Grundsätzlich ist in der Milchkuhhaltung die Deckung des Nährstoffbedarfs der Tiere durch Fütterungsmaßnahmen sicher zu stellen. Die Nährstoffaufnahme kann durch die Nährstoffkonzentration in der Futterration und durch die Höhe der Futteraufnahme beeinflusst werden. Der Erhöhung der Nährstoffdichte sind jedoch beim Wiederkäuer enge Grenzen gesetzt, da neben der Nährstoffkonzentration auch die Strukturwirksamkeit zur Aufrechterhaltung einer ausreichenden Wiederkauaktivität beachtet werden muss. Aus diesem Grund besitzt die Sicherung einer hohen Futteraufnahme oberste Priorität. Hohe Futteraufnahmen sind somit Voraussetzung für eine gute Milchleistung und Gesundheit, insbesondere bei genetisch hochveranlagten Milchkühen.

Eine Kuh, die kurz vor und direkt nach der Kalbung ausreichend Futter in bester Qualität frisst, startet besser in die Laktation. Diverse Erkrankungen wie z. B. Stoffwechselstörungen (Ketose), Fruchtbarkeitsstörungen usw. stehen oft in direktem oder indirektem Zusammenhang mit einer zu niedrigen Futteraufnahme und / oder nicht angepasster Ration.

Die Futteraufnahme beeinflusst direkt Milchleistung, Tiergesundheit, Fruchtbarkeit und Wirtschaftlichkeit eines Milchviehbetriebes. Sie wird durch ein Zusammenspiel von Tier (Körpergewicht; Rasse und Alter der Kuh; Laktationsstadium; Gesundheitszustand), Futter (Qualität; Schmackhaftigkeit; Trockenmassegehalt; Struktur- und Fasergehalt sowie Rationsgestaltung), Haltungs- und Umweltfaktoren im Laufstall (Fressplatzangebot; Stallklima; Liegekomfort; Bewegungsfreiheit) und ein professionelles Fütterungs- und Herdenmanagement bestimmt. Der Futtertisch sollte bei laktierenden Kühen nie leer sein. Total-Misch-Rationen (TMR) und Einteilung nach Leistungs- oder Laktationsgruppen ermöglicht eine bedarfsgerechte Fütterung. Die uneingeschränkte Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist Voraussetzung für hohe Futteraufnahmen und Milchleistungen der Herde.

Die höchste Futteraufnahme wird erreicht, wenn hochwertige Futtermittel mit einer tiergerechten Haltung und optimalen Managementmaßnahmen kombiniert werden. Dadurch lassen sich Milchleistung, Tiergesundheit und Wirtschaftlichkeit nachhaltig verbessern.

Weitere, vertiefende Fachinformationen zur Maximierung der Futteraufnahme finden sie auf der Website des KFM-Projekts , z.B. Reihe Wegweiser Modul 14 „Fütterung und Rationsgestaltung in der Milchviehhaltung“.

Ekkehard Schröder

Foto: KFM