5 06, 2026

Kühe lieben trockene Einstreu

2026-06-05T05:48:41+01:005. Juni 2026|

Kühe im Stall haben ein höheres Risiko für eine umweltassoziierte Mastitis als Kühe auf der Weide. Dabei stellen Einstreumaterialien eine wichtige Quelle für umweltbedingten Krankheitserreger dar. Deshalb ist eine trockene und bakteriologisch unbedenkliche Einstreu der Liegeboxen wichtig, um den Infektionsdruck zu begrenzen. Gleichzeitig ist Komfort der Schlüssel zum Erfolg für Kühe, die sich gerne zum Ruhen und Wiederkauen hinlegen.
Kühe haben eine starke Vorliebe für trockene Einstreu. Nasse Liegeflächen verursachen Stress unter den Kühen, da dominante Kühe die trockensten Stellen für sich beanspruchen.
Wenn sich eine Kuh hinlegt, haben ihr Euter und ihre Zitzen direkten Kontakt mit der Oberfläche des Liegeplatzes. Die Einstreu sollte sowohl trocken sein als auch möglichst wenig potenziell pathogene Bakterien enthalten.

Die Einstreu kommt mit Kot und Harn sowie mit Bakterien aus anderen Quellen in Berührung. Die richtige Art von Einstreu und deren regelmäßige Erneuerung hilft jedoch, den Infektionsdruck zu verringern. Die Vielfalt der Einstreumaterialien zeigt eine große Bandbreite der hygienischen Eignung. Leben Sie dazu das neu veröffentlichte KFM-Merkblatt „Gute Einstreu kann Mastitis reduzieren“.

Scorings der Eutersauberkeit und der Sprunggelenke geben Hinweise auf die Qualität und Sauberkeit der Liegeflächen. Auch hierzu stehen entsprechende KFM-Merkblätter auf kfm-kasachstan.net zur Verfügung.

Uwe Weddige
Foto © Weddige

2 06, 2026

Auf Biosicherheit achten

2026-06-02T07:01:00+01:002. Juni 2026|

Die Biosicherheit soll dazu dienen, Krankheiten von Tierpopulationen, Beständen oder Gruppen fernzuhalten, in denen sie bislang nicht auftreten, oder die Ausbreitung der Krankheit innerhalb des Bestandes zu beschränken.

Das Ziel ist die Verhinderung der Kontamination von Rinderbeständen mit Krankheitserregern und die Erregerausbreitung durch infizierte Tiere.

Maßnahmen der Biosicherheit sollen

  • die Tiergesundheit schützen und das Tierwohl erhöhen
  • den Verbraucher durch die Produktion unbedenklicher Lebensmittel schützen
  • die Gesundheit der Landwirte gewährleisten und sie vor Zoonosen schützen
  • die Wirtschaftlichkeit der Produktion sichern und die gesetzlichen Anforderungen erfüllen

Der häufigste Infektionsweg ist der direkte Kontakt von Tier zu Tier, wobei der Erreger z. B. durch die Atemluft oder auch über ein Sekret übertragen wird. Die zweithäufigste Ursache für die Übertragung von Krankheitserregern sind Personen- und Fahrzeugkontakte.

Maßnahmen der Biosicherheit in den Bereichen Tiergesundheitsmanagement, Tierzukauf, Fahrzeug- und Besucherverkehr sowie Schadnager- und Fliegenbekämpfung schützen Tier und Mensch vor Erkrankungen. Alle Mitarbeiter eines Betriebes sollten sich bemühen, sie umzusetzen – auch zum eigenen Schutz!

Das neu erschienene KFM-Merkblatt „Biosicherheit in der Rinderhaltung“ gibt wertvolle Tipps zum Schutz Ihres Betriebes.

Uwe Weddige

Foto: Auch Milchtankwagen stellen ein Risiko für die Biosicherheit dar © KFM

28 05, 2026

Mastitis: Milchproben richtig entnehmen

2026-05-28T06:44:10+01:0028. Mai 2026|

Euterentzündungen treten häufig auf und oft steigt gleichzeitig der Zellgehalt der Tankmilch. Eine fundierte Diagnostik beantwortet, welche Erreger beteiligt sind und womit behandelt werden kann. Besonders bei erhöhten Zellzahlen, akuten Euterentzündungen oder ausbleibendem Behandlungserfolg ist eine Laboranalyse unerlässlich.

Die Aussagekraft jeder Untersuchung steht und fällt mit der korrekten Probenentnahme. Optimal geeignet sind Anfangsgemelksproben aus jedem der vier Euterviertel eines Tieres. Auch wenn nur ein Viertel klinisch auffällig ist, sollten alle Viertel beprobt werden. Das erlaubt dem Labor den Vergleich gesunder und infizierter Viertel und das Aufdecken subklinischer Infektionen.

