Der Milchpreis fällt, die Futterernte war nicht zufriedenstellend oder ein leitender Mitarbeiter verlässt den Betrieb und plötzlich steht auch Ihre Stallbauplanung auf dem Prüfstand.

Die Frage, die dann schnell im Raum steht, ist immer dieselbe: Darf ich jetzt überhaupt noch weiterplanen oder wäre es klüger, alles auf Eis zu legen? Gerade in der Stallbauphase wirken solche Ereignisse besonders stark. Man steckt mitten in Entscheidungen, rechnet, zeichnet Grundrisse, beantragt Subventionen und spricht mit Lieferanten, Banken und Behörden. Genau dann verstärkt jedes Missgeschick die Unsicherheit.

Aber vergessen Sie nicht: Stallbau ist kein Projekt, das sich an der Erlössituation eines einzelnen Jahres orientiert. Zwischen erster Idee und Baubeginn liegen oft mehrere Jahre. In den Jahrzehnten der Nutzung wird es immer Hoch- und Tiefphasen geben. Wer versucht, jede kurzfristige Marktbewegung und alle Hemmnisse in seine Planung einzubauen, kommt kaum voran.

Ein entscheidender Punkt ist deshalb der eigene Zeithorizont. Bauen Sie für ein oder zwei Jahre oder für 20 Jahre tägliche Arbeit? Genau hier trennt sich kurzfristiges Reagieren von unternehmerischem Denken! Ein Stall, der gut geplant ist, durchdachte Arbeitsabläufe hat und wirtschaftlich konservativ berechnet wurde, übersteht auch Phasen mit geringen Erlösen.

Ein klarer Zeitplan hilft zur Orientierung: feste Zeitfenster für die Planung und bewusst gesetzte Meilensteine. So bleibt man handlungsfähig, auch wenn die äußeren Rahmenbedingungen wackeln.

Angst ist dabei kein guter Ratgeber. Sie führt nie zu guten Lösungen, sondern oft zu Stillstand. Struktur, Klarheit und ein realistischer Blick auf den eigenen Betrieb sind dagegen unverzichtbar.

Uwe Weddige

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