About Uwe Weddige

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30 01, 2024

Tierfreie Proteine sind im Kommen!

2024-01-30T07:56:00+00:0030. Januar 2024|

Das israelische Foodtech-Startup Imagindairy Ltd. еrhielt in den USA kürzlich die behördliche Genehmigung zur Verwendung seiner tierfreien Proteine zur Herstellung von Molkereiprodukten wie Milch und Käse.

Imagindairy ist nach dem israelischen Unternehmen Remilk (wir berichteten am 06.06.2022) und dem kalifornischen Unternehmen Perfect Day das dritte Unternehmen, das von der Food and Drug Administration (FDA) einen sogenannten „No Questions Letter“ für tierfreie Molkenproteine erhalten hat.

Mit Hilfe der, von Prof. Tamir Tuller (Universität Tel Aviv) entwickelten Technologie werden Molkenproteine als Bausteine für Produkte, die Milch nachahmen hergestellt, Diese enthalten die gleiche Protein- und Fettmenge wie Kuhmilch, sind aber ohne Cholesterin oder Laktose.

Das junge Unternehmen plant, mit der Lebensmittelindustrie zusammenzuarbeiten, um Grundnahrungsmittel wie Milch, Frischkäse, Eiscreme und Joghurt auf den Markt zu bringen, ohne dabei Kompromisse bei Geschmack, Preis oder Erlebnis einzugehen.

Kürzlich tätigte der französische Molkereiriese DANONE eine strategische Investition in Imagindairy, die nach Angaben des Startups den Weg für eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung tierfreier Milchprodukte ebnen könnte.

Bis heute hat Imagindairy 30 Millionen US-Dollar an Finanzmitteln von Investoren wie Entrée Capital, Target Global, Strauss Group, Emerald Technology Ventures, Green Circle Foodtech Ventures, Collaborative Fund und New Climate Ventures eingesammelt.

Quelle: The Times of Israel

Foto: Imagindairy

25 01, 2024

Fit nach der Kalbung!

2024-01-25T02:36:10+00:0025. Januar 2024|

Viele Kühe entwickeln in den ersten 14 Tage nach der Kalbung infektiöse und metabolische Erkrankungen. Grund hierfür ist oftmals die drastische Umstellung im Stoffwechsel der Tiere von trockenstehend in die Laktation.

Um den Stress dieser Umstellung so gering wie möglich zu halten, ist es wichtig, die Kühe optimal auf die Kalbung vorzubereiten. Hierzu ist das Trockenstehermanagement gründlich zu überprüfen. Auch Belegungsdichten, Trockenstehdauer und Fütterung sind dabei entscheidende Kontrollpunkte.

In den ersten 10 – 14 Tagen nach der Kalbung sollten alle Kühe täglich und systematisch kontrolliert werden. Die Beurteilung beginnt hierbei vorne am Tier, um Fressverhalten und Aufmerksamkeit (Ohren und Augen) zu prüfen. Anschließend sollte die Füllung der Hungergrube (Zeichen für Futteraufnahme), Kotbeschaffenheit, vaginaler Ausfluss, Ketose und Fieber überprüft werden. Das Zeitbudget pro Tier liegt dafür bei mindestens ein bis zwei Minuten. Für die Erkennung kranker Tiere ist diese Methode der Goldstandard, wenn sie durch geschultes Personal und mit der erforderlichen Sorgfalt und Dokumentation durchgeführt wird.

Uwe Weddige

Foto: KFM

23 01, 2024

Wirtschaftsdünger – immer wichtiger!

2024-01-23T07:39:08+00:0023. Januar 2024|

Gülle und Mist werden als Lieferant von Pflanzennährstoffen wie Stickstoff, Phosphat, Kalium und Magnesium immer wichtiger. Ihr Einsatz fördert nicht nur das Pflanzenwachstum, die organische Substanz verbessert gleichzeitig auch den Humusgehalt der Ackerböden.

Dabei ist die Kenntnis des Nährstoffbedarfs der Pflanzen und auch die Menge der pflanzenverfügbaren Nährstoffe für den Pflanzenbauer unverzichtbar.

Immer mehr im Mittelpunkt der Düngung mit Mist und Gülle steht die Sicherung der Nährstoffeffizienz. Dabei helfen eine zeitgerechte bodennahe Ausbringung und eine sofortige Einarbeitung die Nährstoffverluste in erheblichem Maße zu mindern. Aber auch die Separation von flüssigen Wirtschaftsdüngern und die Kompostierung von festen Substraten werden in Verbindung mit ausreichenden Lagerkapazitäten immer wichtiger.

