About Uwe Weddige

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12 03, 2023

Ammoniakemissionen verringern

2023-03-12T02:59:17+00:0012. März 2023|

Zur Reduktion von Emissionen des Ammoniak-Gases (NH3) im Stall könnte möglicherweise schon bald die Applikation von sogenannten Ureasehemmern auf Laufgängen empfohlen werden. Aktuell läuft am Julius-Kühn-Institut (JKI) in Braunschweig in Kooperation mit der Christian-Albrechts-Universität in Kiel ein entsprechender Versuch.

In Versuchen testete das Team um Annika Ehmke den Einsatz einer Substanz, die die Bildung von Urease verringert Die Applikation soll entweder über einen Entmistungsroboter oder über ein schienengeführtes Spritzgestänge über den Laufgängen erfolgen. Dadurch verläuft die Umwandlung von Harnstoff in Ammonium deutlich langsamer. Im Ergebnis sind nicht nur 40 bis 60 % weniger NH3-Emissionen zu erwarten, sondern auch deutlich wahrnehmbare Verbesserungen der Stallluft.

Im praktischen Einsatz konnten die Wissenschaftler bereits die Unbedenklichkeit für Tier, Mensch und Umwelt nachweisen. Die Zulassung für die Anwendung im Stall ist für Ende 2023 geplant.

Quelle: Düsser Milchviehtage 2023

Foto: KFM

7 03, 2023

Klauenbad richtig dosieren

2023-03-07T05:51:56+00:007. März 2023|

Wird ein Klauenbad überdosiert, reizt und schädigt es die Haut. Es wird zum Wegbereiter für Infektionserkrankungen wie Mortellaro und Panaritium. Es verschlechtert den Zustand, statt ihn zu verbessern. Eine zu geringe Wirkstoffkonzentration senkt nicht den Keimdruck im Bestand. Die Desinfektionswanne wird viel mehr sogar zur „Infektionswanne“.

Drei Schritte sind notwendig:

  1. Mit welchem Wirkstoff, in welcher Konzentration und wie häufig ein Klauenbad durchgeführt wird, richtet sich immer nach der Klauengesundheit einer Herde. Erfahrene Tierärzte und gute Klauenpfleger geben betriebsindividuelle Empfehlungen.
  2. Für eine genaue Dosierung des Wirkstoffes ist das praktische Füllvolumen zu ermitteln. Der geringe Aufwand für das Auffüllen des Beckens mit abgezählten Wassereimern lohnt sich.
  3. Der Wirkstoff eines Klauendesinfektions- bzw. -pflegemittels liegt in einer bestimmten Konzentration vor. Um den Wirkstoff entsprechend der empfohlenen Konzentration in das Klauenbad zu bekommen, kommt man um eine Berechnung nicht herum.

Um sicherzustellen, dass die Lösung im Klauenbad die Haut nicht reizt, ist der pH-Wert eine wichtige Kontrollgröße. Durch den Eintrag von Kot, Harn und Wasser wird der Wirkstoff verdünnt, die Lösung unwirksam und der pH-Wert steigt. Er soll aber stabil zwischen pH 4,0 und 5,5 liegen.

Ein Klauenbad kann immer vorbeugend wirken, aber nie heilend! Damit etwa akute Mortellaro-Läsionen abheilen können, müssen sie mit einem geeigneten Produkt und Verband behandelt werden.

Uwe Weddige

Grafik: KFM

3 03, 2023

Mehr Wasser – weniger Durchfall

2023-03-03T05:36:56+00:003. März 2023|

Ohne Wasser läuft im Kälberstall nichts. Schon ab dem ersten Lebenstag muss Kälbern Wasser angeboten werden.

Kälber, die jederzeit Wasser aufnehmen können haben erwiesenermaßen weniger Durchfall. Wenn es dennoch zu Durchfallerkrankungen kommt, dann können durch die Wasseraufnahme Stoffwechselstörungen durch Flüssigkeits- und Pufferverluste gemindert werden.

Auch im Winter ist die Wasserversorgung bei Kälbern elementar, denn sie fördert die Entwicklung des Pansens und damit eine frühe Kraftfutteraufnahme. Wichtig ist dabei, dass das Wasser warm verabreicht wird. Die Temperatur sollte bei 38 bis 39 °C liegen, also in etwa der Körpertemperatur des Tieres entsprechen. Bei zu kaltem Wasser benötigen Kälber zusätzliche Energie, um dieses aufzuwärmen. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Wasser weniger schnell einfriert.

