Die Nutzung von Wirtschaftsdünger aus der Milchviehhaltung gewinnt zunehmend an Bedeutung in Kasachstan. Rindergülle und Stallmist stellen wertvolle Quellen für Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K) sowie organische Substanz dar und können sowohl die Bodenfruchtbarkeit als auch die Erträge im Ackerbau verbessern.
Die Milchviehhaltung in Kasachstan wird noch überwiegend von kleineren Hauswirtschaften und Familienbetrieben geprägt, während moderne Milchfarmen an Bedeutung gewinnen. Dadurch fallen Wirtschaftsdünger oft dezentral an und werden nicht überall systematisch erfasst oder genutzt. Typische Nutzungswege sind:
- Ausbringung von Stallmist auf Acker- und Futterflächen;
- Nutzung von Gülle als organischer Flüssigdünger;
- Kompostierung von Festmist;
- Noch gering verbreitet ist der Einsatz in Biogasanlagen zur Energiegewinnung.
Aufgrund der langen und kalten Winter konzentriert sich die Ausbringung in vielen Regionen Kasachstans auf zwei Hauptperioden:
- Im Frühjahr vor der Aussaat
- Im Herbst nach der Ernte
Deshalb sind ausreichende Lagerkapazitäten für Gülle und Mist besonders wichtig, damit die während des Winters anfallenden Wirtschaftsdünger bis zur optimalen Ausbringungszeit fachgerecht zwischengelagert werden können.
Für eine effizientere Nutzung des Wirtschaftsdüngers aus der Milchviehhaltung werden folgende Maßnahmen empfohlen:
- Ausbau moderner Gülle- und Mistlager;
- Nährstoffanalysen vor der Ausbringung;
- Bodennahe und zeitgerechte Ausbringung;
- Kompostierung von Festmist;
- Förderung von Biogasanlagen auf größeren Milchviehbetrieben;
- Schulung von Landwirten/Fachkräften von Milchviehbetrieben sowie von Beratern von milchviehhaltenden Betrieben im Nährstoffmanagement.
Fazit: Wirtschaftsdünger aus der Milchviehhaltung besitzt in Kasachstan ein großes Potenzial zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, zur Reduzierung von Mineraldüngerkosten und zur Erzeugung erneuerbarer Energie. Voraussetzung dafür sind bessere Lagerungs-, Aufbereitungs- und Ausbringungstechniken sowie eine stärkere Integration von Tierhaltung und Pflanzenbau.
Weitere, vertiefende Fachinformationen finden sie dazu auf der Website des KFM-Projektes, in der Reihe Wegweiser Modul 9 „Beratung zur Lagerung und Nutzung von Wirtschaftsdüngern“ sowie in einzelnen Merkblättern. Darüber hinaus plant das KFM-Projekt zum Thema Kreislaufwirtschaft und Wirtschaftsdünger eine Veranstaltung im Oktober 2026.
Ekkehard Schröder
Foto: KFM