23 07, 2026

Klauenpflege bei Hochleistungskühen. Was ist zu beachten?

2026-07-23T06:10:21+01:0023. Juli 2026|

Bei Hochleistungskühen reicht die pauschale Empfehlung „2-mal pro Jahr Klauenpflege“ oft nicht mehr aus. Der tatsächliche Bedarf hängt von Leistung, Haltungssystem, Laufwegen, Bodenbeschaffenheit und der Klauengesundheit der Herde ab. Bei Hochleistungskühen ist Klauenpflege nicht nur eine Pflegemaßnahme, sondern ein zentraler Bestandteil des Leistungs-, Fruchtbarkeits- und Gesundheitsmanagements. Schon wenige lahme Kühe können die Wirtschaftlichkeit eines Betriebs spürbar verschlechtern.

Praxisempfehlungen:

  • Mindestens 2 funktionelle Klauenschnitte pro Jahr bei allen Milchkühen,
  • In Hochleistungsherden häufig 2–3 Kontrollen bzw. Pflegedurchgänge jährlich,
  • Zusätzliche Behandlung von lahmen oder auffälliger Kühe. Diese Tiere müssen sofort untersucht und behandelt werden, nicht erst beim nächsten Herdenschnitt.

Unregelmäßige oder fehlende Klauenpflege gehört zu den häufigsten Ursachen für Lahmheiten und wirtschaftliche Verluste in Milchviehherden.

Das KFM-Projekt führt vom 6. – 14. August 2026 wieder 2-tägige praktische Qualifizierungskurse für Klauenpfleger in den Regionen Akmola, Schymkent und Qostanai durch. Einige vom KFM-Projekt erstellten Lehrvideos und Merkblätter zur Klauenpflege bei Milchkühen finden sie unter dem YouTube-Kanal und der Website des KFM-Projekts.

Ekkehard Schröder

Foto: KFM

 

 

 

21 07, 2026

Tierwohl in der Milchkuhhaltung in modernen Laufställen

2026-07-21T05:26:29+01:0021. Juli 2026|

Tierwohl in der Milchkuhhaltung bedeutet, dass die Milchkühe so gehalten werden, dass ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden und ihre natürlichen Verhaltensweisen berücksichtigt werden. Tierwohl umfasst also nicht nur den Schutz vor Krankheiten und Schmerzen, sondern auch die Möglichkeit, ein möglichst artgerechtes Leben zu führen. Tierwohl bedeutet, dass es der Kuh körperlich und psychisch gut geht und ihre Bedürfnisse erfüllt werden. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für eine hohe Milchleistung.

Wichtige Merkmale von Tierwohl in der Milchkuhhaltung sind:

  • Ausreichend Platz und Bewegungsfreiheit in den Ställen und ausreichend Fressplätze für alle Tiere sowie rutschfeste und trittsichere Laufböden,
  • Ausgewogene, bedarfsgerechte Fütterung und ständiger Zugang zu frischem Wasser,
  • Gesundes Stallklima (frische Luft und gute Belüftung, geringe Luftfeuchtigkeit, keine Zugluft im Liegebereich), ausreichend Licht im Stall, Schutz vor Hitzestress,
  • Wenig Staub und Schadgase im Stall (z. B. Ammoniak),
  • Saubere, trockene und komfortable Liegeflächen zum Ausruhen,
  • Stressarmes Melken mit sorgfältig eingestellter Melktechnik sowie gute Euter- und Tierhygiene,
  • Gute Tiergesundheit, etwa durch Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten oder Lahmheiten, regelmäßige Klauenpflege und Gesundheitskontrollen,
  • Möglichkeit zu natürlichem Verhalten, beispielsweise Sozialkontakte zu anderen Kühen, Bewegung und funktionsfähige Bürsten zur Fellpflege,
  • Stressarmer Umgang durch den Menschen,
  • Geschultes Personal für Tierbetreuung und -beobachtung vorhanden.

