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23 04, 2023

Kälberdurchfall richtig diagnostizieren

2023-04-27T03:46:55+01:0023. April 2023|

Wir kennen das alle: eine ganze Zeit lang war alles in Ordnung im Stall und dann trifft es jeden Tag Kälber: Durchfall ist wohl die häufigste Rinderkrankheit und trifft gerade die jüngsten Tiere der Herde.

Sowohl Viren und Bakterien als auch Parasiten können Kälberdurchfälle verursachen, wobei häufig Mischinfektionen vorliegen. Wichtig ist es, die verantwortlichen Erreger zu kennen. Nur so kann man zielgerichtete präventive und kurative Maßnahmen ergreifen.

Besonders bei gehäuftem Auftreten von Durchfällen innerhalb der ersten 21 Lebenstage sind Kotproben auf Mikroorganismen und Salmonellen zu untersuchen. Erkranken auch oder vor allem ältere Tiere, kommen eher Kokzidien, Salmonellen und bei wechselhaft auftretendem Durchfall auch Giardien infrage.

Oft ist das nächste Labor unerreichbar oder zu langsam. In diesem Fall kann der Durchfallerreger-Schnelltest helfen. Er gibt nach wenigen Minuten Auskunft, ob die Kälber unter Rota-, Coronaviren, E.Coli-Bakterien, Kryptosporidien oder Clostridien leiden.

Die Anwendung ist dabei denkbar einfach. Bereits nach nur 10 Minuten liefert der Test einfach abzulesende Ergebnisse. Bei positivem Erregernachweis verfärbt sich der Teststreifen.

Damit wird die Auswahl der richtigen Therapie entscheidend verbessert und vor allem beschleunigt. Das KFM-Team informiert gerne über Erfahrungen und Ergebnisse.

Lesen Sie dazu auch den KFM-Newsletter 03/2023 mit dem Schwerpunkt „Kälberaufzucht und -gesundheit“.

Uwe Weddige

Foto: KFM

21 04, 2023

Kälberaufzucht ohne Probleme?

2023-04-21T09:55:20+01:0021. April 2023|

Kälberaufzucht ohne Probleme?

Kälber reagieren besonders empfindlich auf Krankheitskeime und schlechtes Stallklima. Nur wer seine Tiere beobachtet, erkennt diese Signale und kann frühzeitig reagieren.

Immer wieder sehen wir in der Beratungspraxis auch sogenannte „Pansentrinker“. In der Folge sind diese Tiere oft trinkschwach und dadurch sehr krankheits- und durchfallanfällig. Erfahren Sie, mit welchen einfachen Maßnahmen dieses Problem verhindert werden kann und lernen Sie mit Hilfe unseres kurzen „Kälberchecks“, die Signale Ihrer Kälber zu „lesen“.

Trotz aller Sorgfalt breitet sich immer wieder Kälberdurchfall aus! Wir erläutern, wie Sie die wichtigsten Erreger erkennen und was zu tun ist. Außerdem geben wir in dieser Ausgabe klare Empfehlungen zum Tränkeregime und wir räumen auf mit Aussagen, dass frühe Heu- und Wassergaben für kleine Kälber eher schädlich seien.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude beim Lesen unseres Newsletters.

Uwe Weddige

Foto: KFM

19 04, 2023

Jetzt Lüfter reinigen!

2023-04-19T09:28:29+01:0019. April 2023|

Staubschichten reduzieren die Leistung von Ventilatoren um bis zu 50 %. Es lohnt sich also, die Geräte mindestens jährlich zum Saisonstart zu entstauben.

Leichte Verschmutzungen sind mit Bürste oder Besen schnell entfernt. Mittlere Verschmutzungen mit leichten Schmutzkrusten können mit einem Kunststoffschaber entfernt und alle Teile mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Von einer groben Behandlung der Flügelblätter wird dringend abgeraten.

Je seltener die Geräte gereinigt werden, desto aufwendiger gestaltet sich die Aktion im Stall, denn die Mischung von Einstreustaub, Kuhhaaren und Luftfeuchtigkeit verklebt zu einer festen Schicht. Eine Nassreinigung bei starken Verschmutzungen kommt nur bei wenigen Geräten in Frage. Keinesfalls dürfen die Ventilatoren mit einem Hochdruckreiniger oder einem scharfen Wasserstrahl gereinigt werden. Daher ist es oft notwendig, die Schutzkörbe abzubauen und diese gesondert mit einem Hochdruckreiniger zu waschen.

Wird doch nass gereinigt, müssen die Ventilatoren zum Trocknen mindestens eine Stunde mit voller Drehzahl laufen. Feuchtigkeit, die in den Motor eingedrungen ist, kann so verdunsten.

