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17 02, 2026

Zwischenkalbezeit verlängern?

2026-02-17T04:53:39+00:0017. Februar 2026|

Ist die seit Jahrzehnten praktizierte Regel von 305 Tagen Laktation und 60 Tagen Trockenstehzeit noch sinnvoll?

Forscher der niederländischen Wageningen University and Research und der dänischen Aarhus University suchten nach neuen Wegen. Lesen Sie hier die zusammengefassten Ergebnisse:

Größere Zwischenkalbezeiten bringen einige Vorteile mit sich:

  • Verlängerte Laktationsperioden, führen zu weniger Transitphasen im Leben einer Kuh, also den allgemein riskantesten Zeiten für die Kuhgesundheit.
  • Die geringere Anzahl geborener Kälber kann durch den Einsatz von gesextem Sperma und genomischer Selektion ausgeglichen werden.
  • Eine verlängerte freiwillige Wartezeit vor der Besamung kann die Fruchtbarkeit verbessern, da die Kühe die Chance erhalten eine positive Energiebilanz herzustellen.
  • Längere Laktationsperioden reduzieren den Arbeitsaufwand im Hinblick auf Trockenstellen, Kalbungen und Erkrankungsbehandlung.

Andererseits können längere Laktationszeiten auch nachteilige Auswirkungen mit sich bringen:

  • Insbesondere im letzten Abschnitt der Laktation besteht das Risiko von Verfettung. Dies kann im Anschluss an die Kalbung zu Gesundheits- und Fruchtbarkeitsstörungen führen.
  • Wenn vor allem die leistungsstarken Kühe für die längere Laktationszeit ausgewählt werden, produzieren gerade diese Tiere weniger Nachkommen. Dies könnte sich langfristig auf den genetischen Fortschritt der gesamten Herde auswirken.

In beiden Studien konnte beobachtet werden, dass die Persistenz bei erstlaktierenden Tieren besser ist als bei älteren Kühen. Eine verlängerte Laktationsdauer scheint daher im Hinblick auf Milchertrag und Wirtschaftlichkeit besonders für erstlaktierende Tiere vorteilhafter.

Die Verlängerung der Laktationsdauer birgt aber auch Chancen und Risiken. Viele Einflussfaktoren sind beteiligt und die Datenlage auf Auswirkungen, besonders für nachfolgende Laktationen, ist bisher gering. Weitere Forschungen könnten zu diesem Thema eindeutige und allgemeingültige Empfehlungen geben.

Uwe Weddige

Foto © KFM

12 02, 2026

Zoonosen: eine Gefahr für Landwirte

2026-02-12T04:10:06+00:0012. Februar 2026|

Durchfallerkrankungen bei Kälbern mindern nicht nur die Entwicklung, Leistung und Fruchtbarkeit der Tiere, sie stellen als sogenannte Zoonosen auch eine Gefahr für den Menschen dar.

Besonders Rotaviren, Kryptosporidien und Salmonellen können sowohl bei den Kälbern als auch beim Menschen Durchfall und weitere Erkrankungen auslösen. Weiterhin sind Campylobacter- und Yersinien-Bakterien für Menschen nicht ungefährlich, während sie bei Kälbern und Rindern oft keine Erkrankung auslösen oder ohne Symptome verlaufen. Ähnliches gilt für verschiedene E. coli Stämme, die von Rindern übertragen werden und bei Menschen für Infektionen verantwortlich sind.

Zur Senkung des Zoonose-Risikos ist Hygiene im Stall und im Umgang mit den Tieren oberstes Gebot! Wenn die Desinfektion von Arbeitsgeräten oder Stalleinrichtungen bei den Kälbern Erkrankungen vorbeugt, so gilt dies auch für alle, die dort arbeiten und mit den Tieren direkt oder indirekt in Kontakt kommen.

Sorgsame Hygiene durch Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen sowie durch das Tragen von Einmalhandschuhen schützt also Mensch und Tier!

Mehr dazu lesen Sie im kostenfreien KFM-Merkblatt „Zoonosen vermeiden“

Uwe Weddige

Foto: © KFM

10 02, 2026

Wer bequem liegt, bleibt gesund!

2026-02-11T09:03:38+00:0010. Februar 2026|

Kühe, die nicht in Liegeboxen stehen, sondern sich dort nach wenige Sekunden hinlegen sind ein gutes Zeichen für die Gestaltung Ihrer Liegeboxen.

Eine Kuh sollte mehr als zwölf Stunden am Tag liegen. Dies ist wichtig für ihre Gesundheit und damit auch für ihr Leistungspotenzial. Das Liegen bedeutet eine Entlastung für die Fundamente, die Abtrocknung der Klauen, eine gute Durchblutung des Euters und Zeit zum Wiederkauen!

