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29 12, 2023

Verdorbenes Futter nicht verfüttern!

2023-12-29T09:07:40+00:0029. Dezember 2023|

Verschimmelte Futtermittel stellen für Kühe ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar.

Sehr häufig stören Schimmelpilzgifte die bakteriellen Verdauungsvorgänge. Sterben die Pansenbakterien ab, ist die komplette Verdauung im Wiederkäuermagen gestört, aber auch starke Durchfälle und Koliken sind wegen einer direkten Schädigung der Darmschleimhaut durch die Mykotoxine häufig.

Viele Kühe, die belastetes Futter gefressen haben, leiden an akuten Euter- oder Lungenentzündungen. Außerdem ist eine Schädigung der Klauenlederhaut durch die Schimmelpilzgifte häufig, in der Folge tritt Klauenrehe gehäuft auf.

Schimmelpilze benötigen Sauerstoff für ihr Wachstum, daher sind eine gute Verdichtung und ein ordentlicher Luftabschluss durch geeignete Folien im Silo wichtig. Auch bei der Entnahme muss darauf geachtet werden, dass der Futterstock nicht aufgelockert wird, sondern glatte, dichte Flächen erhalten bleiben.

Besonders bei der Außenlagerung können auch Heu- und Strohballen mit Schimmel kontaminiert sein. Aber auch Getreidemischungen und Kraftfutter sind vor der Verwendung stets auf Schimmelbefall zu prüfen.

Uwe Weddige

Foto: KFM

27 12, 2023

Kühe – problemlos durch den Winter!

2023-12-27T02:53:00+00:0027. Dezember 2023|

Hohe Temperaturen sorgen für Hitzestress, aber welche Folgen haben Frosttemperaturen für Kühe?

Bei hoher Temperatur reduzieren Kühe die Futteraufnahme, um sich thermisch zu entlasten. In der kalten Jahreszeit wäre eine höhere Futteraufnahme zu erwarten, um Energie für die Wärmebildung bereitzustellen. Jedoch nimmt dieser Wert nur geringfügig zu.

Rinder mit hoher Milchleistung sind im Winter durch die Eigenwärmeproduktion bei hoher Milchleistung kältetolerant, aber nur, wenn ihr Fell trockenbleibt. Zugluft und zu hohe Luftfeuchtigkeit im Stall sind deshalb unbedingt zu verhindern. Eine trockene, dicke Einstreu im Liegebereich sollte selbstverständlich sein.

Im Außenklimastall müssen die Wasserleitungen und Tränkebecken frostsicher ausgelegt sein. Bei anhaltenden Temperaturen unter -15 °C kann es für die Technik jedoch kritisch werden, und unter -20 °C friert auch schon mal ein Selektionstor ein. Sind Curtains vorhanden, kann die Luftrate geregelt werden. Sinnvoll ist es, diese Systeme über Wettersensoren zu steuern.

Kalte Temperaturen haben keine oder kaum leistungsdepressive Auswirkungen. Kühe sind kältetolerant, sofern sie gesund sind und wind- und feuchtigkeitsgeschützt untergebracht sind.

Uwe Weddige

Foto: KFM

21 12, 2023

Kleinstbetriebe – wo sind die Engpässe?

2023-12-21T07:54:43+00:0021. Dezember 2023|

Kürzlich bereiste ein deutscher Experte den Süden Kasachstan, um eine Situations- und Bedarfsanalyse für Seminare, Trainings und Beratungen zu erstellen. In den drei Regionen Turkistan, Schambyl und Almaty befragte Dr. Ulrich Schmidt eine Vielzahl von Kleinerzeugern und Milchverarbeitern nach Engpässen und Chancen der Milcherzeugung.

Auch die Kontakte zur Frauenorganisation des kasachischen Handels- & Unternehmenskammer „Atameken“, zur Landwirtschaftsverwaltung und zu den lokalen Akimaten führten zu wertvollen Erkenntnissen über die Situation kleinerer Betriebe. Diese Ergebnisse fließen in die Entwicklung von Dorfgruppenschulungen für Hauswirtschaften ein.

