5 02, 2026

Hautprobleme durch Handschuhe?

2026-02-05T06:16:34+00:005. Februar 2026|

Immer wieder berichten Landwirte bei unseren Melktrainings von Hautproblemen, die durch das Tragen von Einmalhandschuhen entstehen. Besonders häufig genannt werden trockene, rissige Haut, Juckreiz und rissige Nagelhaut. Vermutlich staut sich unter den Handschuhen Feuchtigkeit, in der Folge löst das Trockenheit, Rötungen und Juckreiz aus.

Wenn sie innen feucht werden, sollten sie regelmäßig gewechselt werden. Um Hautschäden zu vermeiden, raten Experten daher dazu, Baumwollhandschuhe unter den Einmalhandschuhen zu tragen. Außerdem ist es wichtig, die richtige Größe auszuwählen.

Wir empfehlen eine gezielte Hautpflege. Häufiges Waschen, Desinfizieren und das Tragen von Handschuhen belasten die Haut. Die Verwendung von Hautschutz- oder Hautpflegemittel direkt unter Einmalhandschuhen hat aber oftmals verstärktes Schwitzen oder das Aufquellen der Haut zur Folge.

Pflegeprodukte sollten feuchtigkeitsbindende Stoffe wie Urea oder Glycerin enthalten und möglichst frei von Duftstoffen sein. Für den Arbeitsalltag sind schnell einziehende Cremes sinnvoll, während für die Pflege zu Hause fetthaltige Produkte besser geeignet sind. Beim Eincremen sollte besonders auf Fingerkuppen, Nagelfalz und Fingerzwischenräume geachtet werden.

Uwe Weddige

Foto © KFM

3 02, 2026

Kälberställe mit Licht desinfizieren?

2026-02-03T08:27:43+00:003. Februar 2026|

Oft begrenzen Außentemperaturen die Wirkung üblicher Desinfektionsmaßnahmen. Eine Lösung kann der Einsatz von UV-C-Strahlung sein.

Neben einer ausreichenden Kolostrumversorgung ist Hygiene in den ersten Lebenstagen besonders wichtig. Hygiene entsteht nicht nur durch Sauberkeit, sondern auch durch Desinfektion. Liegt die Temperatur unter 10 °C, ist die Wirkung üblicher Desinfektionsmittel aber nicht garantiert

In mehreren Untersuchungen wurde das Gerät „EcoProtectorUV-C“ der Firma Urban auf seine Wirksamkeit geprüft.Diese Neuentwicklung wird am Heck eines fahrbaren Milkshuttles angebracht und von diesem auch mit Spannung versorgt.

Bereits nach zwei Minuten Bestrahlung sind fast alle Keime abgetötet. Lediglich Hefen und andere Pilze benötigten eine mindestens doppelt so lange Bestrahlung. Der Erfolg ist abhängig von Abstand, Dauer und Intensität der Bestrahlung sowie von einer guten Positionierung des Gerätes vor der zu desinfizierenden Stelle.

Die Untersuchungen der Hochschule Weihenstephan ergaben, dass bis zum Versuchsende am 14. Lebenstag alle Tiere der Kontrollgruppe mit klassischen Desinfektionsmaßnahmen durchschnittlich 5,2 Tage krank waren. Die Versuchsgruppe mit UV-C-Desinfektion hatte im Durchschnitt 0,8 Krankheitstage pro Tier.

Festgestellt wurde außerdem, dass der durchschnittliche Zeitaufwand für die UV-C-Desinfektion deutlich geringer war, als der Zeitaufwand, der durch kranke Tiere entsteht. Unter Berücksichtigung der zusätzlichen Behandlungskosten erkrankter Kälber errechnet sich eine Kostenersparnis von etwa 47 € pro Kalb.

Die Desinfektion mittels EcoProtectorUV-C verbessert die Hygiene und damit die Haltungsumgebung von Kälbern, deren Iglus sich in der kalten Jahreszeit nicht fachgerecht (über 10 °C) desinfizieren lassen. Die UV-C-Desinfektion ist einfach, das Gerät muss nur vor das zu desinfizierende Iglu gefahren und angeschaltet werden.