Ein blankgescheuertes Nackenrohr ist fast immer zu niedrig montiert. Blanke Stellen an den Liegeboxenbügeln deuten darauf hin, dass die Kuh sich schräg in die Box legen muss, weil zu wenig Kopfraum gegeben ist.

Das Verhalten der Herde zeigt, ob die Boxenmaße passen: Stehen viele Tiere mit den Vorderbeinen in den Liegeboxen oder benötigen sie mehrere Minuten, um sich hinzulegen? Das spricht fast immer für zu harte Liegematten oder für eine mangelnde Größe der Liegeboxen.

Großen Einfluss auf den Liegekomfort hat die Beschaffung der Liegeflächen. Geschwollene und/oder Fell-lose Gelenke sind Hinweise auf Mängel im Liegebereich. Dies ist oftmals bei Hochboxen mit nicht eingestreuten Gummimatten der Fall.

Eine Kontrolle der aktuellen Liegeboxen-Situation lohnt sich immer. Die Kühe und die Einrichtung geben wichtige Hinweise, ob und was zu optimieren ist. Jede Verbesserung zahlt sich in einer längeren Liegezeit und daraus resultierend gesünderen Kühen aus.

Weitere Informationen zur Thematik finden Sie in unserem kostenlosen Merkblatt „Liegeboxenmaße für Kühe“.

Uwe Weddige

Fotos: © Tiergesundheitsdienst Bayern

5 02, 2026

Hautprobleme durch Handschuhe?

2026-02-10T15:25:09+00:005. Februar 2026|

Immer wieder berichten Landwirte bei unseren Melktrainings von Hautproblemen, die durch das Tragen von Einmalhandschuhen entstehen. Besonders häufig genannt werden trockene, rissige Haut, Juckreiz und rissige Nagelhaut. Vermutlich staut sich unter den Handschuhen Feuchtigkeit, in der Folge löst das Trockenheit, Rötungen und Juckreiz aus.

Wenn sie innen feucht werden, sollten sie regelmäßig gewechselt werden. Um Hautschäden zu vermeiden, raten Experten daher dazu, Baumwollhandschuhe unter den Einmalhandschuhen zu tragen. Außerdem ist es wichtig, die richtige Größe auszuwählen.

Wir empfehlen eine gezielte Hautpflege. Häufiges Waschen, Desinfizieren und das Tragen von Handschuhen belasten die Haut. Die Verwendung von Hautschutz- oder Hautpflegemittel direkt unter Einmalhandschuhen hat aber oftmals verstärktes Schwitzen oder das Aufquellen der Haut zur Folge.

Pflegeprodukte sollten feuchtigkeitsbindende Stoffe wie Urea oder Glycerin enthalten und möglichst frei von Duftstoffen sein. Für den Arbeitsalltag sind schnell einziehende Cremes sinnvoll, während für die Pflege zu Hause fetthaltige Produkte besser geeignet sind. Beim Eincremen sollte besonders auf Fingerkuppen, Nagelfalz und Fingerzwischenräume geachtet werden.

Uwe Weddige

Foto © KFM

3 02, 2026

Kälberställe mit Licht desinfizieren?

2026-02-03T08:27:43+00:003. Februar 2026|

Oft begrenzen Außentemperaturen die Wirkung üblicher Desinfektionsmaßnahmen. Eine Lösung kann der Einsatz von UV-C-Strahlung sein.

Neben einer ausreichenden Kolostrumversorgung ist Hygiene in den ersten Lebenstagen besonders wichtig. Hygiene entsteht nicht nur durch Sauberkeit, sondern auch durch Desinfektion. Liegt die Temperatur unter 10 °C, ist die Wirkung üblicher Desinfektionsmittel aber nicht garantiert

In mehreren Untersuchungen wurde das Gerät „EcoProtectorUV-C“ der Firma Urban auf seine Wirksamkeit geprüft.Diese Neuentwicklung wird am Heck eines fahrbaren Milkshuttles angebracht und von diesem auch mit Spannung versorgt.

Bereits nach zwei Minuten Bestrahlung sind fast alle Keime abgetötet. Lediglich Hefen und andere Pilze benötigten eine mindestens doppelt so lange Bestrahlung. Der Erfolg ist abhängig von Abstand, Dauer und Intensität der Bestrahlung sowie von einer guten Positionierung des Gerätes vor der zu desinfizierenden Stelle.

Die Untersuchungen der Hochschule Weihenstephan ergaben, dass bis zum Versuchsende am 14. Lebenstag alle Tiere der Kontrollgruppe mit klassischen Desinfektionsmaßnahmen durchschnittlich 5,2 Tage krank waren. Die Versuchsgruppe mit UV-C-Desinfektion hatte im Durchschnitt 0,8 Krankheitstage pro Tier.