Spätestens jetzt ist es auch an der Zeit, über die Montage weiterer Lüfter nachzudenken. Lesen Sie dazu die KFM-Merkblätter „Einbau von Casablanca-Lüftern“ und „Einbau von Axialventilatoren“. Fragen dazu beantwortet das KFM-Team gerne.

Uwe Weddige

Foto: KFM

14 04, 2023

5 Fütterungstipps gegen lahme Kühe

2023-04-14T06:48:45+01:0014. April 2023|

Eine Klaue benötigt Aminosäuren, Fettsäuren, Mineralien, Spurenelemente und Vitamine für den Verhornungsprozess. Nährstoffungleichgewichte führen zu zerbrechlichem Horn, Rissen oder Infektionen in der Klaue.

Tipps für die Praxis:

  1. Die Proteinmenge in der Ration sollte 16 % – 19 % in der TM nicht überschreiten. Eine zu hohe Konzentration der Abbauprodukte im Blut schädigt die empfindliche Lederhaut der Klaue und führt zu Lahmheiten.
  2. Magere Kühe haben ein dünnes Fettpolster zwischen Fußknochen und Klauenwand und daher ein höheres Lahmheitsrisiko. Aber das Fettpolster ist wichtig, um Stöße abzufangen.
  3. Bei Azidosen sterben durch den sinkenden Pansen-pH Wert zahlreiche Pansenbakterien, dadurch werden schädliche Substanzen wie Histamine, Endotoxine und Nitrit frei. Diese schädigen wiederum die Gefäße der reich durchbluteten, hornbildenden Lederhaut. In der Folge leidet die Hornbildung: Schmutz und Keime können leichter eindringen. Klauenrehe folgt dann schnell. Deswegen nie mehr als 250 g Kraftfutter pro Liter erzeugte Milch in die Ration geben.
  4. Insbesondere ist Calcium für den Hornaufbau der Klaue wichtig. Ausreichende Mengen an Kupfer und Zink sind entscheidend für das Immunsystem und verhindern bakterielle Infektionen von Klauen.
  5. Die entscheidenden Vitamine für die Klauengesundheit sind A, B7, D und E. Sie beeinflussen die Qualität und das Wachstum der Klaue und spielen in der Immunabwehr eine wichtige Rolle.

Uwe Weddige, Quelle: Langova et al. 2020; Esmail 2022

Foto: KFM

6 04, 2023

Nabelentzündungen verhindern

2023-04-06T04:21:40+01:006. April 2023|

Infektionen des Nabels führen nicht nur zu gesundheitlichen Beeinträchtigung einzelner Tiere, im Beratungsgeschehen werden uns immer wieder an Nabelentzündung erkrankte Kälber mit geringen Tageszunahmen und Kümmerer vorgestellt. Das Infektionsgeschehen sollte daher unbedingt rechtzeitig erkannt und wenn möglich verhindert werden.

Die Ursache von Nabelentzündungen sind oftmals in der mangelnden Kolostrumversorgung und in der schlechten Hygiene zu finden. In vielen Fällen trägt das gegenseitige Besaugen der Tiere zur Problematik bei.

Hauptsymptome sind Verdickung, Erwärmung, Fieber und Ausfluss, die insbesondere in der ersten Phase leicht zu übersehen sind. Umso wichtiger ist die regelmäßige Kontrolle der neugeborenen Kälber und eine genaue Sichtprüfung des Nabelschnurrests unter hygienischen Bedingungen. Oft verdickt und erwärmt sich der Nabelstrang schnell, begleitet von zunehmender Schmerzhaftigkeit für das Tier. Der Nabel ist feucht und es tritt Fieber über 39,5 °C auf. Bei einer hochgradigen Nabelentzündung ist Fieber über 39,5 °C, oft kombiniert mit eitrigem, riechendem Ausfluss aus dem Nabel festzustellen. Das Kalb zeigt einen gekrümmten Rücken, reduzierte Futteraufnahme und deutliche Schmerzzeichen.

Diese Tiere sind umgehend tierärztlich zu versorgen, sonst sind schwere Schäden wie Leberabszesse, Gelenk- und Lungenentzündungen sowie Entwicklungsdepression unvermeidbar.

Lesen Sie dazu die KFM-Merkblätter „Nabelentzündung beim Kalb“, „Gegenseitiges Besaugen der Kälber – 16 Tipps“ und „Kolostrum-Management“.

Uwe Weddige

Foto: swissgenetics

4 04, 2023

Reicht die Futteraufnahme?

2023-04-04T06:57:57+01:004. April 2023|

Milchkühe bedarfsgerecht zu füttern ist nicht einfach. Wichtig ist eine hohe Futteraufnahme, um die Kühe vor allem im kritischen ersten Laktationsdrittel richtig auszufüttern. Viele Herdenmanager geben Werte um 24 kg TM an, bei genauer Betrachtung sind es aber oft deutlich weniger als 20 kg.

