Eisengaben sollen eine Anämie verhindern. Ist das notwendig und wenn ja, in welcher Dosis?

Ausgewachsene Rinder nehmen ausreichend Eisen mit dem Futter auf. Bei Kälbern sieht es dagegen anders aus. Sie verfügen nur über eine sehr kleine Eisenreserve, die Versorgung erscheint oft mangelhaft. Beim ausschließlichen Verfüttern von Vollmilch reichen diese geringen Eisenvorräte nur drei bis vier Wochen.

Ein Eisenmangel führt zu Blutarmut (Anämie), sowie zu einer schlechteren Abwehr von Krankheitserregern. Oft haben die Kälber blasse Schleimhäute, trinken schlecht, sind schlapp und atmen schneller. Bei länger andauernder hochgradiger Anämie kümmern die Tiere, sind apathisch und haben ein raues Fell.

Der Bedarf für ein Kalb in der Tränkeperiode liegt bei 100 mg Eisen je Tier und Tag. In der Vollmilch sind ca. 0,5 mg/l enthalten. Bei einer Tränkemenge von 6 bis 12 l Milch erhält das Kalb also höchstens 3 bis 6 mg täglich. Dieses Defizit kann durch eine möglichst frühe Fütterung von Festfutter, wie Heu, Müsli oder Kälber-TMR ausgeglichen werden. Die spätere Milchaustauschertränke deckt in der Regel den Bedarf.

Für eine ergänzende Eisengabe nach der Geburt stehen flüssige Präparate zur Injektion oder zur oralen Eingabe, Boli, Vollmilchaufwerter oder Milchaustauscher zur Verfügung. Eine Injektion ist jedoch immer mit der Gefahr einer Überdosierung verbunden. In der Praxis ist eher die orale Gabe üblich.

Mehr zur Fütterung von Saugkälbern erfahren Sie in den kostenfreien KFM-Merkblättern „Herstellung von Kälber-TMR“ und „Kraftfuttermischungen für Kälber“.

Uwe Weddige

Foto © KFM

Milchaustauscher enthalten in der Regel einen bedarfsdeckenden Eisengehalt.