Festgestellt wurde außerdem, dass der durchschnittliche Zeitaufwand für die UV-C-Desinfektion deutlich geringer war, als der Zeitaufwand, der durch kranke Tiere entsteht. Unter Berücksichtigung der zusätzlichen Behandlungskosten erkrankter Kälber errechnet sich eine Kostenersparnis von etwa 47 € pro Kalb.

Die Desinfektion mittels EcoProtectorUV-C verbessert die Hygiene und damit die Haltungsumgebung von Kälbern, deren Iglus sich in der kalten Jahreszeit nicht fachgerecht (über 10 °C) desinfizieren lassen. Die UV-C-Desinfektion ist einfach, das Gerät muss nur vor das zu desinfizierende Iglu gefahren und angeschaltet werden.

Uwe Weddige

Foto © Urban

11 12, 2025

Gesunde Kühe durch fachgerechte Fütterung

2025-12-11T11:00:48+00:0011. Dezember 2025|

Fast alle Probleme mit der Tiergesundheit von Kühen sind im Kern fütterungsbedingt.

Bereits das richtige Trockensteherkonzept entscheidet, ob die Laktation mit Nachgeburtsverhaltung und Labmagenverlagerung oder Pansenazidose startet. Durchdachte Rationsgestaltungen und das Fütterungscontrolling helfen Euterentzündungen und Klauenprobleme zu vermeiden und sorgen dafür, dass die Kuh in der Laktation gesund bleibt und mit der optimalen Körperkondition trockengestellt werden kann.

Nur wenn alle Kühe im Stall eine homogene Mischung ohne Futterselektion fressen und diese konstant in einwandfreier Qualität vorgelegt wird, lassen sich pH-Wert-Schwankungen im Pansen auf ein Minimum reduzieren.

Über eine gesunde, leistungsgerechte Fütterung wird das Immunsystem der Kühe widerstandsfähiger und die Kühe bleiben leistungsfähig. Eine gesunde Fütterung legt sich wie ein „Schutzschirm“ über die Herde und auch der Hitzestress lässt sich deutlich reduzieren.

Viele Zielwerte und Maßnahmen aus der Praxis sind veraltet und passen schon längst nicht mehr zum aktuellen Niveau von Genetik und Management. Nur die ehrliche und akribische Ermittlung der eigenen Erfolgskennzahlen und der kritische Umgang damit führen zu den richtigen unternehmerischen Entscheidungen.

Uwe Weddige

Foto: © KFM

9 12, 2025

Drei Wege zur Eutergesundheit

2025-12-09T04:47:21+00:009. Dezember 2025|

Steigen die Zellzahlen, kommt der Ruf nach Medikamenten oder Futterzusätzen. Aber wer seine Eutergesundheit wirklich nachhaltig verbessern will, sollte sich mit den täglichen Abläufen im Stall beschäftigen.

Prof. Dr. Volker Krömker sagt dazu: „Euterprobleme entstehen selten über Nacht, sie sind oft die Summe vieler kleiner Managementfehler“. Der Fachmann von der Hochschule Hannover ergänzt: „Eutergesundheit ist nichts anderes als Management. Sie entsteht durch wiederholte, saubere Abläufe – Tag für Tag“.

Das bedeutet, dass der Tierhalter durch saubere Boxen, klare Melkroutinen und ein gutes Auge für Details aktiv Einfluss nehmen kann. Prof. Krömker beschreibt drei Wege, die jede Milchkuhherde auf Dauer gesünder machen:

  1. Neuinfektionen vermeiden: Hygiene, Arbeitsstandards und klare Abläufe sind der Schlüssel. Dazu gehört, die Liegeboxen trocken zu halten, regelmäßig zu reinigen und beim Melken konsequent sauber zu arbeiten.
  2. Neuinfektionen früh erkennen und behandeln: Wer Zellzahlen, Milchkontrolle und Tierverhalten im Blick behält, erkennt Entzündungen, bevor sie klinisch werden. Das spart Kosten und Stress – für Mensch und Tier.
  3. Konsequentes Handeln: Chronisch kranke Tiere rechtzeitig selektieren. Eine Kuh, die dauerhaft hohe Zellzahlen hat, erhöht den Keimdruck für alle anderen.

Fazit: Eutergesundheit ist kein Zufall, der Tierhalter muss konsequent die richtigen Dinge tun und das Tag für Tag. Jedes Detail zählt, von der Einstreu, Melkmaschinenwartung bis zum Dippen. Dazu benötigt man keine Wunderlösung, sondern klare Routinen, konsequente Hygiene und ein Team, das Verantwortung übernimmt.

Uwe Weddige

Foto: © Weddige

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