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29 01, 2026

Stallbau auch bei geringen Erlösen?

2026-01-29T11:24:52+00:0029. Januar 2026|

Der Milchpreis fällt, die Futterernte war nicht zufriedenstellend oder ein leitender Mitarbeiter verlässt den Betrieb und plötzlich steht auch Ihre Stallbauplanung auf dem Prüfstand.

Die Frage, die dann schnell im Raum steht, ist immer dieselbe: Darf ich jetzt überhaupt noch weiterplanen oder wäre es klüger, alles auf Eis zu legen? Gerade in der Stallbauphase wirken solche Ereignisse besonders stark. Man steckt mitten in Entscheidungen, rechnet, zeichnet Grundrisse, beantragt Subventionen und spricht mit Lieferanten, Banken und Behörden. Genau dann verstärkt jedes Missgeschick die Unsicherheit.

Aber vergessen Sie nicht: Stallbau ist kein Projekt, das sich an der Erlössituation eines einzelnen Jahres orientiert. Zwischen erster Idee und Baubeginn liegen oft mehrere Jahre. In den Jahrzehnten der Nutzung wird es immer Hoch- und Tiefphasen geben. Wer versucht, jede kurzfristige Marktbewegung und alle Hemmnisse in seine Planung einzubauen, kommt kaum voran.

Ein entscheidender Punkt ist deshalb der eigene Zeithorizont. Bauen Sie für ein oder zwei Jahre oder für 20 Jahre tägliche Arbeit? Genau hier trennt sich kurzfristiges Reagieren von unternehmerischem Denken! Ein Stall, der gut geplant ist, durchdachte Arbeitsabläufe hat und wirtschaftlich konservativ berechnet wurde, übersteht auch Phasen mit geringen Erlösen.

Ein klarer Zeitplan hilft zur Orientierung: feste Zeitfenster für die Planung und bewusst gesetzte Meilensteine. So bleibt man handlungsfähig, auch wenn die äußeren Rahmenbedingungen wackeln.

Angst ist dabei kein guter Ratgeber. Sie führt nie zu guten Lösungen, sondern oft zu Stillstand. Struktur, Klarheit und ein realistischer Blick auf den eigenen Betrieb sind dagegen unverzichtbar.

Uwe Weddige

Foto © KFM

27 01, 2026

KFM trifft den kasachischen Vizeminister

2026-01-27T15:05:49+00:0027. Januar 2026|

Am Rande des Global Forum for Food and Agriculture 2026 (GFFA) vom 15.01. bis zum 17.01.2026 in Berlin trafen das KFM-Team und Vertreter aus dem BMLEH den kasachischen Vizeminister Azat Sultanov und den Botschaftsrat Kasachstans Mirzhan Baimakhanov.

Auf Basis der jüngsten Status-quo-Analyse des kasachischen Milchsektors stellte Uwe Weddige (Teamleiter des KFM-Projektes) die daraus abgeleiteten Aufgaben und Ziele für die nächste Projektphase dar: „der Milchsektor wird derzeit maßgeblich durch staatliche Unterstützung sowie einen wachsenden Inlandsmarkt getragen. Für die zukünftige Entwicklung ist es entscheidend, bestehende interne strukturelle Schwächen systematisch zu beseitigen“.

In der anschließenden Diskussion erläuterte der Vizeagrarminister das neue Programm zum kasachischen Milchsektor, das Ende Januar 2026 vorgestellt werden soll. Die Empfehlungen des KFM-Projektes spiegelten sich in den vorgesehenen Programmpunkten wider. „Die Unterstützung durch KFM ist für uns sehr wichtig, insbesondere den Aufbau eines Kompetenz- und Beratungszentrums sehen wir als zentralen Baustein an. Ziel ist es, das Projekt gemeinsam mit dem BMLEH weiterzuführen“, so der Vizeminister.

In diesem Zusammenhang kündigten die Verantwortlichen des BMLEH eine Projektplanungsmission nach Kasachstan an, die im Juni 2026 in eine gemeinsame Absichtserklärung und Durchführungsvereinbarung münden soll.

