Tierwohl in der Milchkuhhaltung bedeutet, dass die Milchkühe so gehalten werden, dass ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden und ihre natürlichen Verhaltensweisen berücksichtigt werden. Tierwohl umfasst also nicht nur den Schutz vor Krankheiten und Schmerzen, sondern auch die Möglichkeit, ein möglichst artgerechtes Leben zu führen. Tierwohl bedeutet, dass es der Kuh körperlich und psychisch gut geht und ihre Bedürfnisse erfüllt werden. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für eine hohe Milchleistung.
Wichtige Merkmale von Tierwohl in der Milchkuhhaltung sind:
- Ausreichend Platz und Bewegungsfreiheit in den Ställen und ausreichend Fressplätze für alle Tiere sowie rutschfeste und trittsichere Laufböden,
- Ausgewogene, bedarfsgerechte Fütterung und ständiger Zugang zu frischem Wasser,
- Gesundes Stallklima (frische Luft und gute Belüftung, geringe Luftfeuchtigkeit, keine Zugluft im Liegebereich), ausreichend Licht im Stall, Schutz vor Hitzestress,
- Wenig Staub und Schadgase im Stall (z. B. Ammoniak),
- Saubere, trockene und komfortable Liegeflächen zum Ausruhen,
- Stressarmes Melken mit sorgfältig eingestellter Melktechnik sowie gute Euter- und Tierhygiene,
- Gute Tiergesundheit, etwa durch Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten oder Lahmheiten, regelmäßige Klauenpflege und Gesundheitskontrollen,
- Möglichkeit zu natürlichem Verhalten, beispielsweise Sozialkontakte zu anderen Kühen, Bewegung und funktionsfähige Bürsten zur Fellpflege,
- Stressarmer Umgang durch den Menschen,
- Geschultes Personal für Tierbetreuung und -beobachtung vorhanden.
Weitere vertiefende Informationen zum Kuhkomfort und Tierwohl in der Milchkuhhaltung finden sie auf der der Website des KFM-Projekts unter den Rubriken „Reihe Wegweiser“ und „Merkblätter“.
Ekkehard Schröder
Foto: KFM