Uwe Weddige

Foto © Urban

29 01, 2026

Stallbau auch bei geringen Erlösen?

2026-01-29T11:24:52+00:0029. Januar 2026|

Der Milchpreis fällt, die Futterernte war nicht zufriedenstellend oder ein leitender Mitarbeiter verlässt den Betrieb und plötzlich steht auch Ihre Stallbauplanung auf dem Prüfstand.

Die Frage, die dann schnell im Raum steht, ist immer dieselbe: Darf ich jetzt überhaupt noch weiterplanen oder wäre es klüger, alles auf Eis zu legen? Gerade in der Stallbauphase wirken solche Ereignisse besonders stark. Man steckt mitten in Entscheidungen, rechnet, zeichnet Grundrisse, beantragt Subventionen und spricht mit Lieferanten, Banken und Behörden. Genau dann verstärkt jedes Missgeschick die Unsicherheit.

Aber vergessen Sie nicht: Stallbau ist kein Projekt, das sich an der Erlössituation eines einzelnen Jahres orientiert. Zwischen erster Idee und Baubeginn liegen oft mehrere Jahre. In den Jahrzehnten der Nutzung wird es immer Hoch- und Tiefphasen geben. Wer versucht, jede kurzfristige Marktbewegung und alle Hemmnisse in seine Planung einzubauen, kommt kaum voran.

Ein entscheidender Punkt ist deshalb der eigene Zeithorizont. Bauen Sie für ein oder zwei Jahre oder für 20 Jahre tägliche Arbeit? Genau hier trennt sich kurzfristiges Reagieren von unternehmerischem Denken! Ein Stall, der gut geplant ist, durchdachte Arbeitsabläufe hat und wirtschaftlich konservativ berechnet wurde, übersteht auch Phasen mit geringen Erlösen.

Ein klarer Zeitplan hilft zur Orientierung: feste Zeitfenster für die Planung und bewusst gesetzte Meilensteine. So bleibt man handlungsfähig, auch wenn die äußeren Rahmenbedingungen wackeln.

Angst ist dabei kein guter Ratgeber. Sie führt nie zu guten Lösungen, sondern oft zu Stillstand. Struktur, Klarheit und ein realistischer Blick auf den eigenen Betrieb sind dagegen unverzichtbar.

Uwe Weddige

Foto © KFM

27 01, 2026

KFM trifft den kasachischen Vizeminister

2026-01-27T15:05:49+00:0027. Januar 2026|

Am Rande des Global Forum for Food and Agriculture 2026 (GFFA) vom 15.01. bis zum 17.01.2026 in Berlin trafen das KFM-Team und Vertreter aus dem BMLEH den kasachischen Vizeminister Azat Sultanov und den Botschaftsrat Kasachstans Mirzhan Baimakhanov.

Auf Basis der jüngsten Status-quo-Analyse des kasachischen Milchsektors stellte Uwe Weddige (Teamleiter des KFM-Projektes) die daraus abgeleiteten Aufgaben und Ziele für die nächste Projektphase dar: „der Milchsektor wird derzeit maßgeblich durch staatliche Unterstützung sowie einen wachsenden Inlandsmarkt getragen. Für die zukünftige Entwicklung ist es entscheidend, bestehende interne strukturelle Schwächen systematisch zu beseitigen“.

In der anschließenden Diskussion erläuterte der Vizeagrarminister das neue Programm zum kasachischen Milchsektor, das Ende Januar 2026 vorgestellt werden soll. Die Empfehlungen des KFM-Projektes spiegelten sich in den vorgesehenen Programmpunkten wider. „Die Unterstützung durch KFM ist für uns sehr wichtig, insbesondere den Aufbau eines Kompetenz- und Beratungszentrums sehen wir als zentralen Baustein an. Ziel ist es, das Projekt gemeinsam mit dem BMLEH weiterzuführen“, so der Vizeminister.

In diesem Zusammenhang kündigten die Verantwortlichen des BMLEH eine Projektplanungsmission nach Kasachstan an, die im Juni 2026 in eine gemeinsame Absichtserklärung und Durchführungsvereinbarung münden soll.