Eine gezielte Mastitisbehandlung beginnt im Melkstand: Nur korrekt gewonnene Milchproben erlauben eine fundierte Erregerdiagnose und ermöglichen eine verantwortungsvolle, rechtssichere und wirksame Therapie. Unsaubere Probennahmen gefährden nicht nur das Untersuchungsergebnis, sondern im schlimmsten Fall auch die Tiergesundheit. Deshalb gilt: Diagnostik beginnt mit der sauberen Probenentnahme.

Eine Anleitung zur fachgerechten Entnahme von Milchproben finden Sie im neu erschienenen kostenlosen KFM-Merkblatt „Entnahme von Milchproben“.

Uwe Weddige

Foto © Boehringer Ingelheim

26 05, 2026

Melkprozess regelmäßig kontrollieren

2026-05-26T09:34:40+01:0026. Mai 2026|

Unachtsamkeiten beim Melken gehen zulasten der Eutergesundheit und beeinflussen die Milchqualität und die Milchleistung negativ.

Abnormales im Verhalten von Kühen, Melkern und der Melktechnik wird oft nicht erkannt. Das kostet Leistungsfähigkeit. Folgende Faktoren sind regelmäßig unter die Lupe zu nehmen:

Unruhe der Kühe im Melkstand weist auf Fehler hin. Betrachten Sie die Reaktion der Kühe auf die einzelnen Prozessschritte des Melkens.

Direkte Rückschlüsse auf die Melktechnik erlaubt die Zitzenkondition. Verfärbungen, Einschnürungen (weiße Ringe) an Zitzenschaft und Zitzenbasis, Quetschungen, Blutungen, Ödeme und Hyperkeratosen weisen auf Fehler in der Melktechnik oder auf eine ungenügende Stimulation hin.

Die Einhaltung eines einheitlichen Melkprozesses an 365 Tagen im Jahr sollte selbstverständlich sein. Die Arbeitsschritte sind einheitlich bei allen Kühen durchzuführen.

Eine regelmäßige Kontrolle der Melktechnik ist ein wichtiger Bestandteil für ein vorbeugendes Eutergesundheitsmanagement. Die Einhaltung eines Wartungsplans, die tägliche Kontrolle der Maschinenfunktionen und der Reinigung sowie der rechtzeitige Austausch der Gummimaterialien sind unerlässlich.

Wer erst mal ein Keimzahlproblem hat, muss wesentlich mehr Aufwand und Kosten betreiben, um die Ursachen zu finden und einzustellen!

Tipps zur Beurteilung des Melkprozesses finden Sie in der neu erschienenen und kostenlosen KFM-Checkliste „Richtiges Melken“.

Uwe Weddige

Foto © Weddige

19 05, 2026

Milchvieh: Stare im Stall

2026-05-18T07:24:40+01:0019. Mai 2026|

Stare bedienen sich gerne beim Futter von Milchkühen und fressen den Mais aus der Ration, was dann zu einem Energie-Defizit führen kann. Außerdem verursachen die Tiere Verunreinigungen des Futters durch Kot oder Federn. Auch der erhöhte Lärmpegel kann zu einem Stressfaktor für die Kühe werden.

In ihrer Masterarbeit verglich Linnea Schröder Betriebe mit und ohne Stare. Dabei stellte sie in den Betrieben mit einer Starenpopulation einen Rückgang der Milchmenge um 1,5% sowie einen deutlichen Anstieg der Zellzahl und mehr Erstdiagnosen von Euterentzündung fest.

In einem früheren Versuch die Nettoenergieaufnahme durch Starenfraß von 122 MJ auf 116 MJ pro Tag sank. Ebenfalls ist bekannt, dass mit E. coli infizierte Stare die Erreger schon innerhalb von 24 Stunden auf alle Kälber eines Betriebes übertragen hatten.

Vogelschutznetze aus Draht in allen Stallbereichen, geschlossene Stalltore und die Abdeckung der Siloanschnittflächen helfen, die Population zu mindern. Ergänzend dazu sollten die Rückzugsplätze auf dem Hof und im Stall sowie in Grünstreifen und Hecken begrenzt werden. Auch Greifvögel im Stall, akustische Systeme, Knallgeräte und Lasergeräte können zur Vergrämung beitragen.