Weitere vertiefende Informationen zum Kuhkomfort und Tierwohl in der Milchkuhhaltung finden sie auf der der Website des KFM-Projekts unter den Rubriken „Reihe Wegweiser“ und „Merkblätter“.

Ekkehard Schröder

Foto: KFM

17 07, 2026

Kasachische Feldtage „Jana Dala Green Day 2026“ mit vielfältigem Programm

2026-07-17T05:36:28+01:0017. Juli 2026|

Die zweitägigen Feldtage Jana Dala Green Day 2026 in der Region Akmola wurden kürzlich eröffnet (16.-17. Juli). Die Veranstaltung ist ein Treffpunkt zum Austausch über Innovationen, Wissen und praktische Lösungen für die Landwirtschaft in Kasachstan. Hier haben Landwirte, landwirtschaftliche Unternehmer sowie weitere Experten des Sektors die Möglichkeit, moderne Agrartechnik und zukunftsweisende Anbauverfahren von einer Vielzahl von Herstellern im Felde zu sehen und vergleichen zu können.

Die kasachischen Feldtage schaffen Raum für Inspiration, neue Perspektiven und wertvolle Kontakte. Sie fördern den Dialog zwischen Praxis, Beratung, Wissenschaft und Industrie und leisten damit einen wichtigen Beitrag, die Landwirtschaft in Kasachstan produktiver, nachhaltiger und zukunftsfähiger zu gestalten.

Ein umfassendes Fachprogramm mit Beteiligung von zahlreichen internationalen Experten zu Themen wie Bodenbearbeitung, ökologische Landwirtschaft, effiziente Tierzucht und Tierhaltung sowie Tiervorführungen und praktische Wettbewerbe machen Jana Dala Green Day 2026 zu einer eindrucksvollen Veranstaltung.

Ekkehard Schröder

Foto: KFM

14 07, 2026

Gesunde Kühe beginnen nicht nur mit gutem Futter – sondern auch mit gut ausgebildeten Spezialisten und motivierte Arbeitskräfte im Stall

2026-07-14T12:52:31+01:0014. Juli 2026|

Gut ausgebildete Spezialisten und engagierte Arbeitskräfte sind oft der entscheidende Erfolgsfaktor im Kuhstall. Selbst moderne Stalltechnik, hochwertige Genetik und gutes Futter können ihr Potenzial nur dann voll entfalten, wenn qualifizierte Menschen die Prozesse professionell steuern und überwachen. Sie treffen die richtigen Entscheidungen, erkennen Probleme frühzeitig und sorgen dafür, dass Tiere, Technik und Management optimal zusammenwirken. Sie zeigen Interesse an Innovationen und nutzen regelmäßig Aus- und Weiterbildungsangebote. Die Kombination aus Fachwissen und Fähigkeiten, praktische Erfahrung, Beobachtungsgabe, Verantwortungsbewusstsein und Leidenschaft für Milchkühe und Landwirtschaft sind beste Voraussetzungen.

Das KFM-Projekt hat zahlreiche Spezialisten von Milchviehbetrieben in den vergangenen Jahren intensiv geschult und motiviert. Diverse informations- und Ausbildungsmaterialien sind auf der Webseite des KFM-Projektes abrufbar.

Ekkehard Schröder

Foto: KFM

9 07, 2026

Teamleiterwechsel im KFM-Projekt „Kompetenzförderung Milch“

2026-07-08T09:50:48+01:009. Juli 2026|

Zum 01. Juli 2026 hat Herr Ekkehard Schröder die Teamleitung im Projekt „Kompetenzförderung Milch“ (KFM) von Herrn Uwe Weddige übernommen.

Herr Schröder wird das Projekt bis zum offiziellen Projektende am 31. Oktober 2026 fachlich und organisatorisch begleiten und die laufenden Aktivitäten gemeinsam mit dem Projektteam fortführen.

Wir danken Herrn Weddige herzlich für sein bisheriges Engagement, seine wertvolle Expertise und seinen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung des Projektes.