Im Sinne einer kostensparenden Kreislaufwirtschaft sollte auf die zielgerichtete Verwertung von Gülle, Mist und Futterreste mehr Wert gelegt werden.

Uwe Weddige

Foto: Weddige

19 01, 2024

Ist dreimaliges Melken problemlos?

2024-01-19T05:10:42+00:0019. Januar 2024|

Oft wird behauptet, dass man sich um den Ausmelkgrad keine Gedanken machen müsse, wenn dreimal am Tag gemolken würde. Denn das würde ja bekanntermaßen eine Steigerung der Milchleistung bewirken.

Dem ist nur zuzustimmen, wenn auch konsequent alle 8 Stunden gemolken wird. Sind die Melkintervalle hingegen ungleichmäßig, kommt es nicht zur erhofften Steigerung der Milchleistung, sondern zu einem Leistungsrückgang. So wurden u.a. in westdeutschen Studien Ende der 1990er Jahre Minderleistungen von 4 % ermittelt, wenn die Melkintervalle nicht 12 Stunden betrugen, sondern zwischen 9 und 16 Stunden schwankten.

Aber auch wenn die Kühe im Achtstundenrhythmus gemolken werden, hat dies keine Leistungssteigerung zur Folge, wenn die Euter dabei nur unvollständig entleert werden. Dies ist durch die Anwesenheit des Alveoleninhibitors zu erklären. Ist dieser permanent vorhanden, mindert er die Milchsekretion. In der Folge sind Euterschädigungen durch vorhandene Krankheitserreger nicht auszuschließen.

Wer also das Leistungspotential seiner Kühe voll ausschöpfen und die Eutergesundheit erhalten will, muss nicht nur häufiger, sondern auch jedes Mal vollständig ausmelken.

Aus „Der Hoftierarzt 6/2023“

Grafik: KFM

16 01, 2024

Biogas für Molkereien?

2024-01-16T06:02:57+00:0016. Januar 2024|

Um Milchprodukte herzustellen, benötigen Molkereien große Mengen an elektrischer und thermischer Energie. Dafür nutzen sie bislang jedoch vorrangig fossile Energieträger wie zum Beispiel Erdgas. Um die Energieversorgung der Molkereiindustrie nachhaltiger zu gestalten, startete kürzlich an der Fachhochschule Münster das Forschungsprojekt „ReMolk“.

Ein Team um Dr. Elmar Brügging arbeitet mit der Molkerei Naarmann zusammen, um ein Konzept zur nachhaltigen Energieversorgung auf Grundlage der vorhandenen landwirtschaftlichen Reststoffe zu entwickeln. Die Blockheizkraftwerke der Molkerei sollen künftig mit Biogas statt wie bisher mit Erdgas betrieben werden.

Die Forscher richten ihr Augenmerk auf Biogasanlagen. „Darin vergären Mikroorganismen organisches Material wie beispielsweise Gülle und Mist, aber auch Reststoffe aus der Lebensmittelproduktion. Dabei entsteht Methangas, welches sich zur Erzeugung von Strom und Wärme nutzen lässt“, so die Forscher.

Das Team untersucht, welche Reststoffe während der Milchverarbeitung direkt in der Molkerei anfallen und wie diese Stoffe energetisch verwertbar sind. Das Gasbildungspotential der anfallenden Mengen an Gülle, Mist und pflanzliche Reststoffe in den Milch-Lieferbetrieben wird ebenfalls ermittelt.

Nach Angaben der Forscher könnten die Ergebnisse auch auf anderen Molkereien übertragen werden.

Uwe Weddige

Foto: Weddige

11 01, 2024

Stelle frei: Kuhexperte in Kasachstan

2024-01-11T11:27:50+00:0011. Januar 2024|

Wir arbeiten im Rahmen eines kasachisch-deutschen Projektes am

Aufbau eines Kompetenzzentrums für Milchproduktion im südlichen Kasachstan.

Für unser Team suchen wir einen

praxiserfahrenen Tierarzt oder Herdenmanager

mit vertieften Kenntnissen in der Tiergesundheit.

