6 10, 2022

Vegane Ernährung

2022-10-06T04:34:43+01:006. Oktober 2022|

Die World Health Organization (WHO) informierte zu pflanzenbasierten Fleisch- und Milchersatzprodukten. Demnach könnten stark verarbeitete pflanzliche Ersatzprodukte eine hohe Energiedichte, einen hohen Gehalt an Natrium, gesättigten Fetten und einfachen Zuckern aufweisen und damit schädlich für die Gesundheit sein.

Gleichzeitig seien sie oft arm an Ballaststoffen, Vitaminen und wichtigen Mineralien. Diese gesundheitsschädliche Kombination habe nichts mit dem Nährwert natürlicher Lebensmittel tierischen Ursprungs zu tun, die sie ersetzen sollen.

Bislang lässt sich jedoch nicht abschätzen, welche Auswirkungen pflanzliche Laborprodukte wie Veggie Würste, Nuggets und Burger, Milchersatz (Mandel- und Hafermilch) sowie pflanzlicher „Käse“ und „Joghurt“ auf die Gesundheit haben. Wissenslücken, die derzeit im Bereich der ernährungsphysiologischen Zusammensetzung solcher Fleisch- und Milchersatzprodukte bestehen, konnten noch nicht geschlossen werden.

Laut WHO ist es nicht nötig, ganz auf tierische Produkte zu verzichten. Es sei einfacher, tierische Produkte wie rotes Fleisch und Geflügel zu reduzieren, als strenge Diäten einzuhalten, die tierische Produkte ganz vom Speiseplan streichen.

Mit Material von WHO, Uwe Weddige

3 10, 2022

Rinder sind KEINE Klimakiller!

2022-10-03T04:05:17+01:003. Oktober 2022|

Der Weltklimabericht kommt in seiner neuen Ausgabe zu dem Schluss, dass die Methanemissionen grundsätzlich überbewertet sind. Sie seien bislang drei- bis viermal zu hoch angesetzt worden, weshalb das Mythos vom Klimakiller „Rind“ auf einer falschen Annahme beruhe!

Die Wissenschaftler führen dazu einen neuen Maßstab an: Bisher wurde das globale Erwärmungspotential (GWP) als Maßstab hergenommen, mit dem alle Treibhausgase ins Verhältnis zu Kohlendioxid gesetzt wurden. Doch statt diesem Potential wäre es laut Bericht besser, die tatsächlich messbare Temperaturerhöhung über einen gewissen Zeitraum zu betrachten. Dafür sei das globale Temperaturänderungspotential (GTP) besser geeignet. Betrachte man die Werte über einen Zeitraum von 100 Jahren, was in der Klimamessung üblich sei, liege der Wert von Methan nach dem alten Maßstab GWP bei 34 und nach dem neuen GTP bei 11. Deshalb gehen die Verfasser des Weltklimaberichts von einer 3- bis 4-fachen Überschätzung der Rinderhaltung aus.

Quelle: Weltklimabericht

30 09, 2022

Aus für Oatly und Beyond Meat?

2022-09-30T05:03:58+01:0030. September 2022|

Seit Monaten geht es für den Hafermilchproduzenten Оatly und für den Kunstfleischhersteller Beyond Meat mit den Kursen steil nach unten. Oatly verlor seit Herbst 2021 80 % seines Börsenwerts. Beyond Meat stürzte um 85 % nach unten. Offenbar glauben Investoren angesichts der gewaltigen globalen Energiekrise und der daraus entstehenden Folgen für das Verbraucherverhalten nicht mehr an das noch vor Jahren beschworene riesige Marktpotential.

Das größte Problem von Oatly war früher, dass es nicht mit der Nachfrage nach seinem Milchersatz Schritt halten konnte. Nun, wo die Inflation massiven Druck auf die Verbraucher ausübt, beginnt Oatly, diese Auswirkungen zu spüren. Das Unternehmen senkte seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr und reduzierte auch seine Investitionspläne drastisch.

Beyond Meat senkte seinen Umsatzausblick für das Gesamtjahr und sagte, dass die Käufer billigere tierische Proteine inmitten der höchsten Inflation seit vier Jahrzehnten bevorzugen. So gibt es klare Anzeichen dafür, dass amerikanische Verbraucher nicht im großen Stil von pflanzlichen Fleischoptionen angezogen werden. So entschied sich McDonald‘s wegen der geringen Nachfrage, nicht mit einer breiteren Einführung von Beyond Meat-Produkten fortzufahren.