Als Schwerpunkte ließen sich schnell Themen wie Veterinärhygiene, Fütterung, Milchhygiene sowie überbetriebliche Zusammenarbeit erkennen. Das KFM-Projekt wird daher jedes Jahr mindestens drei Kurse für geeigneten Hauswirtschaften oder Dorfgemeinschaftseinrichtungen anbieten. Die Angebote werden besondere Rücksicht auf die zeitliche und örtliche Verfügbarkeit von arbeitenden Frauen nehmen.

Uwe Weddige

Foto: KFM

19 12, 2023

Chinas Milchmarkt

2023-12-19T16:15:24+00:0019. Dezember 2023|

China ist mit Abstand der größte Importeur von Milchprodukten. Nach Angaben der FAO flossen 2022 etwa 35 % der gesamten globalen Handelsmenge an Milch nach China. Jedoch geht der Import in Verbindung mit den stark zunehmenden inländischen Mengen und der nur langsam wachsenden Nachfrage zurück.

Aktuell liegt der Produktionsmenge an Rohmilch bei etwa 41 Millionen Tonnen, davon werden etwas mehr als 60 % in Molkereien verarbeitet. Der Rest wird direkt verbraucht oder selbst verarbeitet. Nach den Daten der FAO werden rund 70 % des chinesischen Milchverbrauchs selbst erzeugt und rund 30 % importiert – vor allem als H-Milch und Vollmilchpulver, aber auch als Magermilchpulver und zunehmend auch als Käse.

Die Analysten erwarten aufgrund der gewachsenen inländischen Produktion für 2024 einen Rückgang der Importe sowohl von Vollmilchpulver (WMP) als auch von Magermilchpulver (MMP).

Ultrahocherhitzte Milch (UHT-Milch) ist das dominierende Produkt auf dem chinesischen Milchmarkt. Verbraucher schreiben UHT-Milch viele gesundheitliche Vorteile zu, besonders für Kinder und ältere Familienmitglieder. Importierte UHT-Milch hat ein gutes Image und ist auch in Qualität und Preis gegenüber chinesischer Milch im Vorteil. Die hohe Marktnachfrage nach diesen Produkten wird sowohl das Wachstum der inländischen Produktion als auch der Importe vorantreiben.

Uwe Weddige

Grafik: agrarheute

14 12, 2023

Ausbildung für Mastertrainer beginnt!

2023-12-14T07:08:08+00:0014. Dezember 2023|

Die Anzahl milchproduzierender Betriebe nimmt stark zu, doch es fehlen oftmals gut ausgebildete Fachleute. Zur Behebung dieses Mangels plant das KFM-Projekt sein Angebot umfangreicher Aus- und Weiterbildungen zu intensivieren.

Für die Durchführung dieser Seminare und Trainings suchen wir mehrere Trainer. Diese Fachleute werden ab Sommer/Herbst eine Vielzahl von Kursen für kleine und große milchproduzierende Betriebe durchführen. Besonderen Wert legen wir dabei auf die enge Verknüpfung von Praxis und Theorie. Ab Herbst 2024 werden die sogenannten „Mastertrainer“ außerdem den ersten Jahrgang von Milcherzeugungsberatern ausbilden.

Bewerber sollten bereits über nachweisbare Erfahrungen in der Milcherzeugung oder Milcherzeugungsberatung verfügen und Interesse an einer Intensivausbildung haben.

Die Schwerpunkte dieser viermonatigen Ausbildung der künftigen Trainer liegt in den Bereichen Milchproduktion, Futterbau, Bauwesen und in der Unternehmensführung. Hinzu kommt der Erwerb von methodischem und didaktischem Handwerkszeug.

Die Ausbildung beginnt Anfang März und endet mit einer Abschlussprüfung Ende Juni. Bei erfolgreichem Abschluss ist die Teilnahme an einem anschließenden Praktikum in Deutschland vorgesehen.

Fragen zur Anstellung und zur Ausbildung beantworten Ainagul Ayaganova (Tel.: +7701 910 3375, E-Mail: ainagul.ayaganova@adt.de)  und Symbat  Sagyndykova (Tel.: +77071242466,  E-Mail: sagyndykova.sr@mail.ru).

