About Uwe Weddige

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18 08, 2023

Luft für gesunde Kühe

2023-08-18T04:32:32+01:0018. August 2023|

Wir alle kennen sie: Ställe mit schlechter Luft. Im Sommer reichen die Öffnungsweiten an den Traufwänden und im First für einen ausreichenden Luftwechsel bei weitem nicht aus. Viele Kühe hecheln, Futteraufnahme und Milchleistung gehen zurück, Mastiden nehmen täglich zu. Die Lösung wird oft in der Nachrüstung von aufgehängten Lüftern gesucht. Doch große Mengen von Luft zu bewegen, kostet Energie und damit Geld.

Betritt man diese Ställe im Winter, ist es nicht besser: alle Öffnungen werden verschlossen, weil die Stalltechnik – oftmals auch in neu errichteten Anlagen – nicht für Minustemperaturen ausgelegt ist. In der Folge ist die Luft mit Wasserdampf und Ammoniak gesättigt und die Liegeflächen sind feucht. Das nasse und schmutzige Fell der Tiere spricht Bände.

Erfolgreiche Milcherzeuger kennen jedoch den großen Einfluss des Stallklimas auf das Befinden der Kühe. Das bringt auch Frank Cordes vom Milchhof Reeßum auf den Punkt: „Tierwohl ist die Abwesenheit von Stress“. Auch deswegen sieht er seine Aufgabe darin, die Bedürfnisse jeder seiner 770 Kühe zu erfüllen und das jeden Tag.

Eine neue Dimension der Luftqualität verspricht nun ein Hersteller https://www.allsmart-vet.com/?lng=en mit maßgeschneiderten Luftschläuchen. Diese sollen so bemessen sein, dass im Sommer die sensiblen Bereiche im Stall und am Tier erfrischend kühl sind. Wird es dagegen draußen kühl, soll Außenluft nicht unkontrolliert an die Tiere kommen. Die notwendige Menge an Frischluft wird nun gleichmäßig und frei von Zugluft über die Tiere verteilt. Dafür sind jedoch große Querschnitte, genaue Berechnungen und gute Regeleinheiten für die Ventilatoren notwendig.

Frank Cordes ist sich sicher, dass sich das Tierwohl im Stall weiter verbessern und sich die Investition in das neue Lüftungssystem rechnen wird.

Uwe Weddige

Foto: KFM

15 08, 2023

Gesunde Euter auch im Sommer!

2023-08-13T05:23:22+01:0015. August 2023|

Wie in anderen Jahren steigen auch diesem Sommer die Zellzahlen und Mastitisraten in den Milchviehherden der Pilotbetriebe. Die Hitze ist aber nicht der alleinige Grund dafür. Mit einer Behandlung ist es aber nicht getan, die Ursachen müssen gefunden und bekämpft werden.

Durch die höheren Temperaturen im Sommer nimmt die Dichte von Keimen, die Mastitis verursachen können, im Kot und in der Einstreu massiv zu. Kommen die Tiere mit einem schmutzigen Euter zum Melken, steigt das Infektionsrisiko. Insbesondere dann, wenn Melkroutine und -hygiene nicht optimal sind.

Auch der Hitzestress beeinflusst die Leistung des Immunsystems negativ und begünstigt so das Entstehen von Krankheiten. Zudem sinkt mit höheren Temperaturen auch die Futteraufnahme. Trockensteher neigen zu Krankheiten nach dem Kalben, Frischmelker reagieren mit Ketose, Nachgeburtsverhalten, Milchfieber und Infektionen wie Metritis und Mastitis.

Laktierende Kühe haben weniger Appetit und sind häufiger krank. Zudem leidet die Grundfutterhygiene, Pilzwachstum und Nacherwärmung mindern die Futteraufnahme und stören die physiologische Verdauung. Stoffwechselstörungen und Leistungseinbußen sind kaum mehr zu verhindern.

Wird dann noch die TMR fehlerhaft gemischt oder kann sie durch die Tiere sortiert werden, macht sich das ebenfalls negativ bemerkbar. Kommen dann noch andere Stressfaktoren wie schlechter Kuhkomfort oder eine unzureichende Klauengesundheit hinzu, wird es kritisch für die Tiergesundheitssituation.

Auf vielen Betrieben häufen sich in der warmen Jahreszeit daher auch Fälle von schweren Euterentzündungen. Umgangssprachlich wird von „Coli“-Mastitis gesprochen, die überwiegend mit Entzündungshemmern erfolgreich zu behandeln ist. Wichtig ist aber auch eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit, um den Kreislauf der Kuh zu stabilisieren.

Lesen Sie dazu auch die KFM-Checkliste „Eutergesundheit .