Gleichzeitig freuen wir uns auf die Zusammenarbeit mit Herrn Schröder in der verbleibenden Projektlaufzeit und wünschen ihm viel Erfolg bei der weiteren Steuerung des KFM-Projektes.

Lena Eckstein

Foto: ADT Project Consulting GmbH

3 07, 2026

Zoonose: Rinderflechte

2026-07-03T06:18:03+01:003. Juli 2026|

In der kalten Jahreszeit wird die Kälberflechte in vielen Rinderbeständen immer wieder sichtbar. Der Erreger ist ein parasitär lebender Pilz: Thrichophyton verrucosum ernährt sich von Keratin und bildet ovale bis runde, kahle und verschorfte Stellen im Fell.

Immunschwache und junge Tiere sind zuerst betroffen. Oft breitet sich der Pilz über den ganzen Bestand aus. Häufig wird er von infizierten Tieren eingeschleppt, aber auch Schadnager, Fliegen oder Läuse übertragen den Kälberflechte-Erreger.

Zunächst ist die Rinder- oder Kälberflechte eine Tierkrankheit. Doch besonders die Menschen, die täglich bei der Arbeit mit infizierten Tieren in Kontakt kommen, sind von einer Ansteckung gefährdet.

Beim Menschen sind in den meisten Fällen zunächst Hände und Unterarme oder auch Stellen im Gesicht vom Pilzbefall betroffen. Oft ist eine ringförmige Ausbreitung zu beobachten. Die geröteten Stellen beginnen stark zu jucken. Wird an den entsprechenden Stellen gekratzt, ist eine weitere Ausbreitung auf andere Körperbereiche möglich.

Die Therapie der Rinderflechte erfolgt beim Menschen mit sogenannten Antimykotika, die speziell gegen von Pilzen verursachte Krankheiten wirken. Diese werden über einen längeren Zeitraum entweder als Salben aufgetragen und/oder oral als Tabletten eingenommen.

Mehr zur Verringerung der Infektionsgefahr und zur allgemeinen Stallhygiene lesen Sie in den KFM-Merkblättern „Rinderflechte eindämmen“ und „Rinderflechte bekämpfen“.

Uwe Weddige

Foto © KFM

30 06, 2026

Kompetenzförderung durch digitales Lernen

2026-06-30T12:58:01+01:0030. Juni 2026|

Im Rahmen des Projekts KFM – Kompetenzförderung für den Milchsektor in Kasachstan erweitern wir den Zugang zu hochwertigen Schulungen durch digitale Lernmaterialien. Die auf dem YouTube-Kanal und der Website des KFM-Projekts veröffentlichten Lehrvideos bieten Milchbauern, Beratern, Ausbildern und Branchenexperten praxisnahes, leicht zugängliches Wissen, das jederzeit und überall genutzt werden kann.

Digitale Lernressourcen ergänzen traditionelle Schulungsformate und spielen eine zunehmend wichtige Rolle in der beruflichen Bildung und der kontinuierlichen Weiterbildung. Sie tragen dazu bei, Wissen zugänglicher zu machen, selbstgesteuertes Lernen zu unterstützen und sicherzustellen, dass Fachwissen effizient über Regionen und Organisationen hinweg geteilt werden kann.

Durch den Aufbau einer Bibliothek digitaler Lerninhalte trägt das KFM-Projekt zur Stärkung der beruflichen Kompetenzen im kasachischen Milchsektor bei und unterstützt die langfristige Entwicklung einer qualifizierten Belegschaft, die zukünftigen Herausforderungen gewachsen ist.

Wir sind stolz darauf, innovative Ansätze in der beruflichen Bildung und im Wissenstransfer zu fördern, die über den Unterricht hinaus nachhaltige Wirkung erzielen.

Henrik Delfs und Uwe Weddige

Grafik: © KFM

29 06, 2026

Fütterungsfehler finden

2026-06-29T06:42:35+01:0029. Juni 2026|

Im Rahmen einzelbetrieblicher Beratungen ist immer wieder festzustellen, dass der Harnstoffwert der Milch nicht bekannt ist. Dabei lässt dieser Wert auf einfache und schnelle Weise Rückschlüsse auf die Eiweiß- und Energieversorgung der Tiere zu und ist somit ein wertvoller Hinweisgeber für jedes Fütterungscontrolling.

