Anhand der Schwanzspitzentemperatur soll sich der Gesundheitsstatus von Kühen feststellen lassen.
Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und die Ludwig-Maximilians-Universität München beobachteten 351 Holstein-Kühe hinsichtlich ihrer Schwanzspitzentemperatur. Die Durchschnittstemperaturen unterschieden sich mit 0,2 °C jedoch nur gering. Die Gruppe der Kühe mit den höheren Temperaturen hatte die höchsten Milchleistungen, während die Gruppe mit den geringsten Schwanzspitzentemperaturen eine erhöhte Körpertemperatur oder Fieber sowie eine verminderte Pansenaktivität zeigte.
Die verminderten Temperaturen deuten laut Prof. Kremer-Rücker auf eine schlechtere Durchblutung der Schwanzspitzen hin. Das könne auf Entzündungsgeschehen im Tier hinweisen. Die Wissenschaftlerin rät Milcherzeugern, die Schwanzspitzen der Tiere zu scheren, um Veränderungen besser zu erkennen. Zeigen Kühe vermehrt Veränderungen der Schwanzspitzen, ist von einem Herdenproblem auszugehen. Dies kann unter anderem durch Mykotoxine oder Endotoxine ausgelöst werden. Landwirte sollten dann dringend die Wasserversorgung auf Qualität und Zugänglichkeit überprüfen.
Eine ausreichende Wasseraufnahme der Tiere ist eine wichtige Voraussetzung, um Giftstoffe auszuscheiden. Weiterhin sollten sie die Ration auf ihre Eignung für Wiederkäuer prüfen, um Pansenazidosen vorzubeugen. Die Futtermischung kann zum einen den Abbau bestimmter Mykotoxine hemmen oder auch zur Freisetzung von Endotoxinen in das Blut führen.
Uwe Weddige
Foto ® KFM: Veränderungen der Schwanzspitzen können als Indikator für den Gesundheitszustand dienen.