Uwe Weddige

Foto: KFM

10 08, 2023

Zeit nutzen – Maisernte vorbereiten

2023-07-28T07:48:08+01:0010. August 2023|

Noch ist ein paar Wochen Zeit bis zur Maisernte. Nicht nur die Messer des Häckslers sollten geschärft sein, auch die Gegenschneide gilt es sorgfältig einzustellen und die Funktion des Corn-Crackers ist zu prüfen. Ein Probelauf kann also nicht schaden.

Was oft vergessen wird:

  • Unterzieh- und Abdeckfolien sowie Siloschutzgitter haben oftmals lange Lieferzeiten, also rechtzeitig bestellen!
  • Silos instand setzen und reinigen!
  • Sandsäcke zur Folienbefestigung auf Paletten einsatzbereit lagern.

Ohne geht es nicht:

  • Jeder Schlag reift anders ab, deswegen ist eine Reifeschätzung zwingend notwendig. Verwenden Sie dazu das KFM-Merkblatt „Erntetermin Mais Schätzung“ .

Wenn der Feldhäcksler startet:

  • Es gibt einen klaren Ablaufplan, in welcher Reihenfolge die Schläge geerntet werden, wie viele Gespanne mitfahren und wer auf dem Silo walzt.
  • Hilfreich ist es, Schläge, Feldgrenzen, Hindernisse und Zufahrten in einer digitalen Schlagkartei zu hinterlegen oder auf einer Karte einzuzeichnen.
  • Spätestens jetzt sind Randfolien an den Silowänden aufgehängt.

Kontrolle, Kontrolle …

  • Mit der ersten Fuhre beginnt die Kontrolle am Silo: Trockenmassegehalt, die dazu passenden Häcksellänge und ob alle Körner angeschlagen sollten mindestens halbstündlich untersucht werden.

Das Wichtigste auf dem Fahrsilo: walzen, walzen, walzen!

  • Der Luftdruck in den Reifen des Walztraktors beträgt mindestens 2 bar.
  • Der Walztraktor arbeitet mit maximal 4 km/h und überfährt das gesamte Silo zwei- bis dreimal, bevor die nächste Schicht kommt. Keine Schicht ist dicker als 20 bis 30 cm.
  • Zum Abschluss walzt der Traktor noch eine Stunde weiter (nicht länger), bevor das Silo abgedeckt wird.

Erntetrainings

  • Gemeinsam mit dem deutschen Experten Markus Hauschild wird das KFM-Team auch in 2023 Trainings im nördlichen Kasachstan anbieten. Termine und Orte werden rechtzeitig angekündigt.

Mehr zum Thema: Lesen Sie KFM-Merkblätter Maisernte, Silierfehler und Siloabdeckung“.
Uwe Weddige

Foto: Weddige

8 08, 2023

Die Milch kommt von alleine …

2023-07-26T03:58:04+01:008. August 2023|

über diese Äußerung wunderte sich auch die kasachische Delegation, die kürzlich Norddeutschland bereiste. Oft wird immer wieder betont, dass die Probleme mit steigender Milchmenge zunehmen. Deswegen erstaunt dieser Satz von einem der besten Milcherzeuger Deutschlands umso mehr. 13.500 kg/Jahr, 41 kg Milch/Kuh und Tag und eine Lebenseffektivität von 22,4 kg, das sind „seine“ Zahlen: Frank Cordes vom Milchhof in Reeßum.

„Wir halten nicht 770 Kühe! Nein wir halten 770 mal eine Kuh!“, so lautet das Erfolgsmotto des gesamten Teams auf dem eindrucksvollen Hof südöstlich von Bremen. Der Erfolg gibt dem Betriebsleiter Recht und er betont: „Tierwohl und Tiergesundheit müssen stimmen, dann kommt die Milch von alleine“.

Während die Bewirtschaftung der 432 ha Futterflächen durch einen Dienstleister erledigt wird, gilt es ca. 1.350 Rinder zu versorgen. An vielen Stellen heißt es „keep it simple“, so erhalten alle laktierenden Kühe die gleiche Ration und die Kälber werden an den ersten 21 Tagen satt getränkt. Für die Fütterung steht ein selbstfahrender Futtermischwagen zur Verfügung, gemolken wird in einem 20er SwingOver-Melkstand mit automatischem Postdipping.

Cordes Augen leuchten, wenn er von den Mitarbeitern und seinen Kühen berichtet. Das hochmotivierte Team mit insgesamt 25 Angestellten, davon drei bestens ausgebildete Herdenmanager kann beeindruckende Leistungen vorweisen. Der Milcherzeuger sieht den Schlüssel zum Erfolg auch in der ständigen Weiterbildung seiner Mitarbeiter. Befürchtungen, dass gutes Personal abgeworben werden könnte, hat er nicht. Schwierig würde es, „wenn das Ausbildungsniveau sinkt“, so seine Bedenken.