Die folgenden Tipps unterstützen Sie dabei, die Futteraufnahme Ihrer Herde langfristig zu steigern.

Füttern Sie täglich immer zur gleichen Zeit und schieben Sie das Futter stündlich an das Fressgitter. In vielen Betrieben ist festzustellen, dass die Mischung aus dem Futtermischwagen sehr heterogen ist. Der Grund ist oft in zu kurzen Mischzeiten oder in der Überfüllung der Mischwagen zu finden. Achten Sie beim Futter besonders auf Hygiene! Modrige und pilzbelastete Stellen sind bereits im Silo sehr großzügig zu entfernen.

Einen Futterrest von mind. 3 – 5% sollten Sie einkalkulieren. Erstlaktierende mit schon geringer Futteraufnahme oder rangniedere Tiere können oft erst zum Schluss fressen. Dadurch besteht das Risiko, dass nur noch wenig Futter vorliegt und die Energiedichte durch Selektion reduziert ist. Ein ausgeglichenes Tier/Fressplatzverhältnis ist von großem Vorteil. Zu jeder Tages- und Nachtzeit müssen die Tiere Zugang zu reichlich Futter haben.

Stress, Verdrängung und Unruhen wirken sich negativ auf die Futteraufnahme aus. Reduzieren Sie daher möglichst alle externen Ruhestörer und halten Sie feste Routinen und Uhrzeiten in Fütterung, Melken und Kuhbehandlungen ein. Gewährleisten Sie außerdem eine gleichmäßige Ausleuchtung im ganzen Stall bei Tag mit 100 – 150 Lux.

Lesen Sie dazu das KFM-Merkblatt „Futteraufnahme bei Milchkühen steigern – 10 Tipps“ und die KFM-Checkliste „Fütterung laktierender Kühe“.

Uwe Weddige

Foto: Weddige

3 04, 2023

Was verrät uns die Körpertemperatur?

2023-04-03T03:00:16+01:003. April 2023|

Der Zeitraum rund um die Geburt, die sogenannte Transitphase, ist entscheidend für einen guten Start in die Laktation. Dabei ist die routinemäßige Messung der Körpertemperatur eine einfache und günstige Methode, die Tiergesundheit in dieser Phase zu überwachen.

Durch diese einfache Maßnahme kann der Zeitraum der bevorstehenden Geburt eingegrenzt werden: einige Tage vor der Kalbung steigt die Körpertemperatur auf 39,0 bis 39,5°C an. Sobald die Temperatur um 0,5 bis 1,0 °C absinkt, ist in den nächsten zwölf bis 24 Stunden mit der Geburt zu rechnen.

Sinkt die Körpertemperatur nach der Kalbung auf unter 38,2°C, kann dies ein erster Hinweis auf einen Kalziummangel sein. So kann man frühzeitig Maßnahmen gegen Milchfieber einleiten. Zusammen mit Fressunlust kann ein Wert unter 38,2°C auch ein Hinweis auf eine Ketose sein.

Steigt die Körpertemperatur nach der Geburt aber auf über 39,5°C an, ist dies ein deutliches Anzeichen auf ein Entzündungsgeschehen. Gründe können zum Beispiel Nachgeburtsverhalten oder eine akute Euterentzündung sein.

Neben der sonst bekannten Überwachung des Gesundheitszustandes der Tiere eignet sich das Messen der Körpertemperatur als einfache Methode, eine bevorstehende Geburt einzugrenzen und Stoffwechselstörungen bzw. Entzündungen frühzeitig zu erkennen.

Lesen Sie dazu das KFM-Merkblatt „Was verrät uns die Körpertemperatur?“.

Uwe Weddige

Grafik: KFM/Gasteiner

31 03, 2023

Ohne Wasser keine Milch

2023-03-31T11:57:26+01:0031. März 2023|

Kühe benötigen bis zu 200 Liter Wasser am Tag. Der Bedarf hängt von Gewicht, täglicher Futteraufnahme und Umgebungstemperatur ab, aber auch die Milchleistung und der Laktationstag spielen eine Rolle. Ohne ausreichend Wasser nimmt die produzierte Milchmenge ab.

Eine trockenstehende Kuh beispielsweise benötigt ca. 50 bis 70 Liter, eine hochlaktierende Kuh an heißen Tagen bis zu 200 Liter. Trinkwasser deckt 80 bis 90% des gesamten täglichen Wasserbedarfs der Kühe. Der Rest wird durch das Futter aufgenommen. Eine Kuh im Stall geht pro Tag 3 bis 10 Mal, auf der Weide 2 bis 5 Mal zur Tränke, wo sie durchschnittlich 5 bis 8 Liter Wasser pro Minute aufnimmt. Dieser Wert kann mit bis zu 25 Litern pro Minute auch weitaus höher sein. Am höchsten ist der Wasserbedarf nach dem Melken und der Futteraufnahme.