Uwe Weddige

Foto: APD

22 01, 2026

Kryptosporidien

2026-01-27T15:03:37+00:0022. Januar 2026|

Neugeborene Kälber können bereits in der Abkalbebox die Parasiten-Eier (Oozysten) der Kryptosporidien oral aufnehmen. Schon ab dem 3. Lebenstag entstehen im Dünndarm neue Oozysten, die einerseits eine Infektion im Kalb auslösen und andererseits mit dem Kot ausgeschieden werden und im Anschluss andere Kälber infizieren.

Oozysten sind sehr widerstandsfähig, sie überleben monatelang bei Temperaturen zwischen -17 und +60 °C. Eine schlechte Kolostrumversorgung, mangelnde Hygiene, kaltes und feuchtes Wetter fördern in Kombination mit einem geschwächtem Immunsystem des Kalbes, einem hohen Erregerdruck und Co-Infektionen wie Rota-Corona und E.coli die Infektion.

Ist ein Kalb infiziert, helfen Elektrolyte und Milch in Kombination mit einem Schmerzmittel sowie Vitamin E, Selen und Vitamin B12. Zur Vermeidung von Sekundärinfektionen eignet sich Paromomycin. Zeigt das Kalb keinen Saugreflex, hilft eine Infusion mit Elektrolyte und Natriumhydrogencarbonat. Der Einsatz des Wirkstoffes Halofuginon (z. B. Halocur) ist dagegen nur prophylaktisch möglich. Achtung: Eine Überdosierung kann toxisch sein.

Als Prävention sollte ein Kalb innerhalb von zwei Stunden nach der Geburt vier Liter Kolostrum trinken. Studien bestätigen sogar, dass Kälber mit einem hohen Immunglobulin-Gehalt im Blut eine signifikant geringere Oozysten-Ausscheidung und Durchfalldauer haben.

Eine penible Reinigung und Desinfektion der Kälberboxen ist unverzichtbar. Betonflächen und Arbeitsgeräte im Kälber- und Kalbestall sind besenrein zu säubern, mit einem alkalischen Reiniger einzuschäumen und dem Hochdruckreiniger zu reinigen. Anschließend abtrocknen lassen und mit einer 4 %igen Neopredisan-Lösung desinfizieren. Im Idealfall steht die Kälberbox anschließend fünf bis sieben Tage leer.

Eine weitere Prophylaxemaßnahme ist die Impfung. Bewährt haben sich je eine Injektion zum Trockenstellen in Kombination mit einer zweiten Injektion nach drei Wochen. Dabei ist eine Kombination mit einer weiteren Mutterschutzimpfung (z. B. Rotavec-Corona) problemlos möglich.

Die Impfung kann aber keine sorgfältige Kolostrumversorgung und Hygienemaßnahmen ersetzen.

Uwe Weddige

Foto: KFM

20 01, 2026

Ist Teffgras eine Lösung?

2026-01-27T15:01:00+00:0020. Januar 2026|

Mit Teffgras lässt sich sehr schnell, sehr viel und gleichzeitig hochwertiges Futter erzeugen.

 

Es wird auch Zwerghirse oder aufgrund seiner Struktur „Engelshaar“ genannt. In Kasachstan könnte es interessant sein, weil es für trockene und sehr trockene Standorte geeignet ist. Durch den hohen Blattanteil enthält es zudem nur wenig Lignin.

Der erste Schnitt kann bereits 35 – 40 Tage nach Einsaat erfolgen, die darauffolgenden Schnitte alle 30 Tage. Teff ist eine robuste und ertragreiche Pflanze, die kaum von Krankheiten oder Schädlingen befallen wird:

–  bis zu 15 Tonnen pro Hektar Trockenmasse im Jahr

–  sehr schmackhaft für eine gute Futteraufnahme

–  bis zu 18% Protein

– blattreiche, weiche Pflanze

–  geringer Stängelanteil, wenig Lignin

–  für trockene und sehr trockene Standorte geeignet

–  als Heu, Silage oder zum Grasen geeignet

In den USA hat sich Teffgras zu einem wertvollen Futter für Vieh und kommerzielle Heuproduzenten entwickelt. Nicht zuletzt, weil es auch bei starker Trockenheit zuverlässig wächst.