Linnea Schröder

Foto © Linnea Schröder

14 05, 2026

EUROTIER 2026

2026-05-12T05:52:38+01:0014. Mai 2026|

Leitthema: Technologische Intelligenz für eine effiziente, nachhaltige und tiergerechte Nutztierhaltung

Erleben Sie vom 10. bis 13. November 2026 auf der Weltleitmesse für professionelle Tierhaltung und Livestock-Management in Hannover wie intelligente Lösungen die Zukunft der Tierhaltung praxisnah, global und zukunftsweisend gestalten. Treffen Sie die führenden Köpfe der Branche, entdecken Sie wegweisende Technologien und Innovationen und knüpfen Sie wertvolle Kontakte.

Die EuroTier 2026 zeigt, wie das gelingt: Die Grundlagen des Erfolgs sind Stalltechnik, Fütterungstechnik, Melktechnik, Futterbergung, Gülletechnik, Logistik – angereichert, gesteuert und verbunden mit Robotik, Sensorik, Künstlicher Intelligenz, Big Data – auf digitalen Plattformen und mit automatisierten Systemen.

Die intelligente Verknüpfung dieser Technologien zu ganzheitlichen Systemen eröffnet neue Dimensionen optimierter und präzisierter Steuerung der Verfahren in der Tierhaltung. So werden Prozessqualitäten erhöht, Tierleistungen verbessert, Kosten für Futter, Energie und Arbeitserledigung sowie Emissionen gesenkt – bei gleichzeitiger Steigerung von Tierwohl und Tiergesundheit.

DLG

Foto © mit freundlicher Genehmigung der DLG

12 05, 2026

Fütterung: TMR regelmäßig überprüfen

2026-05-12T04:25:55+01:0012. Mai 2026|

Die Mischqualität des Futters entscheidet über Milchleistung, Futtereffizienz, Tiergesundheit und Wirtschaftlichkeit jeder Milchviehherde. Absolut gleichmäßig gemischte, strukturwirksame Rationen sind die Voraussetzung für eine stabile Pansenfunktion.

Die Schüttelbox-Analyse ist ein wichtiges Werkzeug, um die Struktur und Homogenität einer Totalen Mischration (TMR) zuverlässig zu beurteilen. Mangelhafte Mischungen führen zur Futterselektion durch die Kühe und damit zu schwankendem Pansen-pH-Werten sowie zu ungleichen Nährstoffaufnahmen. In der Folge kommt es zu sinkenden Milchfettgehalten, geringeren Futteraufnahmen oder zu Erkrankungen des Stoffwechsels.

Die Schüttelbox macht solche Schwächen frühzeitig sichtbar. Durch das Sieben der Ration nach Partikellängen zeigt sie, ob Struktur, Kraftfutter und Feuchtigkeit passend verteilt sind und ob der Mischvorgang korrekt durchgeführt wurde. Die Analyse ermöglicht eine zuverlässige Kontrolle direkt am Futtertisch.

Eine homogene TMR stellt sicher, dass jede Kuh bei jeder Mahlzeit die gleiche Mischung aus Energie, Struktur und Nährstoffen erhält. Schon kleine Abweichungen in Struktur oder Mischqualität können erhebliche finanzielle Auswirkungen haben.

Ein Kilogramm weniger TM-Aufnahme pro Kuh/Tag bedeutet ca. 1,2–1,5 Liter weniger Milch. Ungenutzte Futterbestandteile, sinkende Futtereffizienz oder Pansenstörungen verursachen zusätzliche Kosten. Eine Schüttelbox-Analyse ist schnell gemacht, kann aber teure Fehlmischungen vermeiden.

Wertvolle Tipps zum Fütterungscontrolling finden Sie in den kostenlosen KFM-Merkblättern „Fütterungskontrolle“, „Trockenmasseermittlung“ und in der KFM-Checkliste „Schüttelbox“.

Uwe Weddige

Foto © KFM: Die Strukturkontrolle gibt viele Hinweise zur Ration, aber erst die Kombination mit der Messung des Trockenmasse-Gehaltes und chemischen Analysen ergeben ein vollständiges Bild.

8 05, 2026

Kälber: Milchaustauscher sorgfältig auswählen

2026-05-08T10:07:02+01:008. Mai 2026|

Das Angebot an Milchaustauschern ist groß und unübersichtlich. Welche Kriterien sind für die Auswahl entscheidend?

Milchaustauscher (MAT) sollen die Inhaltsstoffe der Vollmilch ersetzen. Während der ersten Lebenswochen haben Kälber besonders hohe Ansprüche an die Ernährung, da sich ihr Verdauungsapparat noch in der Entwicklung befindet. Zur Vermeidung von Mangelernährung und fütterungsbedingten Durchfällen ist die Qualität der MAT-Tränke von entscheidender Bedeutung.