Unser Tipp: Bieten Sie das Wasser immer zum gleichen Zeitpunkt an. So gewöhnen sich Ihre Kälber schnell an ein regelmäßiges Trinken.

Uwe Weddige

Foto: KFM

28 02, 2023

Nasse Euter vermeiden!

2023-02-28T03:29:01+00:0028. Februar 2023|

Beim Verlassen der Kühe des Melkstands werden Melkzeuge und Laufbereich oft mit Wasser gereinigt. Das muss unbedingt unterbleiben, denn das Ausspritzen des Melkstands zwischen den Durchgängen beeinträchtigt die Eutergesundheit.

Die Strichkanäle der Zitzen sind nach dem Melkvorgang weit geöffnet. Sie brauchen etwa 30 Minuten zum Verschließen. Wenn der Boden nun beim Verlassen aus dem Melkstand gereinigt wird, laufen die Kühe Gefahr, den infektiösen Mix aus Wasser und Dreck vom Boden direkt an die Zitzen zu bekommen. Krankheitserreger können leicht durch die offenen Strichkanäle eindringen und dort zu einer Euterentzündung führen.

Melkstand und die Melkzeuge sollten daher nicht nach jedem Durchgang saubergespritzt werden. Ist das jedoch unvermeidbar, so ist zu warten, bis alle Kühe den Melkstand verlassen haben und nicht in Kontakt mit dem Spritzwasser kommen.

Uwe Weddige

Foto: KFM

23 02, 2023

Kälberdecken helfen!

2023-02-23T04:04:05+00:0023. Februar 2023|

Auch wenn die Kuh Ihr Kalb nach der Geburt gründlich ableckt, bleibt das das Fell immer noch feucht. In vielen Betrieben kommt nun die Wärmebox zum Einsatz, damit das Kalb trocken wird, bevor es in die Einzelbox kommt.

Oft ist es in den Ställen kalt und die Luft feucht. Das Kalb beginnt zu frieren und das wiederum macht krank. In solchen Fällen ist eine Kälberdecke durchaus sinnvoll.

Wir holen einfach unsere dicken Jacken aus dem Schrank, damit wir im Winter nicht frieren. Das Kalb hat aber nur ein Fell und auch das kann bei Kälte und Nässe schnell an seine Grenzen gelangen.  Studien weisen nach, dass eingedeckte Kälber in der kalten Jahreszeit eine höhere Tageszunahme erreichen, als gleichaltrige ohne Decke bei denselben Bedingungen. Das ist schnell erklärt, denn die Kälber ohne Decke müssen mehr Energie in das Warmhalten stecken. Diese fehlt dann aber wiederum für das Wachstum.

Auch in Krankheitsfällen kann so eine Decke dem Kalb helfen, möglichst schnell wieder gesund zu werden. So muss bei kalten Außentemperaturen nicht noch zusätzliche Energie in den Erhalt der Körperwärme gesteckt werden, sondern steht für die Gesundung und Erholung zur Verfügung.

Fazit: Kälberdecken können im Winter eine sinnvolle Sache sein. Eine generelle ganzjährige Anwendung ist dagegen nicht zielführend.

Uwe Weddige

Foto: Masterrind

21 02, 2023

Fisch aus dem Bioreaktor

2023-02-21T03:45:47+00:0021. Februar 2023|

Laut Daten der WWF sind viele Fischbestände bereits überfischt. Dies gefährdet nicht nur die Ökosysteme und Nahrungsketten in den Meeren, sondern auch die Ernährung von Millionen von Menschen, deren wichtigste Eiweißquelle Fisch ist.

Nun hat ein deutsches Unternehmen ein Verfahren zur Herstellung von zellbasiertem Fisch entwickelt. Die Wissenschaftler wandeln Gewebezellen eines Fisches im Labor in eine Art Stammzellen um, die sich unendlich oft teilen können. Im Anschluss werden die Zellen in einen Bioreaktor mit einer Nährlösung eingebracht. Derzeit arbeiten die Experten an der Optimierung der Nährmedien, die großen Einfluss auf den Geschmack des Laborfischs haben.

Geplant ist anfangs die Produktion von Fischbällchen, Fischstäbchen und Fischtartar, die neben den Zellkomponenten auch pflanzliches Protein enthalten werden. Später soll auch Fischfilet produziert werden.