In dieser Position berätst Du Milch erzeugende Betriebe aller Größenordnungen und

Du arbeitest als Dozent und Trainer in der Ausbildung von landwirtschaftlichen Fachkräften. Notwendig sind vertiefte nachweisbare Erfahrungen in der Milchproduktion sowie gute Kenntnisse der russischen und/oder kasachischen Sprache.

Das Kompetenzzentrum für Milchproduktion liegt gut erreichbar ca. 25 cm östlich der Großstadt Almaty.
Diese Region gilt als landschaftlich sehr attraktiv und sie bietet durch die unmittelbare Nähe des Tian-Shan-Gebirge und zum Altyn-Emel-Nationalpark eine Vielzahl von Freizeitmöglichkeiten.

Nähere Informationen bei Uwe Weddige
+49 152 2778 5541    uwe.weddige@adt.de

11 01, 2024

Deutsche Bauern demonstrieren

2024-01-11T08:05:51+00:0011. Januar 2024|

Die Ankündigung, die Steuervergünstigung für Traktoren und Agrardiesel zu beenden, hat die Bauern auf die Barrikaden gebracht. Leider ist es unbestreitbar: nur mit Hilfe von Subventionen können viele Landwirte ihre Betriebe wirtschaftlich führen und damit die Versorgung der Bevölkerung gewährleisten. Man stelle sich vor, Deutschland müsste Weizen importieren. Bei Obst, Gemüse und Eiern reichen die Mengen für die Eigenversorgung schon heute nicht.

Doch das eigentliche Problem liegt tiefer: durch die Abhängigkeiten von Subventionen sind Landwirte stark von politischen Vorgaben zu Klimaschutz, Tierwohl, Umweltschutz und Nachhaltigkeit betroffen. Hinzu kommt, dass die deutschen Verbraucher grundsätzlich beim Essen sparen, im europäischen Vergleich geben sie sehr wenig für Nahrungsmittel aus.

Die Nahrungsmittelpreise müssten schon sehr deutlich steigen, wenn die Landwirte aus der Subventionsfalle herauskommen sollen. Kostendeckende Preise lassen sich im Land mit Blick auf die Stimmung im Land politisch aber wohl kaum durchsetzen. Solange der deutsche Verbraucher nur stets gefüllte Regale kennt, wird der Wert der Nahrung nahezu unbekannt bleiben. Mit den Subventionen zahlt der Verbraucher als Steuerzahler das, was er beim Einkauf spart.

Hinzu kommt, dass die Tierhaltung immer weiter zurückgeht, auch weil Anwohner über Geruchsbelästigungen klagen. Das Ausbringen von Gülle sorgt ebenso für Ärger wie der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Zugleich bemüht die Werbung romantische Bilder von einer Landwirtschaft, die es so nie gegeben hat.

Wenn nun die Bundesregierung Subventionen kürzt, dann ist das nur der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Zugleich sind die Proteste aber auch ein Zeichen für Spannungen zwischen Politik und Gesellschaft.

Die Bauern sind mit ihren Protesten nicht allein, auch Spediteure und Handwerker haben sich beteiligt. Die Bundesregierung wirkt gelähmt, doch selbst wenn die Forderung nach Neuwahlen Erfolg haben sollte, dürfte das an den gegenwärtigen Problemen wenig ändern.

Uwe Weddige

Foto: dpa

9 01, 2024

Uraltes Wissen neu entdeckt!

2024-01-09T05:31:48+00:009. Januar 2024|

Wir alle kennen die Situation, dass Jungkühe, die zum ersten Mal den Melkstand betreten, sehr unsicher und unruhig sind. Für die Tiere ist fast alles neu: Die Umgebung im Melkstand, unbekannte Geräusche, fremde Gerüche, die Anwesenheit des Melkers, das Berühren des Euters und schließlich das Ansetzen des Melkzeugs. All dies führt zu einem gewaltigen Stress für die Tiere. In der Folge lassen sie sich das Melkzeug nicht ansetzen oder der Milchfluss will sich nicht einstellen.

Hilfe verspricht das Einbringen von Luft in die Scheide der Kuh. Dies ist seit vielen Jahren bekannt als „Ferguson-Reflex“ bekannt, der den Milcheinschuss auslöst. Untersuchungen zeigen, dass allein durch das Aufpusten der Vagina im Vergleich zur Euterstimulation von Hand der Oxytocinspiegel im Blut sich versieben- bis verzehnfacht!