Uwe Weddige

30 09, 2022

KFM Milchprojekt Newsletter September 2022

2022-09-30T04:28:37+01:0030. September 2022|

Liebe Leser!

In unserem Newsletter für September erfahren Sie mehr über Rinderkrankheiten und Verhaltensauffälligkeiten, die uns im Beratungsgeschehen immer wieder begegnen.

Wir erläutern, welche Gründe das Harnsaufen und das gegenseitige Belecken haben kann, gleichzeitig geben wir Tipps zu präventiven Maßnahmen und zu neuen Erkenntnissen im allgemeinen Stallmanagement.

Außerdem verrät uns der Betriebsleiter eines der führenden Betriebe im Norden Deutschlandes das Geheimnis der herausragenden Leistungen seiner Tiere. Lesen Sie die spannende Reportage über Familie Holling.

Hier geht‘s zum Download

Uwe Weddige

26 09, 2022

Effiziente Beratung mit „NIRS-local“

2022-09-26T02:43:26+01:0026. September 2022|

Das neue NIRS-Gerät des KFM-Teams liefert in Minutenschnelle die wichtigsten Qualitätsparameter zu fast allen erdenklichen Futterarten.

Das KFM-Team steht oftmals vor der unlösbaren Aufgabe, konkrete Futterberechnungen und -voranschläge ohne die erforderlichen Daten vornehmen zu müssen. Ohne Analysewerte ist aber keine fundierte Fütterungsberatung möglich.

NIR-Spektroskopie-Geräte sind auch in professionellen Futterlaboren gängig. Gemessen werden dabei per Sensor die Wellenlängen des von der Futterprobe reflektierten Lichts. Auf einem zentralen Server rechnet das Gerät dann aus diesem Signal anhand der für das jeweilige Futtermittel hinterlegten, nasschemisch ermittelten Kalibrierungskurve die Futterparameter der Probe aus.

„Innerhalb von wenigen Minuten erfahren wir die wesentlichen Parameter des Grundfutters, wie Trockenmasse, Rohprotein und nXP, Rohasche, Rohfaser, NDF und ADF, aber auch über NEL, ME, nXP, RNB und UDP“. „Endlich können wir zeitnah arbeiten und den Betrieben aktuelle Berechnungen zur Verfügung stellen“, ergänzt Ainagul Ayaganova, die die Futterberechnungen erledigt.

Uwe Weddige

Foto: KFM

 

15 09, 2022

Künstliche Intelligenz im Kälberstall?

2022-09-15T07:31:35+01:0015. September 2022|

Atemwegserkrankungen bei Kälbern sind ein großes Problem. Man hört immer wieder einzelne Tiere „anstoßen“, die hustenden Tiere zu finden ist sehr zeitaufwändig und oftmals auch Glückssache. Außerdem verhalten sich Kälber anders, wenn der Mensch in der Nähe ist.

SoundTalks®, das Monitoring-System von Boehringer Ingelheim dagegen analysiert den respiratorischen Gesundheitsstatus der Tiere 24 Stunden täglich und das an 7 Tagen der Woche. Begleitend dazu erfasst es Stallklimadaten wie Stalltemperatur und Luftfeuchtigkeit.

Das Frühwarnsystem auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) erkennt dadurch Atemwegserkrankungen mit Husten bis zu 5 Tage früher, als eine routinemäßige Tierkontrolle. Es ermöglicht damit einen Behandlungsbeginn, bevor die Tiere ernsthaft erkranken.

Für den Bereich der Ferkelaufzucht ist diese Technik absolut praxistauglich, robust und leicht zu installieren. Das Überwachungssystem besteht aus Monitoren mit Mikrofonen sowie Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsfühlern. Es zeichnet alle Daten rund um die Uhr auf und bewertet sie. Umgebungsgeräusche werden herausgefiltert, hustende Schweine hingegen führen zu einem Alarm. Das System zeigt die Warnungen einerseits direkt im Stall am Monitor, über den betroffenen Schweinen durch eine LED-Leuchte und auch per App auf dem Smartphone an.

Es ist zu erwarten und zu hoffen, dass dieses System in naher Zukunft auch im Kälberstall anwendbar ist.

Uwe Weddige (Quelle: Boehringer Ingelheim Vetmedica)

 

12 09, 2022

Zellbasierte Milch: Trend oder Unsinn?