Uwe Weddige

Foto: KFM

13 12, 2023

Klauenpflegetraining bei Bayserke-Agro

2023-12-13T08:27:54+00:0013. Dezember 2023|

Bei der schlecht gepflegten Klaue steht die Kuh vor allem auf der äußeren Klauenhälfte. Dies ist oftmals die Ursache von Druckschäden und Klauengeschwüren. Eine dauerhafte Überlastung, die durch das Abrollen über die Außenklaue noch verstärkt wird, ist die Folge.
„Feuchte Bodenverhältnisse im Laufstall führen zu ungünstig geformten Klauen“, erklärt Holger Plowka den Teilnehmern des Klauenpflegetrainings im Stall von Bayserke Agro. Dabei zeigt er auf eine überhöhte Sohlenfläche und vor allem eine fehlende Hohlkehlung, die den Großteil des Körpergewichtes der Kuh tragen soll. „Dies führt zu einer starken Belastung des inneren Sohlenbereichs“, erläutert der deutsche Experte weiter, „folglich kommt es zu Quetschungen der Lederhaut und oft zur Ausbildung eines Sohlengeschwüres.“
Im Anschluss zeigt er die Behandlung der Klauen im Rahmen der sogenannten „Funktionellen Klauenpflege“. Alle Teilnehmer des mehrtägigen Trainings üben nicht nur die die Standardpflege, sondern auch komplizierte Arbeiten an überlangen oder entzündeten Klauen. „Besonders viel lernen konnte ich durch Holgers Arbeitsweise beim Ansetzen von Klötzen und beim Anlegen von Verbänden“, lobt einer der Teilnehmer die Ergebnisse des Trainings.
Uwe Weddige
Foto: KFM

7 12, 2023

Warmes Mikroklima für Kälber

2023-12-14T07:08:56+00:007. Dezember 2023|

Während Kühe geringe Temperaturen bevorzugen, kühlen Kälber schneller aus. Außerdem fehlt ihnen in den ersten Lebensmonaten der Pansen, der dem erwachsenen Rind ein starker Wärmeproduzent ist.

In den ersten drei Lebenswochen empfinden Kälber Temperaturen unter 15 Grad Celsius als Kältestress! Ältere Kälber empfinden Temperaturen unter 5 Grad als kalt.

Fünf einfache Maßnahmen für mehr Wärme:

  1. Tränke: Der Körper des gesunden Kalbes kann ausreichend Körperwärme produzieren, wenn er genug Energie erhält. Sinkt die Außentemperatur, muss mehr getränkt oder die Dosierung des Milchaustauschers erhöht werden, da Wärmeproduktion Energie verbraucht.
  2. Trockene, großzügige Stroheinstreu: Knien Sie sich einmal in die Kälberbox – bleiben die Knie trocken, ist alles okay. Bei nassen Knien muss neu übergestreut werden. Beobachten Sie das Kalb beim Liegen! Zur Einschätzung, ob die Stroheinstreu ausreicht, wenden Sie in den Nesting Score bei täglichen Kälberbeobachtung an.

– Score 1: Die Beine des Kalbes sind vollständig zu sehen – nachstreuen!

– Score 2: Die Beine des Kalbes sind zur Hälfte zu sehen – nachstreuen!

– Score 3: Die Beine des Kalbes sind nicht zu sehen – alles richtig gemacht!

  1. Tiere trocken halten: Neugeborene, feuchte Kälber müssen schnell abgetrocknet werden, das Ablecken durch die Kuh reicht dabei nicht! Nur das trockene Fell kann vor Wärmeverlust schützen.

Bewährt haben sich Wärmeboxen mit Warmluft oder Wärmestrahlern zum Trocknen für die ersten 12 Lebensstunden.

  1. Kälberdecken verwenden: Voraussetzung ist, dass die Kälber ein trockenes Fell haben und die Decken trocken und passend angebracht sind. Nasse, stark verschmutzte Decken müssen ausgetauscht werden. Die Decken sind bei mindestens 60 °C zu waschen, bevor sie das nächste Kalb wärmen.