Durch die zellbasierte Fischproduktion aus dem Bioreaktor könnte laut ihren Entwicklern eine Fischentnahme aus den Ozeanen ersetzt werden und auf diese Weise einen maßgeblichen Beitrag bei der globalen Versorgung mit tierischem Eiweiß leisten. Die Markteinführung ist für Ende 2023 geplant.

Das Vorhaben erinnert an die Idee eines israelischen StartUps. Remilk plant, mit Hilfe eines Fermentationsprozesses Produkte herzustellen, die sich in Geschmack und Funktion nicht von denen herkömmlichen Kuhmilch unterscheiden. Wir berichteten an dieser Stelle unter dem Titel: „Zellbasierte Milch: Trend oder Unsinn?“

Uwe Weddige (Quelle: Forschung und Wissen)

16 02, 2023

Saubere Kühe – gesunde Euter!

2023-02-16T05:42:52+00:0016. Februar 2023|

Eutererkrankungen werden in erster Linie durch das Eindringen von Bakterien über den Strichkanal in das Euter verursacht. Dazu müssen aber weitere Mängel in der Haltung, bei der Hygiene, der Fütterung, dem Management oder bei der Melkarbeit vorhanden sein.

Welchen Einfluss hat aber die Sauberkeit der Kühe auf die Eutergesundheit? Um darauf Antworten zu erhalten, wurden in einer Praxiserhebung Daten zur Sauberkeit von Deutschen Holstein-Kühen erfasst.

Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Beziehung zwischen der Sauberkeit der Tiere und der Höhe der aktuellen Zellzahlen. Am deutlichsten war dies beim Euter festzustellen, wo sich der Zellzahlwert bei den als sehr sauber (Ø 160.570 Zellen) bzw. sauber bewerteten Eutern (Ø 204.210 Zellen) sehr deutlich auf 446.100 Zellen bei Kühen mit verschmutzten Eutern erhöhte.

Ermittelt wurde auch, wie sich die Sauberkeit von Euter und Flanke auf den Anteil an Kühen mit sehr hohen Zellen ≥ 400.000 auswirkt. Dabei zeigte sich, dass es bei zunehmender Verschmutzung an Euter und Flanke fast zu einer Verdoppelung des Anteils Kühen mit sehr hohen Zellzahlen kam. Bei verschmutzten Kühen ist das Risiko für das Auftreten von subklinischen und sogar klinischen Euterentzündungen damit deutlich erhöht.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, dass saubere Kühe deutlich niedrigere Zellzahlwerte erreichen. Gleichzeitig erhöht sich mit zunehmender Verschmutzung der Anteil Kühe mit sehr hohen Zellzahlwerten deutlich. Damit steigt das Risiko, dass bei solchen Tieren akute Probleme mit der Eutergesundheit auftreten. Ziel muss es daher sein, Einflussfaktoren, die eine stärkere Verschmutzung der Tiere verursachen, möglichst zu vermeiden.

Dr. Jacob Groenewold, bearbeitet von Uwe Weddige

Tabelle: Groenewold/Weddige

Ausführlichere Informationen zu dieser Thematik lesen Sie in unserem Newsletter Februar 2023

 

14 02, 2023

Eutergesundheit – das Umfeld der Kuh entscheidet

2023-02-14T08:45:39+00:0014. Februar 2023|

In nur wenigen Betrieben können wir während unserer Beratungen keine gravierenden Fehler bei der Melkarbeit beobachten! Besonders das mehrfache Verwenden von Reinigungstüchern für verschiedene Kühe, das Vormelken auf den Boden und der ungehemmte Einsatz der Euterbrausen führen unweigerlich dazu, dass die Keime über sämtliche Kühe eines Bestands verschleppt werden.

Die sorgfältige Pflege der Liegeboxen, die regelmäßige Überwachung der Eutergesundheit und eine korrekte Melkarbeit lohnen sich!

In dieser Ausgabe unseres Newsletters beleuchten wir die Auswirkungen von Fehlern und Nachlässigkeiten in Haltung, Melkprozess und Melktechnik. Wir geben umfangreiche Tipps, wie Sie schnell und hygienisch melken können und damit die Eutergesundheit Ihre Kühe verbessern.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude beim Lesen unseres Newsletters.

Uwe Weddige

Foto: Weddige

9 02, 2023

Keine Liegebox ohne Pflege!