2022-09-12T08:26:08+01:0012. September 2022|

Milch ohne zu melken, dass ist die Idee des israelischen StartUps Remilk. Mit Hilfe eines Fermentationsprozesses sollen sich Produkte herstellen lassen, die sich in Geschmack und Funktion nicht denen von herkömmlichen Kuhmilch unterscheiden.

Die kuhfreie Milchalternative aus dem Labor entsteht durch Präzisionsfermentation. Bei diesem Vorgang können naturidentische, tierische Moleküle mit Hilfe von Mikroorganismen hergestellt werden. Jetzt soll dafür in Kalundborg, Dänemark die weltweit größte Anlage dieser Art entstehen.

„Einfach ausgedrückt fügen wir das Gen, das für die Produktion von Milcheiweiß bei Kühen verantwortlich ist, in Hefe ein. Anschließend geben wir diese Hefe in Fermenter, wo sie sich vermehrt und echte Milchproteine produziert. Zusammen mit guten Vitaminen, Mineralien und nichttierischem Fett und Zucker entsteht jedes erdenkliche Milchprodukt,“ verspricht Remilk auf seiner Internetseite.

Am neuen Standort plant das Unternehmen nach eigenen Angaben, seine Proteine zur Verwendung in Produkten wie Käse, Joghurt und Eiscreme in einer Menge produzieren, die der Produktion von 50.000 Kühen pro Jahr entspricht. „Das Endergebnis ähnelt zu 100 Prozent ‚echter‘ Milch“, sei aber frei von Laktose, Cholesterin und Antibiotika, betonte der Gründer und CEO Aviv Wolff gegenüber The Times of Israel.

Wolff sagte in der Ankündigung, dass Remilk „sich dafür einsetzt, unsere Milchindustrie auf freundliche und nachhaltige Weise neu zu erfinden. Die Eliminierung der Notwendigkeit von Tieren in unserem Ernährungssystem ist die einzige Möglichkeit, den wachsenden Bedarf unserer Welt zu decken, ohne sie dabei zu zerstören. Wir beabsichtigen, unsere Produktionskapazitäten massiv zu erweitern, um nahrhafte, köstliche und erschwingliche Milchprodukte herzustellen und um die Kühe in den Vorruhestand zu schicken.“

Das Unternehmen sammelte im Januar 2022 in einer Finanzierungsrunde unter der Leitung von Hanaco Ventures, einem in New York und Tel Aviv ansässigen Risikokapitalfonds, 120 Millionen US-Dollar ein. Zuvor hatten neben anderen Investoren bereits das israelische Molkereiunternehmen Tara und der Getränkehersteller Tempo in das StartUp investiert.

Uwe Weddige (Quelle: The Times of Israel)

Grafik: Weddige

9 09, 2022

Hohe Kolostrumqualität sichern

2022-09-09T04:23:24+01:009. September 2022|

Natürliches Kolostrum ist der ideale Weg für Kälber, um eine passive Übertragung der Immunität auf neugeborene Kälber zu erreichen. Aber nicht immer genügt es den qualitativen Anforderungen.

Auf der Jahreskonferenz der Dairy Calf and Heifer Association 2022 berichteten Adam Geiger und Dave Cook über ein „Hybrid-Verfahren“ für die Fütterung von Kolostrum.

Cook empfahl, jede einzelne Charge Kolostrum mit einem Refraktometer zu testen, um die Qualität zu beurteilen. Brix-Werte von > 24 weisen auf ein Kolostrum von ausgezeichneter Qualität hin, das weit über 50 g/l Immunglobulin-G (IgG) enthält und mit einer Dosis von mindestens 4 Litern verfüttert werden sollte. Wenn aber der Brix-Wert nur zwischen 18 und 24 liegt, erweist sich nach seinen Erfahrungen eine Anreicherung als hilfreich. Dies erfolgt über Zugabe von 50 Gramm IgG in Form eines hochwertigen pulverförmigen Kolostrum-Ersatzes.

Das Pulver wird ohne Zugabe von Wasser direkt in 37°C warmes Kolostrum eingerührt. Dabei kann das Kolostrum frisch oder bereits pasteurisiert sein.

Die beiden Referenten sehen den Vorteil dieser anlassbezogenen Kostrumaufwertung in einer bestmöglichen Versorgung der Kälber mit Antikörpern und einer erheblichen Kosteneinsparung gegenüber einem vollständigen Ersatz des mütterlichen Kolostrums auf technischer Basis.

