündungen zu verhindern. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Unterstützung des Fressverhaltens und der Futteraufnahme. Kühe mit einer klinischen Gebärmutterentzündung weisen bereits drei Wochen vor der Kalbung eine negative Energiebilanz auf. Dieses Energiedefizit bleibt auch nach der Kalbung bestehen. Erst zwei bis drei Wochen nach der Geburt ist mit einer Normalisierung zu rechnen.

Daher ist unbedingt auf eine Futteraufnahme der Kühe zu achten, denn jedes zusätzlich aufgenommene Kilogramm Trockenmasse (TM) kann die Milchleistung um ca. 1,5 kg pro Tag steigern.

Besonders in der späten Trockenstehphase muss jede Selektion der Futterration verhindert werden. Oftmals ist jedoch das Stroh deutlich zu lang und die Ration zu trocken. Partikellängen beim Stroh zwischen 20 und 30 mm und die Zugabe von Wasser können  diese Probleme beheben.

Damit die Kühe rund um die Kalbung viel Futter aufnehmen können, sollte die Fresszeit verlängert werden. Dies gelingt z. B. durch eine Unterbelegung der Ställe in der Transitphase und über eine häufigere Futtervorlage. Alleine eine Erhöhung der Fütterungsfrequenz von einmal auf zweimal täglich steigert die tägliche Fressdauer bereits um zehn Minuten pro Tag.

Uwe Weddige

Foto: © KFM

27 11, 2025

California-Test richtig anwenden!

2025-11-27T09:34:51+00:0027. November 2025|

Der California-Mastitis-Test oder auch Schalmtest liefert schon nach wenigen Sekunden im Melkstand oder direkt an der Kuh ein Ergebnis zur geschätzten Zellzahl der Milch.

Auch wenn die Milch unverändert aussieht, kann die Zellzahl erhöht sein und eine subklinische Mastitis vorliegen. Je stärker die Entzündung, desto zähflüssiger wird das Gemisch aus Milch und Testflüssigkeit.

  • Die Kuh ist wie gewohnt sorgfältig vorzumelken. Im Anschluss werden aus jedem Euterviertel mehrere Strahlen Milch gezielt in die vier getrennten Schalen der Testplatte gemolken. Melken Sie vorsichtig, damit die Milch nicht in die anderen Schalen spritzt.
  • Im zweiten Schritt gießen Sie die überschüssige Milch durch langsames Kippen der Testschale bis zur Markierung ab.
  • Wichtig: die Milch in den vier Schalen darf sich nicht vermischen.
  • Nach dem Abgießen geben Sie gleich viel Testflüssigkeit in jede Schale. Die jeweilige Menge von Milch und Testflüssigkeit sollte möglichst ähnlich sein.
  • Durch langsames Kreisen der waagerecht gehaltenen Testplatte mischen Sie den Schaleninhalt sorgfältig. Unterschiede in der Fließfähigkeit deuten auf eine subklinische Mastitis hin.

Nicht jede Euterentzündung muss zwingend mit einem Antibiotikum behandelt werden. Mithilfe eines Schnelltests lassen sich die Kühe aufspüren, die auch ohne ein solches Medikament auskommen. Lesen Sie dazu auch das kostenfreie KFM-Merkblatt „California-Test“

Uwe Weddige

Foto: Mit dem Schalmtest kann die Anzahl somatischer Zellen in der Milchprobe abgeschätzt werden. © Dr. med. vet. Friederike Reinecke

 

25 11, 2025

Mit Spielzeugen ablenken

2025-12-08T04:52:16+00:0025. November 2025|

In vielen Beständen ist das gegenseitige Besaugen der Kälber ein echtes Problem.

Fehlen im Kälberstall ausreichender Reize, führt dies häufig zu unerwünschten Verhaltensweisen wie dem gegenseitigen Besaugen oder übermäßigem Lecken an Stalleinrichtungen. Beschäftigungsmaterialien steigern das Wohlbefinden der jungen Tiere und können Verhaltensanomalien reduzieren.