Uwe Weddige

Foto: KFM

3 08, 2023

Kartoffelmilch, der neue Hype?

2023-07-26T03:45:01+01:003. August 2023|

Viele Veganer sind begeistert von Kartoffelmilch. Diese wird als neuartige Alternative zu Kuhmilch betrachtet. Das schwedische „StartUp Veg of Lund“ ist mit seinem innovativen Kartoffelgetränk „DUG“ bereits seit 2021 erfolgreich auf dem Markt.

Auch in Großbritannien erfreut sich dieser pflanzliche Drink großer Beliebtheit. Das Getränk besteht hauptsächlich aus Kartoffeln und enthält keine gängigen Allergene wie Laktose, Nüsse, Soja oder Gluten. Neben den Kartoffeln werden Rapsöl, Wasser, Zucker, Erbsenprotein, Folsäure und verschiedene Vitamine eingemischt. Die Umweltbilanz soll angeblich deutlich besser sein, als die von Kuhmilch. Im Vergleich zur Hafermilch benötigt dieses Getränk weniger Anbaufläche. Die Kartoffeln stammen in der Regel aus regionalem Anbau.

Die „Milch“ lässt sich auch im Haushalt selbst herstellen. Dafür werden mehlig kochende Kartoffeln gekocht, püriert und nach Belieben gesüßt. Die durchgesiebte Flüssigkeit kann dann verdünnt und gekühlt für mehrere Tage aufbewahrt werden. Es bleibt abzuwarten, wie gut die Kartoffelmilch den Geschmack der Käufer begeistern wird!

Uwe Weddige

Foto: Weddige

1 08, 2023

Sensoren für Kälber einsetzen?

2023-07-25T09:38:26+01:001. August 2023|

Neu entwickelte Systeme helfen Kälberkrankheiten bis zu drei Tage vor Ausbruch zu erkennen. Es ist anwendbar für Kälber in der Einzelhaltung ab dem ersten Tag nach der Geburt.

An jeder Einzelbox zeichnet ein Sensor das Verhalten des Kalbes auf. Mit Hilfe der integrierten Infrarot-Technik werden die Bewegungen des jeweiligen Kalbes gemessen. Daraus können Bewegungsmuster interpretiert werden. Ein Server wertet mit Hilfe eines Algorithmus diese Daten kontinuierlich aus und erkennt verdächtige Kälber.

Alle Auffälligkeiten werden per App an das Smartphone des Herdenmanagers gesendet. Dieser erhält Benachrichtigungen in Echtzeit, damit er schnell reagieren und Kälber frühestmöglich behandeln kann.

Anwender berichten begeistert, dass sich die Tiergesundheit im gesamten Bestand und das Tierwohl verbessern. Die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Krankheiten bei Einzeltiere hilft deren Ausbreitung wirksam zu vermindern. Zudem teilen einige Betriebe die Daten direkt mit ihrem Tierarzt.

Die Montage der langlebigen Sensoren an der Kälberbox oder am Iglu dauert nur wenige Minuten. Auch die Zentraleinheit ist schnell installiert.

Uwe Weddige

Foto: https://landwirt-media.com/bovitools-milchblockaden-loesen/

27 07, 2023

Klima: 200.000 Kühe schlachten?

2023-07-24T08:46:42+01:0027. Juli 2023|

Die grüne Insel Irland ist für ihren großen Viehbestand und ihre Fleisch- und Milchwirtschaft bekannt. Nun versetzen Überlegungen der Dubliner Regierung die Landwirte in Aufregung:

In einem internen Papier der Regierung heißt es, um die selbstgesetzten Klimaschutzziele zu erreichen, müsste der Viehbestand in den nächsten Jahren um 10 Prozent reduziert werden. Daher schlägt das Agrarministerium vor, bis 2025 rund 200.000 Kühe, zu schlachten. Man rechnet mit Kosten von 600 Millionen Euro kosten.

Tim Cullinan, Präsident des irischen Bauernverbands, warnte, dass die Fleisch- und Milchproduktion dann einfach in andere Länder abwandern werde. Der Chef der Irish Creamery Milk Suppliers Association, Pat McCormack findet es „frustrierend“, dass die Milchwirtschaft an den Pranger gestellt werde. Die CO2-Emissionen des Verkehrs oder der Luftfahrt seien stärker gestiegen als die der Viehbestände.

Fachleute weisen darauf hin, dass die Produktion von Fleisch und Milch in Irland wegen der dortigen relativ schonenden Weidewirtschaft, wo die Kühe Gras überwiegend von der Weide fressen, weniger klimawirksame Emissionen verursache als in vielen anderen Ländern.

