Immer wieder stellt sich die Frage, wie man mit neugeborenen trinkschwachen Kälbern umgeht. Nach der Aufnahme von zwei Liter Biestmilch geht die Trinklust verloren. Was ist zu tun?

In den ersten Stunden nach der Geburt läuft die Zeit schnell davon: innerhalb der ersten vier Stunden sollte das Kalb rund 10 % des Körpergewichts trinken. Bei leichteren Kälbern sind das drei Liter, sonst vier Liter. Mit einem passenden Softdrencher und etwas Übung geht das zügig und sicher. Lassen Sie sich die Methode von einem erfahrenen Tierarzt zeigen.

Erwärmen Sie das Kolostrum vor der Verabreichung auf 38 – 40°C, um die Aufnahme von Immunglobulinen (Antikörper) zu beschleunigen. Zudem sind neugeborene Kälber empfindlich gegenüber Wärmeverlust. Verwenden Sie auf keinen Fall älteres oder verunreinigtes Kolostrum!

Richtiges Drenchen kann lebensrettend sein, muss aber mit Vorsicht und Hygiene durchgeführt werden. Nur durch korrektes Fixieren des Kalbes und langsames Einführen der Sonde wird sichergestellt, dass das Kalb sicher mit wertvollen Antikörpern versorgt wird.

Drenchen sollte keinesfalls eine Standardmaßnahme in der Kolostrumversorgung sein. Bereits kleine Fehler bereiten dem Kalb Schmerzen und machen ihm den Start ins Leben deutlich schwerer!

Sind trinkschwache Kälber an der Tagesordnung, empfehlen Tierärzte zuerst E-Selen, B-Komplex, ein Schmerzmittel und bei Bedarf einen Schleimlöser zu geben. Entscheidend ist aber die Selenversorgung der trockenstehenden Kuh.

Mehr über fachgerechtes Drenchen erfahren Sie im kostenlosen KFM-Merkblatt „Drenchen von Kälbern“.

Uwe Weddige

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