Das Aufpusten von Rindern kann dazu beitragen, den Einsatz von Hormonen zu senken und die Tiere auf eine sehr schonende und tierfreundliche Weise schmerzfrei ruhigzustellen.

Diese Methodik erleichtert alle Arbeiten am Rind, seien es lokale Behandlungen einer Euterentzündung, rektale Untersuchungen, Impfungen oder orale Eingaben von Medikamenten.

Verwendung findet ein ca. 30 cm langes Edelstahlrohr mit einem ca. 1,20 m langen Silikonschlauch und einem auswechselbaren Mundstück mit Rückschlagventil. Nach Einführen des Rohres in die Vagina (ca. 10 cm reichen), bläst man mit 2 Atemstößen ca. 4-5 Liter Luft ein und kann unmittelbar sehen, wie die ruhigstellende Wirkung eintritt.

Weitere Tipps zur Thematik lesen Sie im KFM-Merkblatt „BlowFixx“

Uwe Weddige

Foto: BoviTools

5 01, 2024

Enthornung fachgerecht durchführen!

2024-01-05T02:30:41+00:005. Januar 2024|

Laufställe bieten Kühen viel Bewegungsfreiheit, aber es besteht auch eine größere Verletzungsgefahr für die Tierpfleger sowie für die Tiere selbst. Eine praktikable und übliche Methode ist daher die Enthornung.

Es wird empfohlen, diese Maßnahme in den ersten 14 Lebenstagen mit Hilfe von Brenneisen durchzuführen. In diesem Alter sind die Hornknospen noch relativ klein und die Kontrolle der Tiere ist leichter durchführbar. Nur wenn keine Verbindungen wie kleine Häutchen zwischen der Hornknospe und dem umliegenden Gewebe mehr bestehen, wird das Hornwachstum erfolgreich verhindert.

In Deutschland ist eine vorherige Sedierung der Kälber verpflichtend, in Kasachstan wird sie empfohlen!

Nach umfangreichen eigenen Tests erfüllen akku- und 220 V-Geräte die Ansprüche an eine einfache Handhabung mit dem Ergebnis einer einwandfreien Verödung der Hornanlagen besonders gut. Gasbetriebenen Geräte lieferten ebenfalls gute Ergebnisse, jedoch muss unbedingt sichergestellt werden, dass passende Gaskartuschen jederzeit verfügbar sind. Heißluftföne erreichen nach Erfahrungen des KFM-Teams bei geringen Außentemperaturen nicht immer eine ausreichende Brenntemperatur. Dadurch dauert der Brennvorhang zu lange, was zur übermäßigen Erwärmung der Hornumgebung und damit zur Gewebeschädigung führen kann.

Praktische Übungen zur Kälberenthornung wird das KFM-Team ab März 2024 im Kompetenzzentrum für Milcherzeugung bei Bayserke-Agro anbieten.

Eine Arbeitsanleitung finden Sie im KFM-Merkblatt „Kälber enthornen“.

Uwe Weddige

Foto: KFM

2 01, 2024

Happy New Year!

2024-01-02T07:20:33+00:002. Januar 2024|

Liebe Freunde und Förderer des KFM-Projektes,

mit Abschluss der ersten Projektphase und dem Start in Phase 2 liegt ein ereignisreiches Jahr hinter uns. Daher ist es uns wichtig, DANKE zu sagen für das Erreichte im vergangenen Jahr und für die Perspektiven für 2024.

Unser besonderer Dank richtet sich an alle Pilotbetriebe, an die befreundeten Organisationen und Projekte, an die beiden Landwirtschaftsministerien in Astana und Berlin sowie an die vielen Experten aus dem Milchviehbereich, die uns stets begleitet und unterstützt haben.

Mit dem Aufbau des Kompetenzzentrums steht uns allen viel Arbeit bevor. Allein die Ausbildung der Mastertrainer ab März und der sich anschließende erste Jahrgang unserer Beraterausbildung bedarf großer Anstrengungen. Nicht anders ist es mit der Findung neuer Pilotbetriebe im Süden, mit der Förderung der Klein- und Kleinstbetriebe sowie mit der Fortsetzung der Betreuung der Pilotbetriebe im Norden des Landes.

Für die uns bereits bekannten Aufgaben und für noch unbekannte Herausforderungen hoffen wir auch in 2024 auf Ihre Unterstützung.

Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches Jahr 2024, bleiben Sie gesund und fröhlich.

Ihr KFM-Team

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