Im Rahmen einer kameragestützten Tierbeobachtung wurden Kälber über die gesamte Tränkeperiode wöchentlich mehrfach gefilmt. Die Beobachtungen in dem Versuch umfassten die Nutzung der Materialien, Fress- und Trinkaktivitäten sowie soziale und abweichende Verhaltensweisen.

Der Heuball war mit seiner hohen Belohnungswirkung durch die Aufnahme von qualitativ hochwertigem Heu für die Tiere am attraktivsten, während die Tannenzweige an zweiter Stelle standen. Der Saug-Igel fand bei den Tieren kaum Anklang, seine nicht fressbare Struktur machte ihn für die Kälber kaum interessant.

Die Tiere der Versuchsgruppe mit den Beschäftigungsmaterialien nahmen häufiger Futter und Wasser auf, während Berührungen der Euteranlage anderer Kälber um den Faktor 10 geringer waren als in der Vergleichsgruppe. Gleichfalls lag die Anzahl der Berührungen von Stalleinrichtungsteilen bei 50% gegenüber der Kontrollgruppe.

Der zusätzliche Arbeitsaufwand wird durch die Vorteile mehr als belohnt. Gerade eine spätere Dreistrichigkeit durch gegenseitiges Besaugen ist besonders ärgerlich und kostet am Ende Milchleistung.

Die Beschäftigungsmaterialien tragen zu gesünderen und besser entwickelten Tieren bei und können somit auch die Nachhaltigkeit der Kälberhaltung stärken.

Uwe Weddige

Foto: Beschäftigungsmaterialien sind ein wirksames Instrument, um Kälbern ein artgerechteres Umfeld zu bieten. © Weddige

20 11, 2025

Was tun bei Ketose?

2025-11-20T08:01:20+00:0020. November 2025|

Jeder Tierhalter kennt die Symptome: Die Kuh wirkt apathisch, frisst kaum noch, die Hungergrube ist eingefallen und die Pansenmotorik herabgesetzt. Die Temperatur kann mal erhöht, aber auch geringer sein. Bei einer gleichzeitigen Metritis tritt fast immer Fieber auf.

Dies Krankheitsgeschehen ist die Folge zu geringer Calcium- und Phosphor-Gehalte im Blut. Die Ketonkörper-Konzentration im Blut steigt an, zum Teil auf über 5,0 mmol/l, normal sind bis 1,2 mmol/l.

Der Ketosetest gilt als Standardmaßnahme am Tag 10 und Tag 20 nach der Kalbung:

  • Als normal gilt bis 1,2 mmol/l Blut.
  • Ab ca. 1,2 mmol/l bis ca. 2,5 mmol/l liegt ein subklinisches Krankheitsgeschehen vor. Hier reicht die Eingabe von Propylenglykol oder Energieboli.
  • Bei Werten über 2,5 mmol/l Blut besteht akuter Handlungsbedarf. Ohne eine Glucose-Infusion geht es nicht, oft ist eine zusätzliche Schmerzmittelgabe sinnvoll. Außerdem ist die Primärerkrankung unbedingt zu ermitteln und zu behandeln.

Prophylaxe: Wichtig ist, dass die Tiere optimal konditioniert zum Kalben kommen. Anfälligen Kühen verabreicht man bereits in der Vorbereitungsfütterung 150 bis 250 ml Propylenglykol pro Tag.

Der Ketose-Test ist eine der wichtigsten Maßnahmen in die Frischmelker-Kontrolle. Für aussagekräftige Werte sollte man pro Tier immer mehrere Messungen hintereinander durchführen.

Uwe Weddige

Foto: Es empfiehlt sich, mit dem Ketose-Schnelltest mehrere Messungen aus der Schwanzvene zu machen. © KFM

18 11, 2025

Kälber – fit durch den Winter

2025-11-18T12:41:52+00:0018. November 2025|

Besonders in den kalten und feuchten Monaten hängt der Start ins Leben entscheidend von einem durchdachten Management ab. Beachten Sie die folgenden acht Maßnahmen als Grundstein für gesunde und widerstandsfähige Tiere.

