About Uwe Weddige

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2 04, 2026

Die Falle der Hilfsbereitschaft

2026-04-02T09:00:02+01:002. April 2026|

„Könnten Sie mal schnell…“ ist der harmloseste Satz der modernen Arbeitswelt. Doch hinter der kollegialen Bitte verbirgt sich oft ein perfides System. Wer immer „ja“ sagt, landet schnell in der Rolle des Ausgebeuteten.

Landwirtschaft ist mehr als nur ein Arbeitsort. Alle beschwören das „Wir-Gefühl“, das zum Erfolg beiträgt. Die Selbstverständlichkeit der Zusammenarbeit reift oftmals zur Ausbeutung der Hilfsbereitschaft. Oft beginnt es mit einem Gefallen oder einer Urlaubsvertretung. Doch irgendwann stellen Sie fest, dass Sie nicht mehr nur Ihren Job erledigen, sondern den der Kollegen gleich mit.

Warum fällt es uns so schwer, Grenzen zu ziehen? Das Problem liegt im Kern des modernen Teamgeists versteckt. Wer das Nein „wagt“, sieht sich dem Vorwurf der fehlenden Teamfähigkeit ausgesetzt. Die Kollegen, die Sie ausnutzen, haben gelernt, dass Bequemlichkeit belohnt wird. Sie nutzen jene aus, die pflichtbewusst und harmoniebedürftig sind.

Woran erkennen Sie die Überschreitung der Grenze zur Selbstausbeutung?

Seltsamerweise werden immer nur Sie gefragt, nie die anderen. Sie übernehmen regelmäßig Aufgaben, die absolut nichts mit Ihrem eigentlichen Jobprofil zu tun haben. Ihre eigentlichen Aufgaben bleiben liegen, weil Sie ständig anderen helfen. Ihre Zusatzarbeit wird nicht mehr als Gefallen gesehen, sondern zur Normalität erklärt.

Die Folgen dieser Dynamik sind fatal. Ein Team, das darauf basiert, dass einige wenige die Last der vielen tragen, ist instabil und nicht effizient. Es produziert Verbitterung statt Innovation. Sich abzugrenzen ist wichtig und eine wichtige Form der Professionalität. Kollegen sind lediglich Wegbegleiter in einem vertraglich geregelten Rahmen, nicht mehr.

Wenn die Zusammenarbeit also zur Einseitigkeit verkommt, dann ist es Zeit für ein deutliches „Nein“. Denn am Ende des Tages zählt nur: „Eine Hand wäscht die andere“.

Uwe Weddige

Foto © KFM:  Hilfsbereitschaft gilt als selbstverständlich, manchen Kollegen gelingt es dadurch aber auch, sich auszuruhen

31 03, 2026

Futtermischwagen. Regelmäßig überprüfen!

2026-03-29T07:04:59+01:0031. März 2026|

Auch beste Futtermittel können durch mangelnde Hygiene im Futtermischwagen leiden. Wichtig sind daher nicht nur die Einhaltung der vorgeschriebenen Mischzeiten, Vermeidung der Überfüllung, regelmäßige Wartung, sondern auch eine ordentliche Hygiene.

Der tägliche Gebrauch fördert Verschmutzungen und Verschleiß. Deshalb ist es besonders wichtig den Mischwagen regelmäßig unter die Lupe zu nehmen.

  • Sind die Messer noch scharf genug? Stumpfe Messer bedeuten einen höheren Kraftstoffverbrauch und führen zu schnellerem Verschleiß der Schnecke.
  • Wiegt die Waage richtig und genau genug? Zur Überprüfung kann man beispielsweise einen 25 kg Sack auf den Rand des Wagens legen. Das Ergebnis darf nicht mehr als 10% abweichen.
  • Für eine gute Mischarbeit muss die komplette Schnecke bedeckt sein. Zu voll darf der Mischwagen allerdings auch nicht sein, ansonsten werden nicht alle Komponenten ausreichend durchmischt.
  • Die Magneten sollten regelmäßig gesäubert werden und mit einem magnetischen Gegenstand auf ihre Funktion geprüft werden.
  • Wie sieht der Ölstand des Getriebes aus? Ist zu wenig Öl vorhanden, muss es nachgefüllt werden. Auch die Intervalle des Ölwechsels sind zu beachten.
  • Ist der Reifendruck so wie er sein soll? Hierbei auf die Sollwerte des Herstellers achten.

Der Futtermischwagen ist wie die Melkanlage jeden Tag im Einsatz. Genau deswegen sollte regelmäßig eine Reinigung und ein Check-Up durchgeführt werden. Die Reinigung sollte mindestens alle 4 Wochen erfolgen. Lesen Sie dazu die KFM-Checkliste „Futtermischwagen instandhalten“ und das Merkblatt „Futtermischwagen – richtig beladen“.

Uwe Weddige

Foto © KFM: jede Überfüllung führt zu einer mangelhaften Mischgenauigkeit!

26 03, 2026

Kälber: Kolostrumversorgung sicherstellen!

2026-03-25T05:55:24+00:0026. März 2026|

Immer wieder stellt sich die Frage, wie man mit neugeborenen trinkschwachen Kälbern umgeht. Nach der Aufnahme von zwei Liter Biestmilch geht die Trinklust verloren. Was ist zu tun?

In den ersten Stunden nach der Geburt läuft die Zeit schnell davon: innerhalb der ersten vier Stunden sollte das Kalb rund 10 % des Körpergewichts trinken. Bei leichteren Kälbern sind das drei Liter, sonst vier Liter. Mit einem passenden Softdrencher und etwas Übung geht das zügig und sicher. Lassen Sie sich die Methode von einem erfahrenen Tierarzt zeigen.