Uwe Weddige (Quelle: https://www.dairyherd.com)

6 09, 2022

Gesundes Futter für unsere Rinder

2022-09-06T03:06:54+01:006. September 2022|

Ernte gut, alles gut? Die Futterernte steht bevor. Die Silos werden mal mehr, mal weniger gut gefüllt sein. Aber wie wird es mit der Qualität der Silagen aussehen? Welche Weichen können Sie jetzt noch stellen?

Kennen Sie den optimalen Erntezeitpunkt Ihrer Früchte? Schafft es der Häcksler, alle Körner zu zerschlagen und ausreichend kurz zu häckseln? Welche Möglichkeiten gibt es, die heilen Körner schnell auszuzählen und die Häcksellänge zu überprüfen? Kennt der Fahrer die richtige Stoppellänge? Stehen ausreichend Walzschlepper zur Verfügung? Sind die Silos vorbereitet? Wo können Sie Ihre Silagen untersuchen lassen? Wie entnimmt man Proben?

Viele Fragen, aber wo kann man ansetzen, um besseres Futter zu ernten? Welche Maßnahmen sind wichtig?

Vielfach ist eine ganze Reihe von Faktoren die Ursache für misslungene Silagen. Wir geben in unserem aktuellen Newsletter wichtige Tipps zum Erntezeitpunkt, zur Häckslereinstellung sowie zur Verteilung und Verdichtung im Silo und wir erläutern die Sache mit der zweiten Folie und der Luftpumpe.

Viele Freude beim Lesen

Uwe Weddige

22 08, 2022

Auf Dippmittel verzichten?

2022-08-22T08:36:59+01:0022. August 2022|

Rot, grün, blau: Das Angebot von Mittel für den Postdipp ist unüberschaubar. Die positive Wirkung von hochwertigen Produkten auf die Eutergesundheit bleibt unumstritten, aber die Kosten für den Mitteleinsatz sind auch nicht unerheblich.

Das Dippen der Zitzen nach dem Melken gilt als anerkannte Maßnahme zur Mastitisvorbeuge. Es hat jedoch keinen heilenden Effekt bei bereits bestehenden Euterentzündungen. Betriebe mit dauerhaft hohen Zellzahlen werden durch den alleinigen Einsatz eines Dippmittels nicht ihre Eutergesundheitsprobleme lösen.

Ein Dippmittel ist genauso ein Teil der Vorbeugestrategie wie saubere Stallumgebung, leistungsgerechte Fütterung, fundiertes Trockenstellmanagement, optimal gewartete Melktechnik, gute Zitzenkondition und nicht zuletzt eine gute Hygiene beim Melkvorgang.

Die Euterhaut wird durch die Reinigung, den Melkvorgang selbst sowie äußere Umwelteinflüsse wie Kälte, Wind, Sonneneinstrahlung oder kalkhaltige Einstreumaterialien stark beansprucht:  die Haut wird rissig und spröde. In Folge können Mastitiserreger leichter in den Strichkanal eindringen. Zudem dauert es nach dem Melken bis zu 30 Minuten, bis sich der Strichkanal völlig verschließt. In dieser Zeit können pathogene Keime in der Zitze eindringen und Entzündungen verursachen.

Dippmittel mit Jod oder organischen Säuren als desinfizierende Komponente gelten als effizient, breitenwirksam und stabil. Nur Dippmittel mit pflegende Komponenten wie Glycerin, Lanolin oder Allantoin erfüllen ihren Zweck vollständig.

An hoher Sorgfalt geht kein Weg vorbei: mindestens 2/3 der Zitze sollten gleichmäßig vom Dippmittel bedeckt werden, eine Tropfenbildung an der Zitzenspitze ist erwünscht. Das Präparat muss mehrere Minuten einwirken, Kot, Harn oder Milch beeinträchtigen die Wirkung. Die Applikation des Mittels erfolgt stets unmittelbar nach Abnahme des Melkzeuges. Zu diesem Zeitpunkt ist der Strichkanal noch offen und das Dippmittel kann dort eindringen und Keime abtöten.

Beim Tauchverfahren mittels Dippbecher finden zähflüssige Barrieredippmittel Verwendung. Eine Verschleppung von Erregern ist bei hochwertigen Produkten nicht gegeben. Voraussetzung ist die Anwendung eines Dippbechers mit Rücklaufsperre (non-return), mit dem verhindert wird, dass die Lösung vom Oberteil in den Vorratsbehälter zurücklaufen kann. Stattdessen kommt durch Drücken auf den Behälter immer neues Mittel ins Oberteil. Natürlich sind diese Becher täglich zu säubern.

Uwe Weddige

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