2023-02-09T05:29:01+00:009. Februar 2023|

Der Liegebereich ist einer der wichtigsten Orte im Stall für die Kuh. Durch gutes Management in diesem Bereich kann der Kuhkomfort erheblich gesteigert werden.

Das A und O einer guten Liegebox ist ihre Oberfläche, die durch organisches Einstreumaterial stets trocken und saugfähig sein sollte. Desinfizierende Einstreumaterialien stellen über ihren pH-Wert eine Keimreduktion sicher. Gleichzeitig darf das Material aber der Haut des Euters und der Zitzen nicht schaden, denn Kühe verbringen täglich 12 – 14 Stunden am Tag liegend.

Eine gute Pflege der Boxen reduziert die Gefahr der Übertragung von pathogenen Keimen in den Zeiten zwischen den Melkungen entscheidend und hält besonders die Beine und Euter der Kühe sauber.

Drei Eigenschaften sollten jede Liegebox bieten:

  • Sauberkeit
  • Trockenheit
  • Weichheit und Verformbarkeit

Bei Tiefboxen ist ein sorgfältiger Matratzenaufbau entscheidend. Je dicker und stabiler die Matratze in der Liegebox, desto höher ist der Kuhkomfort und das Wohlbefinden der Kühe. In jedem Fall ist eine Hygieneschicht zum Binden der Feuchtigkeit und zur Reduktion der Keimbesiedlung hilfreich. In der Praxis finden daher häufig Stroh-Kalk-Wasser-Gemische Verwendung.

Im Gegensatz zur Tiefboxmatratze besteht die Liegefläche einer Hochbox nur aus einer Gummimatte. Deswegen darf hier das Einstreumaterial, wie z.B. Häckselstroh oder Häckselstroh-Kalk-Gemisch zur Feuchtigkeitsabsorption nicht fehlen.

Uwe Weddige

Foto: KFM

8 02, 2023

Gesunde Klauen – 9 Tipps

2023-02-08T08:19:53+00:008. Februar 2023|

Wenn Kühe lahmen, bedeutet das für sie Schmerzen, außerdem sinkt oft die Milchleistung. Gesunde Klauen und damit auch die Klauenpflege sind eine Voraussetzung für langlebige und leistungsstarke Kühe. Klauenpflege ist daher gleichzeitig Therapie und Prophylaxe.

Der internationale KFM-Experte Holger Plowka (links im Bild) gibt Tipps für eine gute Klauengesundheit:

  1. Rechtzeitig mit der Klauenpflege beginnen: Plowka empfiehlt, mit der Klauenpflege bei Rindern spätestens zwei Monate vor der ersten Kalbung zu beginnen, besser noch im Erstbesamungsalter.
  2. Klauenpflege regelmäßig wiederholen: „Eine prophylaktische Klauenpflege ist dreimal jährlich durchzuführen, sonst hat die Klauenpflege in den meisten Betrieben nur therapeutische Wirkung,“ so Plowka.
  3. Der richtige Zeitpunkt: Besonders wichtig sei die Klauenpflege zum Zeitpunkt des Trockenstellens und zwei Monate nach dem Abkalben. Darüber hinaus müssten in einem gut geführten Betrieb 90 Prozent der Tiere frei von Lahmheiten sein.
  4. Je eher die Behandlung beginne, desto besser. Daher fordert Plowka: „Bei Lahmheitsanzeichen, sofort in den Klauenpflegestand.“
  5. Der Klauenpflegestand sollte so positioniert sein, dass eine Person allein eine Kuh hineinbringen und behandeln kann. Nur wenn der Stand so in den Betrieb integriert ist, wird er auch genutzt.
  6. Klauenerkrankungen sind sehr schmerzhaft: „grundsätzlich sollten Sie bei jeder Lahmheit Schmerzmittel verabreichen“, stellte Plowka klar. Das erhöhe auch die Heilungsrate.
  7. Klauenpflege dokumentieren: er empfiehlt, Klauenpflege und -behandlungen unbedingt zu dokumentieren.
  8. Richtig füttern! Plowka wies darauf hin, dass auch die richtige Fütterung Grundlage einer guten Klauengesundheit ist.
  9. „Klauenpflege kostet kein Geld, sie bringt Geld“, unterstrich der Experte, denn die regelmäßige und prophylaktische Klauenpflege reduziere nicht nur die Behandlungskosten, sondern mache die Tiere langlebiger und leistungsstärker.

Uwe Weddige

Foto: KFM

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