Erwärmen Sie das Kolostrum vor der Verabreichung auf 38 – 40°C, um die Aufnahme von Immunglobulinen (Antikörper) zu beschleunigen. Zudem sind neugeborene Kälber empfindlich gegenüber Wärmeverlust. Verwenden Sie auf keinen Fall älteres oder verunreinigtes Kolostrum!

Richtiges Drenchen kann lebensrettend sein, muss aber mit Vorsicht und Hygiene durchgeführt werden. Nur durch korrektes Fixieren des Kalbes und langsames Einführen der Sonde wird sichergestellt, dass das Kalb sicher mit wertvollen Antikörpern versorgt wird.

Drenchen sollte keinesfalls eine Standardmaßnahme in der Kolostrumversorgung sein. Bereits kleine Fehler bereiten dem Kalb Schmerzen und machen ihm den Start ins Leben deutlich schwerer!

Sind trinkschwache Kälber an der Tagesordnung, empfehlen Tierärzte zuerst E-Selen, B-Komplex, ein Schmerzmittel und bei Bedarf einen Schleimlöser zu geben. Entscheidend ist aber die Selenversorgung der trockenstehenden Kuh.

Mehr über fachgerechtes Drenchen erfahren Sie im kostenlosen KFM-Merkblatt „Drenchen von Kälbern“.

Uwe Weddige

Foto © KFM

24 03, 2026

Kühe: Methan in der Diskussion

2026-03-24T06:06:01+00:0024. März 2026|

Kürzlich startete das Forschungsprojekt „Nachhaltige Reduktion von Methanemissionen in Milchkuhbetrieben mittels züchterischer Strategien bei gleichzeitiger Verbesserung der Futtereffizienz und Tiergesundheit – MethaBreed“.

Gemeinsam mit dem Förderverein Bioökonomieforschung (FBF) als Projektkoordinator arbeiten die Vereinigten Informationssysteme Tierhaltung w.V. (vit) sowie die Universitäten in Hohenheim, Kiel und Gießen an der Verbesserung der Nachhaltigkeit in der Milchwirtschaft.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gefördert, es soll den Zusammenhang zwischen Methanausstoß, Futtereffizienz und Tiergesundheit bei Milchkühen systematisch erfassen und neue züchterische Ansätze entwickeln.

Dazu werden auf Praxisbetrieben tierindividuelle Merkmale von Milchkühen über größere Zeiträume hinweg detailliert erfasst. Mithilfe innovativer Technologien erfolgt eine kontinuierliche Datenerfassung der tierindividuellen Methanemissionen sowie der Futteraufnahme und der Tiergewichte. Die besondere Aufmerksamkeit liegt weiterhin auf der Stoffwechselgesundheit der Milchkühe.

Ein zentrales Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines neuen Zuchtwerts für die Methanemission, um eine gezielte Selektion von Milchkühen mit geringerer Methanproduktion zu ermöglichen.

Mit den Erkenntnissen aus „MethaBreed“ wird ein entscheidender Beitrag zur nachhaltigen und ressourcenschonenden Nutztierhaltung geleistet werden – ein wichtiger Schritt in Richtung geringerer Treibhausgasemissionen und einer klimafreundlicheren Milchviehhaltung.

Uwe Weddige

Foto © Weddige

18 03, 2026

Personal binden: Strategien entwickeln

2026-03-18T23:41:56+00:0018. März 2026|

Landwirtschaftliche Betriebe haben oftmals ein Nachwuchs-Problem. Viele Stellen bleiben unbesetzt.

An der Bezahlung allein scheitert es nicht immer, häufig aber am schlechten Image landwirtschaftlicher Berufe. Die Arbeitswelt hat sich verändert und viele Arbeitgeber in ländlichen Gegenden können mit der Entwicklung nicht Schritt halten.

Die ersten Arbeitsjahre sind für junge Menschen, die in die Berufswelt einsteigen, oftmals sehr anstrengend, sie müssen trotz ihrer guten schulischen und universitären Ausbildung noch viel lernen. Zudem kostet es Arbeit und Zeit, um in Sachen Kommunikation, Teamarbeit und Verantwortung fit zu werden.

Lena Pilz, Coach für Führungskräfte empfiehlt Vorgesetzen, den jungen Kollegen stets auf Augenhöhe zu begegnen und „flache Hierarchien“ zu leben und nicht nur zu versprechen. Die Enttäuschung vieler junger Leute zeigt sich in der sichtbaren Kündigungs- und Wechselbereitschaft.

Junge Menschen benötigen Sicherheit und Vertrauen, um stetig dazulernen zu können. Dabei leiden Sie nicht selten an vernichtender Kritik und übermäßiger Strenge. Sie sollten ermutigt werden, konstruktive Rückmeldungen zu geben, ihre Erfahrungen zu schildern und Verbesserungsvorschläge zu machen. Auch Berufsanfänger wünschen sich Verantwortung, Flexibilität und Selbstständigkeit, oft wird ihnen jedoch mit Kontrolle begegnet und Gehorsam verlangt.

Die beschriebenen Werte- und Generationskonflikte existieren schon viele Jahre. Um junge Mitarbeitende zu binden, ist es jedoch zwingend notwendig, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen und von veralteten Überzeugungen und Strategien Abstand zu nehmen.

Uwe Weddige

Foto © KFM

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