Quelle: holtmann-saaten.de  bearbeitet Weddige

Foto: Holtmann

8 01, 2026

Milchaustauscher wiegen, nicht messen

2026-01-27T14:58:00+00:008. Januar 2026|

Milchaustauscher (MAT) sollte eine Vollmilch möglichst gut ersetzen. Dafür muss die Pulvermenge passen. Wer nach Volumen statt nach Gewicht dosiert, liegt oft falsch.
Mit hochwertigem MAT mit 50 % Magermilchanteil lässt sich eine immer gleiche Konzentration der Inhaltsstoffe sicherstellen. Voraussetzung ist aber korrektes Anmischen.
Die Beratungspraxis zeigt, dass viele Betriebe mit hohen Abweichungen Probleme mit Frühdurchfall haben. Anders als vermutet, belasten und übersäuern hohe Konzentrationen an Fett, Eiweiß und Zucker die Verdauung der Kälber. Bei anschließendem Durchfall fehlt ihnen schnell ausreichend Flüssigkeit. Wichtig ist es daher, auf die Herstellerangaben zu achten.
Nur die Kontrolle der fertigen Mischung mit einem Refraktometer gibt Sicherheit. Mit Hilfe der Brix-Werte und einer Tabelle lässt sich die Trockenmasse (TM) ableiten. Nach unseren Erfahrungen entspricht ein Brixwert von 10,3 einer MAT-Konzentration von 120g/l, während 12,9 Brix 140 g/l entsprechen und 14,7 auf 160 g/l hinweisen.
Erfolgreiche Landwirte wiegen den MAT immer ab: Wenn man Pulver oben aus dem Sack nimmt, ist der Messbecher im Vergleich zu Pulver, das sich ganz unten im Sack befindet, deutlich leichter. Außerdem hängt für das Umrechnen der jeweils nötigen Wasser- und MAT-Menge eine Anmischtabelle neben der Waage.
Uwe Weddige                                                                                                                                                                                                                                                                                    Foto © KFM

6 01, 2026

2026 – was möchten Sie erreichen?

2026-01-27T14:55:10+00:006. Januar 2026|

Zum Jahresbeginn geht es beruflich immer etwas ruhiger zu und die Vorbereitungen für die Projektarbeit 2026 sind weitgehend abgeschlossen.

Gerne nutze ich die ersten Tage des neuen Jahres für Überlegungen, was ich in den folgenden Monaten erreichen möchte. Wie ist das bei Ihnen? Welche Ziele haben Sie sich gemeinsam mit Ihrem Team für 2026 vorgenommen? Was möchten Sie unternehmen? Was wollen Sie dazulernen?

Besprechen Sie die betrieblichen Ziele vorab im Team und legen sie diese gemeinsam fest:

  1. Ziele schriftlich fixieren,
  2. Datum der Zielerreichung definieren,
  3. dabei Etappenziele setzen,
  4. zur Motivation gut sichtbar aufhängen!
  5. Niemals mehr als 3 große Ziele benennen!

In vielen Betrieben kommen Ziele wie die Anschaffungen eines neuen Brunstbeobachtungssystems, die Durchführung eines Melktrainings oder auch die Einführung eines planmäßigen Fresh-Cow-Managements in Frage. Vergessen Sie dabei auch nicht die „soft skills“ wie Erholung, Weiterbildung und Teambuilding!

Sobald Sie eines Ihrer Ziele erreicht haben, können Sie dies gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern feiern. So entwickeln Sie Ihren Betrieb weiter und Sie erhalten neue Ideen für weitere Ziele.

Uwe Weddige

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