  1. Wärme von Anfang an: Mit dem sofortigen und gründlichen Trockenreiben des Kalbes nach der Geburt und mit der Nutzung einer Trocknungsbox verhindern Sie, dass dem Kalb die Energie verloren geht, die es für die Aufnahme und Verwertung des Kolostrums benötigt.
  2. Das Immunsystem stärken: Gerade bei steigendem Keimdruck im Winter ist ein robuster Immunschutz gegen die typischen Erreger von Neugeborenendurchfall wichtig. Der effektivste Weg zu diesem Schutz führt über das Kolostrum der Mutterkuh. Durch eine Mutterschutzimpfung lässt sich die Qualität des Kolostrums gezielt verbessern.
  3. Legen Sie eine Biestmilchbank an: Die Qualität des Kolostrums kann im Winter erheblich schwanken. Ein Vorrat an eingefrorenem, hochwertigem Kolostrum (> 25 % BRIX) sichert die optimale Versorgung jedes neugeborenen Kalbes, selbst wenn das Muttertier keine ausreichende Menge oder Qualität liefert.
  4. Energiebedarf decken: Kälte zehrt an den Energiereserven. Der Erhaltungsbedarf eines Kalbes steigt bei winterlichen Temperaturen um bis zu 20 %. Erhöhen Sie die Konzentration des Milchaustauschers um 20 %. 40°C warmes Tränkewasser entlastet den Energiehaushalt des Kalbes zusätzlich.
  5. Festfutter nicht vergessen: Frisches Kälbermüsli oder Kälber-TMR ab dem 3. Lebenstag stimulieren die Vormagenentwicklung frühzeitig.
  6. Keimen keine Chance geben: Tränkeeimer, Nuckel und Futterschalen müssen täglich gereinigt werden. Nach jeder Belegung sind die Kälberiglus oder -boxen gründlich zu reinigen und zu desinfizieren.
    Achtung: einige Desinfektionsmittel verlieren bei niedrigen Temperaturen ihre Wirksamkeit.
  7. Krankheiten frühzeitig erkennen: Achten Sie auf verändertes Verhalten, beginnenden Durchfall oder erste Symptome von Atemwegserkrankungen. Je früher Sie ein Problem erkennen, desto schneller und erfolgreicher können Sie handeln.
  8. Schaffen Sie ein schützendes Mikroklima: Eine dicke, trockene Stroheinstreu ist die beste Isolierung von unten, schützen Sie den Liegebereich konsequent vor kalter Zugluft. Bei Temperaturen unter 5 °C sind Kälberdecken ein effektives Mittel, um Wärmeverluste zu minimieren und die Energiebilanz zu schonen.

Lesen Sie dazu auch die kostenfreien KFM-Merkblätter „Kälber-Nesting-Score“ und „Kälberaufzucht im Winter“.

Uwe Weddige

Foto: © KFM

13 11, 2025

Kälberhusten – was tun?

2025-11-13T04:15:55+00:0013. November 2025|

Genauso wie bei vielen anderen Krankheiten ist eine frühzeitige Erkennung wichtig, um langfristige Schäden zu vermeiden. Schon das erste Husten eines Einzeltieres ist ein Warnsignal.

Zeigt das Kalb mehr als 50 Atemzüge pro Minute? Atmet es erschwert oder pumpt es sogar? Hört man einen feuchten oder trockenen Husten?