Ein zu enges Tier-Tränke-Verhältnis, falscher Standort und Funktionsmängel der Tränken fallen bei vielen Beratungsbesuchen auf. Besonders Verschmutzungen durch Biofilme, Futterreste und Kot sowie schlechte Wasserqualitäten vermindern die Futteraufnahme. Außerdem scheiden die Tiere weniger Harn aus, damit steigt die Konzentration des Urins. Dies kann zu erhöhter Krankheitsanfälligkeit führen.

Besonders in den Sommermonaten kann Wassermangel in Kombination mit warmen Temperaturen eine große Belastung für den Organismus und Stoffwechsel der Tiere darstellen. Dadurch fressen Kühe weniger und geben folglich weniger Milch.

Jetzt ist noch Zeit, die Wasserversorgung kritisch zu prüfen. Lesen Sie dazu die KFM-Merkblätter „Wasserversorgung für Milchkühe“, „Tränkewasser überprüfen“ und „Tränkewasser aufbereiten“.

Uwe Weddige

Grafik: KFM

27 03, 2023

Rindersteaks aus dem Labor

2023-03-27T03:12:21+01:0027. März 2023|

Erstmals ist es gelungen, ein Rindersteak im Labor herzustellen. Das teilte das Schweizer Startup Mirai Foods kürzlich mit. Eine neue Technologie sorge für eine Kultivierung von Gewebe, wodurch herkömmliches Fleisch nachgeahmt werden könne, heißt es aus der Schweiz.

Unstrukturiertes Brät hatte sich bereits in Bioreaktoren nachbilden lassen. Aber ein Filetsteak sei die „ultimative Herausforderung“, betonte der Mirai Foods-Geschäftsführer und Mitgründer Christoph Mayr, denn es bestehe aus verschiedenen Zelltypen, die eine komplexe Fleischstruktur ergeben würden. „Dieser Strukturierungsprozess ist technologisch anspruchsvoll und macht die Herstellung von Steaks extrem schwierig“, erklärte Mayr.

Lange und voll ausgereifte Muskelfasern werden in dem vom Unternehmen selbst entwickelten Bioreaktor herangezüchtet, dann durch Enzyme verbunden und mit ebenfalls gezüchtetem Fettgewebe kombiniert. Laut Unternehmen alles ohne Gentechnik.

Fünf Tage dauere es, bis das Filetstück fertig sei, aus dem dann Steaks in fast jeder Dicke geschnitten werden könnten. Anfang Februar hatte bereits das englische Unternehmen 3D Bio-Tissues (3DBT) verkündet, ihm sei das weltweit erste Schweinefilet aus kultivierten Zellen geglückt. Auch hier liegt eine patentierte firmeneigene Technologie zugrunde.

Uwe Weddige

Foto: LebensmittelZeitung

20 03, 2023

Melkstand: Fußboden sanieren!

2023-03-20T02:50:36+00:0020. März 2023|

Oft beginnt es damit, dass Kühe nur zögerlich zum Melken kommen, sie vermehrt ausrutschen und die ersten Wasserpfützen sichtbar sind. Feuchtigkeit, Kot, Urin und Milch sowie der ständige Kuhverkehr lassen den Boden verschleißen. Irgendwann muss er erneuert werden. Aber wie?

Der Aufwand, die Laufflächen im laufenden Betrieb zu sanieren, ist hoch. Der neue Bodenbelag sollte gut und schnell zu reinigen sein. Für Kühe sind eine gute Tritt- und Standsicherheit der wichtigste Faktor. Ein möglichst bequemer Laufkomfort ist ebenfalls wünschenswert.

Epoxidharz-Beschichtungen sind die erste Wahl, sie halten lange und sind gut zu reinigen.     Guss-Asphalt hat sich ebenfalls bewährt und er lässt sich genauso wie Gummibeläge zwischen den Melkzeiten einbauen. Beton und Fiesen überzeugen in Sachen Haltbarkeit nur wenig und sind nicht mehr Stand der Technik.

Sanierungen im Melkstand sind nicht einfach und bedeuten einen großen Arbeitsaufwand. Sparen Sie nicht am falschen Ende! Nur wer auf geeignetes Material setzt und dieses fachgerecht einbaut, schafft gute Bedingungen für Mensch und Tier für die kommenden 10 Jahre.

Uwe Weddige

Foto: Weddige

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