Egal ob Kälber im Iglu oder im Stall gehalten werden, pathogene Keime lauern überall. Die Einhaltung von strengen Hygienestandards hilft, Erkrankungen vorzubeugen.
Werfen wir einen Blick auf drei kritische Bereiche in der Kälberaufzucht:
Geburtshygiene: Sie beginnt bereits mit der Trockenstehphase, in der man direkten Einfluss auf die Biestmilchqualität hat sowie mit der Körperkondition der Kühe, die über den Verlauf der Geburt mitentscheidet. Vor der Geburtshilfe selbst und auch vor Kontrolluntersuchungen ist Hände waschen Pflicht. Ebenso sollten Geräte und Zugseile immer sauber und möglichst steril sein.
Haltungshygiene: Egal ob Iglus im Außenklima oder Holzboxen im Stall, beides ist nach jedem Kalb zu reinigen. Die Einstreu sollte dagegen alle 10 Tage ausgetauscht werden, allein schon, um der Ammoniakentstehung und der Verminderung der Fliegenplage zu begegnen. Regelmäßiges Einstreuen mit einwandfreiem Stroh und Kontrolle der Tränken, sowie täglich frisches Rau- und Kraftfutter runden die Haltungshygiene ab.
Verunreinigungen in der Biestmilch: Anders als die Bestimmung des Gehaltes von Immunglobulinen ist die Ermittlung des Keimgehaltes nicht so einfach. Umso wichtiger ist äußerste Sorgfalt im Umgang mit der Biestmilch. Immunglobuline gehen unter unhygienischen Bedingungen schnell Verbindungen mit Erregern ein und stehen damit dem Kalb nicht mehr zur Verfügung. Zudem verhindern Keime die Aufnahme der Immunglobuline im Darm der Kälber.
Alle genannten Maßnahmen tragen zur Verminderung des Keimdrucks bei. Nur durch ein konsequentes Hygienemanagement lassen sich Erkrankungen reduzieren und Tierarztkosten sparen.
Mehr zur Hygiene im Kälberstall und zum Umgang mit Kolostrum erfahren Sie in den kostenfreien KFM-Merkblättern „Hygiene im Kälberstall“ und „Kolostrummanagement“.
Uwe Weddige
Foto © KFM