Das Angebot an Milchaustauschern ist groß und unübersichtlich. Welche Kriterien sind für die Auswahl entscheidend?
Milchaustauscher (MAT) sollen die Inhaltsstoffe der Vollmilch ersetzen. Während der ersten Lebenswochen haben Kälber besonders hohe Ansprüche an die Ernährung, da sich ihr Verdauungsapparat noch in der Entwicklung befindet. Zur Vermeidung von Mangelernährung und fütterungsbedingten Durchfällen ist die Qualität der MAT-Tränke von entscheidender Bedeutung.
Die Sackanhänger informieren über Inhaltsstoffe und Zusammensetzung: Hochwertige Milchaustauscher bestehen aus mindestens 22 bis 24 % Rohprotein, 17 bis 18 % Rohfett und 100 mg Eisen/kg. Die Obergrenzen für Rohfaser liegen bei max. 0,1 %, für Rohasche bei max. 9 %.
Rohfasergehalte über 0,1% deuten auf pflanzliche Proteinquellen hin. Meist handelt es sich um Sojabestandteile, die jedoch für junge Kälber nur schwer verdaulich sind. Milchaustauscher mit pflanzlichen Eiweißanteilen von über 50 % führen im Vergleich zu MAT mit hohen Anteilen von Milchprotein zu geringeren täglichen Zunahmen.
MAT mit einem Magermilch-Anteil von mind. 50 % ist besonders für die ersten vier Lebenswochen gut geeignet, da Kälber diesen am besten verwerten können. Während der ersten sechs Lebenswochen ist Milchprotein als Eiweißquelle fast unverzichtbar.
Weitere Tipps zur Fütterung mit MAT finden Sie in den kostenlosen KFM-Merkblättern „Dosierung von Milchaustauschern“ und „Tränkepläne“.
Uwe Weddige
Foto © KFM: Bei Milchaustauschern lohnt es sich, genau auf die Inhaltsstoffe und Zusammensetzung zu schauen. Gerade während der ersten sechs Lebenswochen ist Milchprotein als Eiweißquelle eine gute Wahl.