Landwirtschaftliche Betriebe haben oftmals ein Nachwuchs-Problem. Viele Stellen bleiben unbesetzt.
An der Bezahlung allein scheitert es nicht immer, häufig aber am schlechten Image landwirtschaftlicher Berufe. Die Arbeitswelt hat sich verändert und viele Arbeitgeber in ländlichen Gegenden können mit der Entwicklung nicht Schritt halten.
Die ersten Arbeitsjahre sind für junge Menschen, die in die Berufswelt einsteigen, oftmals sehr anstrengend, sie müssen trotz ihrer guten schulischen und universitären Ausbildung noch viel lernen. Zudem kostet es Arbeit und Zeit, um in Sachen Kommunikation, Teamarbeit und Verantwortung fit zu werden.
Lena Pilz, Coach für Führungskräfte empfiehlt Vorgesetzen, den jungen Kollegen stets auf Augenhöhe zu begegnen und „flache Hierarchien“ zu leben und nicht nur zu versprechen. Die Enttäuschung vieler junger Leute zeigt sich in der sichtbaren Kündigungs- und Wechselbereitschaft.
Junge Menschen benötigen Sicherheit und Vertrauen, um stetig dazulernen zu können. Dabei leiden Sie nicht selten an vernichtender Kritik und übermäßiger Strenge. Sie sollten ermutigt werden, konstruktive Rückmeldungen zu geben, ihre Erfahrungen zu schildern und Verbesserungsvorschläge zu machen. Auch Berufsanfänger wünschen sich Verantwortung, Flexibilität und Selbstständigkeit, oft wird ihnen jedoch mit Kontrolle begegnet und Gehorsam verlangt.
Die beschriebenen Werte- und Generationskonflikte existieren schon viele Jahre. Um junge Mitarbeitende zu binden, ist es jedoch zwingend notwendig, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen und von veralteten Überzeugungen und Strategien Abstand zu nehmen.
Uwe Weddige
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