Uwe Weddige

Foto: APD

22 01, 2026

Kryptosporidien

2026-01-27T15:03:37+00:0022. Januar 2026|

Neugeborene Kälber können bereits in der Abkalbebox die Parasiten-Eier (Oozysten) der Kryptosporidien oral aufnehmen. Schon ab dem 3. Lebenstag entstehen im Dünndarm neue Oozysten, die einerseits eine Infektion im Kalb auslösen und andererseits mit dem Kot ausgeschieden werden und im Anschluss andere Kälber infizieren.

Oozysten sind sehr widerstandsfähig, sie überleben monatelang bei Temperaturen zwischen -17 und +60 °C. Eine schlechte Kolostrumversorgung, mangelnde Hygiene, kaltes und feuchtes Wetter fördern in Kombination mit einem geschwächtem Immunsystem des Kalbes, einem hohen Erregerdruck und Co-Infektionen wie Rota-Corona und E.coli die Infektion.

Ist ein Kalb infiziert, helfen Elektrolyte und Milch in Kombination mit einem Schmerzmittel sowie Vitamin E, Selen und Vitamin B12. Zur Vermeidung von Sekundärinfektionen eignet sich Paromomycin. Zeigt das Kalb keinen Saugreflex, hilft eine Infusion mit Elektrolyte und Natriumhydrogencarbonat. Der Einsatz des Wirkstoffes Halofuginon (z. B. Halocur) ist dagegen nur prophylaktisch möglich. Achtung: Eine Überdosierung kann toxisch sein.

Als Prävention sollte ein Kalb innerhalb von zwei Stunden nach der Geburt vier Liter Kolostrum trinken. Studien bestätigen sogar, dass Kälber mit einem hohen Immunglobulin-Gehalt im Blut eine signifikant geringere Oozysten-Ausscheidung und Durchfalldauer haben.

Eine penible Reinigung und Desinfektion der Kälberboxen ist unverzichtbar. Betonflächen und Arbeitsgeräte im Kälber- und Kalbestall sind besenrein zu säubern, mit einem alkalischen Reiniger einzuschäumen und dem Hochdruckreiniger zu reinigen. Anschließend abtrocknen lassen und mit einer 4 %igen Neopredisan-Lösung desinfizieren. Im Idealfall steht die Kälberbox anschließend fünf bis sieben Tage leer.

Eine weitere Prophylaxemaßnahme ist die Impfung. Bewährt haben sich je eine Injektion zum Trockenstellen in Kombination mit einer zweiten Injektion nach drei Wochen. Dabei ist eine Kombination mit einer weiteren Mutterschutzimpfung (z. B. Rotavec-Corona) problemlos möglich.

Die Impfung kann aber keine sorgfältige Kolostrumversorgung und Hygienemaßnahmen ersetzen.

Uwe Weddige

Foto: KFM

20 01, 2026

Ist Teffgras eine Lösung?

2026-01-27T15:01:00+00:0020. Januar 2026|

Mit Teffgras lässt sich sehr schnell, sehr viel und gleichzeitig hochwertiges Futter erzeugen.

 

Es wird auch Zwerghirse oder aufgrund seiner Struktur „Engelshaar“ genannt. In Kasachstan könnte es interessant sein, weil es für trockene und sehr trockene Standorte geeignet ist. Durch den hohen Blattanteil enthält es zudem nur wenig Lignin.

Der erste Schnitt kann bereits 35 – 40 Tage nach Einsaat erfolgen, die darauffolgenden Schnitte alle 30 Tage. Teff ist eine robuste und ertragreiche Pflanze, die kaum von Krankheiten oder Schädlingen befallen wird:

–  bis zu 15 Tonnen pro Hektar Trockenmasse im Jahr

–  sehr schmackhaft für eine gute Futteraufnahme

–  bis zu 18% Protein

– blattreiche, weiche Pflanze

–  geringer Stängelanteil, wenig Lignin

–  für trockene und sehr trockene Standorte geeignet

–  als Heu, Silage oder zum Grasen geeignet

In den USA hat sich Teffgras zu einem wertvollen Futter für Vieh und kommerzielle Heuproduzenten entwickelt. Nicht zuletzt, weil es auch bei starker Trockenheit zuverlässig wächst.