Werte zwischen 15 und 25 mg/100ml gelten als Optimum, wobei Werte unter 15 mg/100ml auf eine Unterversorgung mit Futtereiweiß schließen lassen.

Eine starke Unterversorgung über mehrere Wochen und Monate wirkt sich vor allem negativ auf die Faserverdauung im Pansen und somit auf die Grundfutterverwertung und Milchleistung aus. Ein Absinken unter 10 mg/100ml sollte auf jeden Fall vermieden werden.

Hingegen wirken sich Harnstoffwerte über 30 mg/100ml vor allem bei Kühen in der ersten Laktationshälfte negativ aus. Neben der Verschwendung von Energie wird bei einem hohen Harnstoffgehalt die Leber unnötig belastet. Zusätzlich kann es durch diese Futtersituation zu einer pH-Wert-Veränderung in der Gebärmutter kommen. Diese wirkt sich wiederum negativ auf die Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter aus.

Ein aussagekräftiger Parameter zur Beurteilung der Energieversorgung ist der Milcheiweißgehalt, das Optimum liegt zwischen 3,2 und 3,8 %. Werte unter 3,1 % deuten auf einen Energiemangel hin, während Eiweißgehalt von 3,8 % einen Energieüberschuss anzeigen.

Ob ein Energiemangel in Verbindung mit der Stoffwechselkrankheit Ketose (Acetonämie) besteht, kann zusätzlich am Fett-Eiweiß-Verhältnis abgelesen werden. Bei Kühen mit einem Wert von über 1,5 in den ersten vier Monaten nach der Kalbung besteht die Gefahr der Ketose.

Weiterführende Informationen lesen Sie im KFM-Merkblatt „Mit Harnstoffwerten Fütterungsfehler finden

Uwe Weddige

Foto © KFM

24 06, 2026

„Die Zukunft der Landwirtschaft wächst dort, wo Frauen Führungsrollen übernehmen“

2026-06-24T09:54:51+01:0024. Juni 2026|

Im Rahmen des von den Vereinten Nationen initiierten Internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft organisierte das KFM-Projekt eine besondere Veranstaltung, die den Leistungen, Erfahrungen und inspirierenden Werdegängen von Frauen im Agrarsektor gewidmet war. Sechs bemerkenswerte Frauen aus der landwirtschaftlichen Praxis und der Wissenschaft teilten ihre persönlichen Geschichten, beruflichen Erfahrungen und die Herausforderungen, die sie im Laufe ihrer Karriere gemeistert haben. Ihre Beiträge boten wertvolle Einblicke in die sich wandelnde Rolle der Frau in der modernen Landwirtschaft.

Die Diskussionen konzentrierten sich auf wichtige Themen wie:

  • Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Kinderbetreuung
  • Persönliche und berufliche Erfolgsgeschichten
  • Der wachsende Beitrag von Frauen im Agrarsektor
  • Chancen und Herausforderungen für zukünftige Generationen von Frauen in der Landwirtschaft

Die Veranstaltung zeigte, dass Frauen entlang der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette eine immer wichtigere Rolle spielen – als Landwirtinnen, Forscherinnen, Unternehmerinnen, Beraterinnen und Führungskräfte. Ihr Engagement, ihre Widerstandsfähigkeit und ihre Innovationskraft tragen dazu bei, eine nachhaltigere und inklusivere Zukunft für die Landwirtschaft zu gestalten. Ein herzliches Dankeschön an alle Referentinnen und Teilnehmerinnen für den Austausch ihrer Erfahrungen und dafür, dass sie andere dazu inspiriert haben, ihre Ziele im Agrarsektor zu verfolgen.

Lena Eckstein (ADT)

Foto © KFM

Go to Top