Uwe Weddige

Foto: Weddige

20 07, 2023

Kasachische Herdenmanager in Deutschland

2023-07-20T04:04:50+01:0020. Juli 2023|

Kürzlich konnten ausgewählte Mitarbeiter unserer Pilotbetriebe ihr Wissen und Können in Deutschland erweitern. Das Arbeiten mit und am Tier erfordert fundiertes Wissen, viel Gespür und umfangreiche praktische Fähigkeiten. Deshalb krempelten kasachische Herdenmanager, Zootechniker und Veterinäre ihre Ärmel hoch und durchliefen ein intensives Schulungsprogramm im Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Düsse.

Vom Fütterungs- und Melktraining über die Erstversorgung eines Kalbes nach der Geburt bis hin zur Klauenpflege und dem allgemeinen Umgang mit Rindern wurde alles geboten. Auch die wichtigen Themen Tierwohl und Tiergesundheit kamen nicht zu kurz. Im Vordergrund des einwöchigen Trainings standen praktische Übungen nach dem Motto „nicht zuschauen, sondern anpacken“.

Uwe Weddige

Foto: ADT

18 07, 2023

Klauengesundheit beginnt bei der Färse

2023-07-18T04:34:24+01:0018. Juli 2023|

Lahmheiten bei jungen Milchkühen haben ihren Ursprung oft bereits im Färsenalter.  Professor Nigel Cook von der Universität in Wisconsin-Madison ist sich sicher, dass viele Erkrankungen ihren Ursprung bereits im Färsenalter haben.

„Besonders Dermatitis digitalis (DD oder auch Mortellaro) ist eine hochgradig ansteckende Krankheit, die sich in Laufställen ausbreitet“, erklärt Nigel Cook. Er beobachtete, dass in einigen Herden bis zu 30 Prozent der Färsen mit verräterischen DD-Läsionen aufwachsen.

Diese dunkelroten, erdbeerartigen und haarigen Strukturen an der Ferse und in den Zehenzwischenräumen des Jungrinds sind äußerst schmerzhaft. Sie können zudem dazu führen, dass die Kühe ein Leben lang unter chronischen und schwer zu behandelnden Läsionen leiden. Dies wiederum führt zu ständigem Stress, eingeschränkter Mobilität und geringem Produktionspotenzial.

Er empfiehlt, Färsen und Kühe regelmäßig und sorgfältig auf Anzeichen von DD-Läsionen zu untersuchen und auffällige Tiere sofort mit Fußbädern zu behandeln. Eine trockene Umgebung verringert zudem die Gefahr, dass sich Motellaro schon früh im Leben einer späteren Milchkuh festsetzt. Zusätzlich konnte Cook in Untersuchungen einen positiven Zusammenhang zwischen einer Futterergänzung mit organischen Spurenelementen, vor allem Zink, und der Vorbeugung von Mortellaro feststellen.

Uwe Weddige

Foto: KFM

14 07, 2023

Deutsche Bildungszentren – ein Vorbild?

2023-07-14T15:09:04+01:0014. Juli 2023|

Zur Verbesserung der Kompetenzen im Bereich der Milchproduktion soll auf Grundlage des Bildungs- und Produktionszentrums Baiserke Agro ein „Milchzentrum“ nach deutschem Vorbild entstehen.

Vertreter des Landwirtschaftsministeriums der Republik Kasachstan, von „Baiserke Agro“ sowie der kasachischen Agrotechnischen Universität sind auf einer Arbeitsreise in Norddeutschland. Das Programm wurde im Rahmen des kasachisch-deutschen KFM-Projektes unter der Leitung von Uwe Weddige organisiert.

Die kasachische Delegation besuchte das Beratungsbüro von Denise Völker in Ahrensburg, das Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp (LVZ) in Blekendorf sowie das Zentrum für landwirtschaftliche Bildung (LBZ) in Echem, um die Aufgaben von Beratungs- und Bildungszentren kennenzulernen.

Milcherzeuger benötigen eine Vielzahl von Fachkräften für die Arbeitserledigung. Egal ob Fütterung, Melken, Klauenpflege oder Herdenmanagement, die Aufgaben sind vielfältig und anspruchsvoll.

Das geplante Zentrum bei Almaty wird dazu beitragen, den Fachkräftemangel zu mindern, die Kompetenz der Mitarbeiter in neuen und bestehenden Milchviehbetrieben zu verbessern und junge Menschen für die Arbeit in der Milcherzeugung zu gewinnen.

Svetlana Puchkova und Uwe Weddige

Foto: Uwe Weddige

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