Quelle: holtmann-saaten.de  bearbeitet Weddige

Foto: Holtmann

8 01, 2026

Milchaustauscher wiegen, nicht messen

2026-01-27T14:58:00+00:008. Januar 2026|

Milchaustauscher (MAT) sollte eine Vollmilch möglichst gut ersetzen. Dafür muss die Pulvermenge passen. Wer nach Volumen statt nach Gewicht dosiert, liegt oft falsch.
Mit hochwertigem MAT mit 50 % Magermilchanteil lässt sich eine immer gleiche Konzentration der Inhaltsstoffe sicherstellen. Voraussetzung ist aber korrektes Anmischen.
Die Beratungspraxis zeigt, dass viele Betriebe mit hohen Abweichungen Probleme mit Frühdurchfall haben. Anders als vermutet, belasten und übersäuern hohe Konzentrationen an Fett, Eiweiß und Zucker die Verdauung der Kälber. Bei anschließendem Durchfall fehlt ihnen schnell ausreichend Flüssigkeit. Wichtig ist es daher, auf die Herstellerangaben zu achten.
Nur die Kontrolle der fertigen Mischung mit einem Refraktometer gibt Sicherheit. Mit Hilfe der Brix-Werte und einer Tabelle lässt sich die Trockenmasse (TM) ableiten. Nach unseren Erfahrungen entspricht ein Brixwert von 10,3 einer MAT-Konzentration von 120g/l, während 12,9 Brix 140 g/l entsprechen und 14,7 auf 160 g/l hinweisen.
Erfolgreiche Landwirte wiegen den MAT immer ab: Wenn man Pulver oben aus dem Sack nimmt, ist der Messbecher im Vergleich zu Pulver, das sich ganz unten im Sack befindet, deutlich leichter. Außerdem hängt für das Umrechnen der jeweils nötigen Wasser- und MAT-Menge eine Anmischtabelle neben der Waage.
Uwe Weddige                                                                                                                                                                                                                                                                                    Foto © KFM

6 01, 2026

2026 – was möchten Sie erreichen?

2026-01-27T14:55:10+00:006. Januar 2026|

Zum Jahresbeginn geht es beruflich immer etwas ruhiger zu und die Vorbereitungen für die Projektarbeit 2026 sind weitgehend abgeschlossen.

Gerne nutze ich die ersten Tage des neuen Jahres für Überlegungen, was ich in den folgenden Monaten erreichen möchte. Wie ist das bei Ihnen? Welche Ziele haben Sie sich gemeinsam mit Ihrem Team für 2026 vorgenommen? Was möchten Sie unternehmen? Was wollen Sie dazulernen?

Besprechen Sie die betrieblichen Ziele vorab im Team und legen sie diese gemeinsam fest:

  1. Ziele schriftlich fixieren,
  2. Datum der Zielerreichung definieren,
  3. dabei Etappenziele setzen,
  4. zur Motivation gut sichtbar aufhängen!
  5. Niemals mehr als 3 große Ziele benennen!

In vielen Betrieben kommen Ziele wie die Anschaffungen eines neuen Brunstbeobachtungssystems, die Durchführung eines Melktrainings oder auch die Einführung eines planmäßigen Fresh-Cow-Managements in Frage. Vergessen Sie dabei auch nicht die „soft skills“ wie Erholung, Weiterbildung und Teambuilding!

Sobald Sie eines Ihrer Ziele erreicht haben, können Sie dies gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern feiern. So entwickeln Sie Ihren Betrieb weiter und Sie erhalten neue Ideen für weitere Ziele.

Uwe Weddige

23 12, 2025

2035 fehlen 150 Mio. t Milch

2026-01-27T14:47:50+00:0023. Dezember 2025|

„Die Milcherzeuger auf der Welt produzieren einfach zu viel Milch, die der Markt nicht aufnehmen kann“, so beurteilt Philipp Goetz vom IFCN-Netzwerk die aktuelle Lage. Weltweit stünden die Milchpreise derzeit unter Druck, „doch auf lange Sicht sehen wir einen klaren Trend nach oben, da wir ein anhaltendes Milchdefizit erwarten.“

Weltweit steige der Anteil an kaufkräftigen Konsumenten, die mehr Käse und mehr Pizza konsumierten, „wir rechnen bis 2035 mit weltweit ca. 0,8 Milliarden mehr Menschen, so dass wir dafür etwa 15 % mehr Milch benötigen.“ Das sind umgerechnet ca. 150 Mio. t Milch. Ein Mehrbedarf, der in etwa der eineinhalbfachen Menge der aktuell in den USA produzierten Menge entspricht.