Die Sackanhänger informieren über Inhaltsstoffe und Zusammensetzung: Hochwertige Milchaustauscher bestehen aus mindestens 22 bis 24 % Rohprotein, 17 bis 18 % Rohfett und 100 mg Eisen/kg. Die Obergrenzen für Rohfaser liegen bei max. 0,1 %, für Rohasche bei max. 9 %.

Rohfasergehalte über 0,1% deuten auf pflanzliche Proteinquellen hin. Meist handelt es sich um Sojabestandteile, die jedoch für junge Kälber nur schwer verdaulich sind. Milchaustauscher mit pflanzlichen Eiweißanteilen von über 50 % führen im Vergleich zu MAT mit hohen Anteilen von Milchprotein zu geringeren täglichen Zunahmen.

MAT mit einem Magermilch-Anteil von mind. 50 % ist besonders für die ersten vier Lebenswochen gut geeignet, da Kälber diesen am besten verwerten können. Während der ersten sechs Lebenswochen ist Milchprotein als Eiweißquelle fast unverzichtbar.

Weitere Tipps zur Fütterung mit MAT finden Sie in den kostenlosen KFM-Merkblättern „Dosierung von Milchaustauschern“ und „Tränkepläne“.

Uwe Weddige

Foto © KFM: Bei Milchaustauschern lohnt es sich, genau auf die Inhaltsstoffe und Zusammensetzung zu schauen. Gerade während der ersten sechs Lebenswochen ist Milchprotein als Eiweißquelle eine gute Wahl.

5 05, 2026

Mitarbeitermotivation und betriebliche Effizienz

2026-05-05T13:38:57+01:005. Mai 2026|

Wer mit Tieren arbeitet, kann dies nur mit motivierten Mitarbeitern tun. Motivierte Teams haben gesündere Kühe im Stall und sie erledigen nicht nur ihre Arbeit, sondern auch die damit verbundenen Herausforderungen.

Wie schafft man es, ein Team zu motivieren? Worin liegt der Unterschied zwischen motivierten und unmotivierten Mitarbeitern? Es geht nicht um aufmunternde Worte, bunte Poster oder gar um Geld. Es geht darum, die täglichen Grundbedürfnisse des Gehirns zu erfüllen: Kontrolle, Sicherheit, Verbundenheit, Einfluss und Konsistenz. Ist dies gegeben, wird unser Wunsch nach Belohnung befriedigt und die Motivation nimmt zu. Solch ein motiviertes Team erscheint nicht nur zur Arbeit, sondern gibt auch sein Bestes.

Führungskräfte, die in der Lage sind, Mitarbeiter zu motivieren, dürfen auf deren Leistung und Einsatz hoffen – und das ist in Milchviehbetrieben ein Gewinn für Mensch und Tier.

Sie benötigen Ideen und Anregungen? Diese finden Sie in der kostenlosen KFM-Checkliste „Motivation von Mitarbeitern“.

Uwe Weddige

Foto © KFM: Auch gemeinsame Schulungen können die Grundbedürfnisse von Mitarbeitern befriedigen und damit Motivation erzeugen

30 04, 2026

Wertvolle Impulse für Agrarausbildung

2026-05-05T13:36:19+01:0030. April 2026|

Im Rahmen des KFM-Projekts fanden in der Woche vom 13.–19. April 2026 intensive Fachgespräche bei den Partnern: Nationales Agrarforschungs- und Bildungszentrum (NANOZ), das neu gegründete Tierhaltungsverband sowie eine Veranstaltung an der KATRU statt.

Im Mittelpunkt stand der Austausch zur Weiterentwicklung des kasachischen Milchsektors. Gemeinsam mit internationalen Experten wurden zukünftige Kooperationen, moderne Ausbildungsansätze und innovative Methoden zur Steigerung der Kapazitäten diskutiert. Die Bedeutung des Sektors für Ernährungssicherheit, Beschäftigung im ländlichen Raum und die Entwicklung von KMU wurde dabei besonders hervorgehoben.

Ein Highlight war das internationale Seminar am 16. April, bei dem praxisnahe Ansätze zur nachhaltigen Milchproduktion sowie zur Qualifizierung von Fachkräften im Fokus standen. In Vorträgen und Workshops wurden konkrete Vorschläge zu Ausbildungsinhalten in den Bereichen Milchproduktion, Fütterung, Rinderzucht und Wirtschaftlichkeit erarbeitet.

Der internationale Austausch liefert wertvolle Impulse, um Bildungsprogramme und landwirtschaftliche Praxis in Kasachstan nachhaltig weiterzuentwickeln.

Henrik Delfs

Foto © KATRU /Sungat Zholaman

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