  • Eine schnelle Atmung zeigt, dass das Kalb lungenkrank ist. Je nach Witterung kann die Atmung aber auch an heißen Tagen bei Hitzestress erhöht sein.
  • Sieht man von außen einen trüben, zähen Ausfluss ist das Kalb mit Sicherheit erkrankt. Gesunde Tiere halten mit ihrer Zunge den Nasenspiegel selbst sauber.
  • Über 39,5 °C Rektaltemperatur bedeutet Fieber. Für verlässliche Ergebnisse schieben Sie das Fieberthermometer seitlich an die Rektalschleimhaut.
  • Nachdem Sie das Kalb an der Luftröhre abgehört haben, setzen Sie das Stethoskop hinter dem Schulterblatt an. Dort ist normalerweise das Einatmen recht deutlich hörbar – im Vergleich zur Luftröhre aber abgeschwächter, während das Ausatmen fast lautlos ist. Zuletzt wird es unter den Querfortsätzen der Rippen abgehört. Dort sollte das Einatmen nur leise wahrnehmbar sein. Hört man an der letzten Stelle noch die Ein- und Ausatmung, spricht das deutlich dafür, dass eine Infektion der Lunge vorliegt.

Nicht jedes hustende Kalb benötigt eine antibiotische Behandlung, es kann stattdessen ein entzündungshemmendes, fiebersenkendes Medikament und ein schleimlösendes Medikament gegeben werden. Bei fiebrigen und schlappen Kälbern ist aber eine antibiotische Behandlung sinnvoll. Behandelte Kälber sollte unbedingt trocken und warm liegen und weiterhin jederzeit Tränke, Wasser und Raufutter zur Verfügung haben.

Steht der Kälberhusten auf der Tagesordnung ist die Prophylaxe zu überprüfen:

  • Erfolgt die Kolostrumversorgung in ausreichender Menge und Qualität nachweislich in den ersten vier Lebensstunden?
  • Wird das Kalb nach der Erstversorgung in einer sauberen und trockenen Box ohne Zugluft untergebracht?
  • Impfstoffe bieten einen ganzheitlichen Schutz und können ab der 2. bis 4. Lebenswoche verabreicht werden.
  • Riecht es in Höhe des liegenden Kalbes nach Ammoniak, ist häufiger auszumisten.
  • Gruppenwechsel sollten nur mit vitalen und fitten Kälbern durchgeführt werden und nicht zeitgleich mit Impfungen oder Futterwechsel stattfinden.

Uwe Weddige

Foto: © KFM

11 11, 2025

Was ist eigentlich eine „subklinische Mastitis“?

2025-11-11T05:08:12+00:0011. November 2025|

Bei der subklinischen Mastitis handelt es sich um eine Euterentzündung, die äußerlich nicht sichtbar ist, denn die Milch und das Verhalten der Kuh weisen keine Auffälligkeiten auf. Es ist dennoch sehr wichtig, eine subklinische Mastitis zu erkennen, weil diese Form der Mastitis die Milchqualität beeinträchtigt und die Milchproduktion der Kuh reduziert.

Eine subklinische Entzündung wird in der Regel durch Bakterien verursacht, die über den Zitzenkanal in das Euter gelangen. Diese Bakterien können vom Euter einer anderen Kuh, über den Melker oder die Melkmaschine übertragen werden oder aus der Umwelt stammen.

Die subklinische Mastitis geht mit einem Anstieg der Anzahl somatischer Zellen in der Milch einher, die versuchen, die eindringenden Bakterien abzutöten. Dieser Vorgang ist nicht sichtbar, kann aber bei der Kuh mittels California-Test nachgewiesen werden. Nutzen Sie dafür auch das KFM-Merkblatt „California-Test“.

Obwohl die Meinungen über den genauen Schwellenwert auseinander gehen, gilt als international anerkannte Definition einer subklinischen Mastitis, dass die Milch mehr als 200.000 somatische Zellen pro ml enthält.

Moderne Melkstände und automatische Melksysteme messen regelmäßig die Anzahl der somatischen Zellen bei jeder Kuh. Um das Auftreten von subklinischer Mastitis zu kontrollieren, sind richtige Melktechniken, Hygiene und eine funktionierende Melkmaschine Voraussetzung.

Die Heilung von subklinischen Mastitiden kann durch das Trockenstellen mit einem antibiotischen Trockensteller und internen Zitzenversiegler unterstützt werden. Lesen Sie dazu die kostenlosen KFM-Merkblätter „Kühe richtig trockenstellen“ und „Trockensteller richtig anwenden“.

Uwe Weddige

Foto: © KFM

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