Im Gruppenmelkstand sind vier bis fünf Durchgänge pro Stunde möglich, im Karussell sollte man sechs Durchgänge/Stunde schaffen. Dauert das Melken länger, kann das an den Kühen (Langmelker) oder den vor- und nachbereitenden Arbeiten sowie dem Zutrieb liegen. Aufschluss bringen die Softwaredaten zur Melkdauer der Kühe und eine 24 Std.-Zeitrafferkamera, die Schwachstellen im Arbeitsablauf sichtbar macht.

Von der ersten Berührung des Euters bis zum Ansetzen sollen mindestens 60 Sekunden bei zweimaligem Melken/Tag und 90 Sekunden dreimaliges Melken/Tag liegen. Nach 120 Sekunden lässt der Oxytocinreiz nach und der Milcheinschuss versiegt. Eine zu kurze oder lange Anrüstzeit führt zum Blindmelken. Das belastet die Zitzen unnötig und führt zu einer längeren Melkdauer.

In jedem Fall wird erst vorgemolken, im Anschluss sind die Zitzen zu trocknen und zu reinigen. Wenn vorgedippt wird, kann dieses entweder vor oder nach dem Vormelken durchgeführt werden.

Die Abnahmeschwelle ist zwischen 400 bis 800 g/Minute einzustellen. Die Voraussetzung dafür ist jedoch eine perfekte Melkroutine mit stabiler Milchflusskurve.

Melkerschulungen und regelmäßiges Monitoring des Melkprozesses durch versierte Milcherzeugungsberater tragen dazu bei, dass sich Routinen beim Melken langfristig auf einem guten Niveau einpendeln. Idealerweise verkürzen sich dadurch die täglichen Melkzeiten bei gleichzeitig gesteigerter Milchleistung und verbesserter Eutergesundheit.

Tipps zur Beurteilung der Melkgeschwindigkeit finden Sie im neu erschienenen und kostenlosen KFM-Merkblatt „Melkgeschwindigkeit“.

Uwe Weddige

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