Immer wieder entdeckt man bei Betriebsrundgängen offensichtlich gesunde Kälber mit Glatze, oft am Kopf, aber auch an den Beinen.
Vermutlich handelt es sich dabei um Folgen einer überstandenen Übersäuerung des Blutes durch sogenanntes „Pansentrinken“. Bei diesen Tieren gelangt die aufgenommene Milch nicht in den Labmagen, sondern in den Pansen. Dies führt dort zu einer Übersäuerung, Durchfall ist die Folge.
Ursache für das Pansentrinken kann eine Störung des „Schlundrinnenreflexes“ durch zu kalte Milch, hastiges Trinken oder unsachgemäßes Drenchen sein. Von Fachleuten wird auch das Trinken des Kalbes aus einem offenen Eimer als häufige Ursache genannt. Saugt das Kalb dagegen an der Zitze der Mutter oder an einem Nuckeleimer sorgt der Schlundrinnenreflex dafür, dass die Milch am Panseneingang vorbei direkt in den Labmagen geleitet wird.
Die Behandlung von Pansentrinkern richtet sich nach dem Allgemeinbefinden der Tiere und muss tierärztlich abgeklärt werden. Zu den Sofortmaßnahmen gehören die Verabreichung von Elektrolyten bei Durchfall, Stressvermeidung, das Anbieten von frischem Wasser sowie die Förderung der Futteraufnahme von Heu und Kraftfutter. In schweren Fällen kann eine Pansenspülung notwendig sein.
Ausführliche Informationen zu den Präventivmaßnahmen lesen Sie im kostenfreien KFM-Merkblatt „Pansentrinker retten“.
Uwe Weddige
Foto © KFM