In Asien und Afrika, aber auch in Nordamerika steigt die Milchproduktion weiter an. In Asien sorgen staatliche Produktionsanreize für höhere Milchmengen, gleichzeitig sorgt das für Nachfrage und für Wachstum auf der Produktionsseite. Dagegen stagniert oder sinkt in Europa und Ozeanien die Nachfrage.

Die Rentabilität der Betriebe hängt von den Produktionskosten sowie vom Milchpreis ab. Der Weltmilchpreisindex ist 2024 um 11 % auf 44,2 US-Dollar pro 100 kg gestiegen. Hauptkostentreiber sind die Futterkosten, die zwischen 12.000 und 20.000 KZT/kg (20 bis 33 €ct/kg) und damit bis zu 70 % der Gesamtkosten ausmachen.

Die weltweite Nachfrage steigt in Zukunft stärker als das Angebot, ist sich Philipp Goetz sicher. Der Strukturwandel setze sich hin zu größeren Betrieben weiter fort. Asien werde weiterhin größter Importeur bleiben.

Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass kasachische Milcherzeuger akzeptable Einkommen generieren können. Wichtige Voraussetzung dafür ist allerdings gut geschultes Personal, eine hohe Produktivität und bestes Futter.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen schöne und erholsame Festtage,

Ihr Uwe Weddige

Grafik: KFM

19 12, 2025

Musik im Stall

2026-01-27T14:43:55+00:0019. Dezember 2025|

Es besteht kein Zweifel an den positiven Auswirkungen von Musik auf den Menschen. Aber wie sieht es mit Tieren aus? Kann Musik das allgemeine Wohlbefinden von Milchkühen steigern? Was sagt die Wissenschaft dazu?

Studien zeigen, dass Musik Kühen hilft, besser gesund und leistungsfähig zu bleiben. Musik unterstützt die Tiere dabei, mit Stress und körperlichen Herausforderungen besser umzugehen. Dadurch können sich Produktion, Fortpflanzung, Gesundheit und allgemeines Wohlbefinden der Kühe verbessern.

Klassische Musik kann auf hormonellem Weg die Aktivierung von Stressreaktionen reduzieren. Ein niedrigerer Stresshormonspiegel wirkt sich auf wichtige physiologische Funktionen aus. Beruhigende Musik fördert so indirekt die Oxytocinausschüttung. Außerdem wird die Immunantwort bei geringem Stress verbessert.

Musik beeinflusst das Verhalten von Kühen, was wiederum zur Verbesserung der Produktivität und des Wohlbefindens beiträgt:

  • Ruhigeres Verhalten: Studien berichten über geringere Schreckreaktionen und eine größere Gelassenheit beim Melken bei Kühen, die leiser Musik ausgesetzt sind.
  • Bessere Routinen: Kühe verbringen mehr Zeit mit Liegen, Fressen und Wiederkäuen. Diese Anzeichen sind als hohes Komfort- und positives Wohlbefinden zu werten.
  • Verbessertes Sozialverhalten: Es wird eine geringere Aggressivität beobachtet, wenn Musik konsequent in die Stallumgebung integriert wurde.

Langsame und beruhigende Musik kann die Milchleistung um etwa 3 % verbessern, während schnelle oder unregelmäßige Musik keinen Nutzen oder sogar einen negativen Effekt hat. Um positive Ergebnisse zu erzielen, sollte Musik daher langsam und harmonisch sein, mit moderater Lautstärke von weniger als 75 dB abgespielt und regelmäßig während wichtiger Routinen wie Melken oder Ausruhen eingesetzt werden.

Quelle: CevaNews, gekürzt von Uwe Weddige

Foto: © Elisabeth Hoops

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