Uwe Weddige

Foto: calfcare.ca

5 12, 2023

Metritis – eine Erkrankung mit Folgen

2023-12-05T05:45:48+00:005. Dezember 2023|

Eine Kuh beginnt gleich nach Anschluss an die Geburt mit der Rückbildung der Gebärmutter. Ihr kompletter Hormonhaushalt kommt wieder in den Zyklus, in dieser Phase wird der Grundstein für eine neue Trächtigkeit gelegt. Eine Kuh mit Ausfluss wird dagegen oftmals nicht tragend.

Krankheitsbilder der Metritis bzw. Endometritis kommen zustande, wenn die geöffneten Geburtswege übermäßig von Keimen besiedelt werden und die natürlichen Abwehrkräfte und Mechanismen des Körpers nicht ausreichen, um sie zu bekämpfen. Untersuchungen belegen, dass Kühe mit einer klinischen Endometritis eine verlängerte Güstzeit von durchschnittlich 32 Tagen haben, i.d.R. 10% mehr Besamungen notwendig sind und sich ihr Abgangsrisiko aufgrund von Fruchtbarkeitsproblemen um 70% erhöht.

Eine Temperaturerhöhung ist das erste Anzeichen für solch einen Entzündungsvorgang im Körper. Nur eine tägliche Temperaturkontrolle, ergänzt durch eine intensive Tierbeobachtung, lässt Krankheitssymptome schnell erkennen. Für jede Kuh mit Ausfluss ist das weitere Vorgehen mit dem Tierarzt zu besprechen.

Uwe Weddige

Foto: KFM

30 11, 2023

Auszeichnung für das KFM-Team

2023-11-24T04:10:53+00:0030. November 2023|

Anlässlich des Tages der „Arbeitnehmer in der Landwirtschaft sowie in der Lebensmittel- und Verarbeitungsindustrie“ dankte und gratulierte der Landwirtschaftsminister der Republik Kasachstan Ajdarbek Saparow Herrn Uwe Weddige für seinen Beitrag zur Entwicklung der kasachischen Landwirtschaft.

Der deutsche Agrarexperte, der die Auszeichnung stellvertretend für sein Team entgegennahm, ist seit 2020 als Leiter des „Projektes für Kompetenzförderung in der kasachischen Milchproduktion“ (KFM) tätig. In diesem Zusammenhang lobte er ausdrücklich die konstruktive und produktive Zusammenarbeit mit den kasachischen Partnern.

Mit Beginn der zweiten Projektphase Anfang November unterstützt das kasachisch-deutsche KFM-Team nun den Aufbau eines Kompetenz- und Beratungszentrums für Milchproduktion in der Nähe von Almaty.

Uwe Weddige

Grafik: KFM

28 11, 2023

Gemeinsame Erklärung unterzeichnet

2023-11-24T03:45:16+00:0028. November 2023|

Im Rahmen seines Besuchs vom 15. bis 17. November in Berlin unterzeichnete der Vize-Landwirtschaftsminister Kasachstans Abulhair Tamabek mit der Parlamentarischen Staatssekretärin Dr. Ophelia Nick die „gemeinsame Erklärung“ zur Weiterführung des bilateralen Kooperationsprojekts „Agrarpolitischer Dialog“ (APD).

Dabei hob der Vizeminister die intensive Zusammenarbeit im Rahmen der bilateralen Kooperationsprojekte, „APD“, „Deutsches Agrarzentrum“ (DAZ) und „Kompetenzsteigerung im Bereich der Milchproduktion in Kasachstan“ (KFM) besonders hervor. „Die Aktivitäten bestehender Zentren und Projekte werden von beiden Seiten positiv bewertet und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der kasachisch-deutschen Zusammenarbeit im Agrarsektor“, sagte der Vizeminister.

Er fügte hinzu, dass die kasachische Delegation an der 88. internationalen Agrarausstellung „Grüne Woche 2023“ teilnehmen werde, die vom 19. bis 28. Januar 2024 in Berlin stattfinden werde.

Uwe Weddige

Foto: BMEL

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