12 10, 2021

Ohne Qualitätssilage geht es nicht!

2021-10-12T08:32:03+01:0012. Oktober 2021|

Wann ist der optimale Erntetermin von Mais? Was ist überhaupt Qualitätssilage und welche Häcksellänge ist richtig? Wie funktioniert eine luftdichte Folienabdeckung und warum ist sie so wichtig?

Mit Mais kennt er sich Jan Hendrik Puckhaber als Leiter eines der führenden Milchviehbetriebe im nördlichen Mecklenburg-Vorpommern bestens aus. Seit über 10 Jahren berät er milcherzeugende Betriebe. Sein Schwerpunkt ist die Fütterung.

Seine Beratungsrundreise führte den 41jährigen zusammen mit dem KFM-Team zu acht Betrieben in den Regionen Nord-Kasachstan, Akmola und Pawlodar. Überall lief die Ernte auf Hochtouren. „Die meisten Probleme sehe ich in der ungenügenden Zerkleinerung der Pflanze, viel Reserven stecken in der vollständigen Zerkleinerung der Körner und in der Festlegung des richtigen Erntetermins“, erläutert der deutsche Experte aus Rostock. Die optimale Häcksellänge ist abhängig vom Trockenmassegehalt der Pflanze, „je trockener, desto kürzer muss gehäckselt werden, nur so lässt sich das Erntegut ausreichend verdichten“ hält Puckhaber fest. Dabei richtet sich sein Blick auf unzerkleinerte Lieschblätter, „entweder sind die Häckselmesser stumpf, die Gegenschneide ist nicht richtig eingestellt oder der Durchsatz des Häckselaggregates ist zu gering“, kommentiert er das Erntegut.

Wichtige Hinweise gab der Experte auch zur Verdichtung: „bei den heutigen Häckslerleistungen benötigt man mindestens zwei schwere Schlepper, einen davon mit Schiebeschild, die ununterbrochen walzen“. Auf den Siloplätzen demonstrierte er die Abdeckung einer doppelten Folie. Jedes Flattern, auch „Pumpen“ genannt, muss wegen des Sauerstoffeintrags vermieden werden, „das geht nur mit einer sorgfältigen ganzflächigen Abdeckung“.

Auch bei diesem Experteneinsatz war wieder festzustellen, wie groß die Nachfrage nach Trainings ist. Mehrere Herdenmanager fragten nach längeren Schulungen. Das KFM-Team wird daher neben den anderen Trainings zur Milcherzeugung in 2022 weitere Veranstaltungen zur Futterkonservierung anbieten.

Bakdaulet Tursynbay

6 09, 2021

Neustart mit 600 Milchkühen

2021-09-06T04:03:56+01:006. September 2021|

Die Baumaschinen sind weithin zu hören und schon aus großer Entfernung kann man die neuen Gebäude auf unserem Pilotbetrieb im Gebiet Nordkasachstan „Prekrasnoe“, zu Deutsch: „das Schöne“ erkennen. Wo im Herbst noch Gras wuchs, stehen nun zwei Liegehallen und ein Melkhaus. Die Arbeiter betonieren in diesen Wochen die Lauf- und Liegefläche, um im Anschluss mit der Montage der Stalleinrichtung und des Melkstandes zu beginnen.

Keinen einzigen Bewohner gab es mehr im Ort, bis Bakhyt Mazhitovich sein Heimatdorf wiederbelebte. Neben der neuen Stallanlage ließ er fast zehn neue Wohnhäuser für die Mitarbeiter des Betriebes und deren Familien errichten.

Das Projektteam berät die Handwerker vor Ort in kleinen und auch größeren Detailfragen. Uwe Weddige, der über umfangreiche Beratungserfahrung beim Bau von Milchviehställen verfügt, beantwortet viele Fragen zu bautechnischen Details und zur Bauausführung allgemein. Das Bautempo ist rasant, aber die Rinder stehen im Exportland bereits in Quarantäne und die Liefertermine rücken näher. „In dieser Bauphase steigen die fachlichen Anforderungen an die Monteure beinahe täglich, es muss sorgfältig gearbeitet werden, um die Zeitpläne der folgenden Gewerke nicht zu gefährden,“ erläutert Uwe Weddige. Der KFM-Projektleiter und Bauexperte rät dazu, das Tempo keinesfalls zu verringern, eher sei es wichtig, jetzt richtig „Gas zu geben“.

Ainagul Ayaganova, stellv. Projektleiterin KFM

23 08, 2021

Leistung lohnt sich

2021-08-23T02:25:42+01:0023. August 2021|

Hohe Milchleistungen beeinflussen die Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion deutlich positiv. Das zeigen die Auswertungen der biologischen und wirtschaftlichen Daten in den KFM-Pilotbetrieben.

Aus den vorliegenden Zahlen lässt sich insgesamt ein positiver Einfluss der Herdengröße auf das Leistungsniveau ablesen. Dies verwundert nicht, da in größeren Herden die Produktionstechnik häufig andere Maßstäbe setzt. Dazu gehören eine stärkere Gruppenbildung und damit bessere Ausfütterung der Tiere sowie die konsequentere Durchführung von Prophylaxe- und Routinemaßnahmen. Negative Einflüsse hoher Milchleistungen auf die Bestandsergänzungsrate sind nicht erkennbar.

Hohen Leistungen gehen mit bestem Management einher, zu diesem Ergebnis kamen kürzlich der Experte für Betriebszweigauswertungen Dr. Frank Wesenberg (IAK Leipzig) und Uwe Weddige (Projektleiter KFM).

Die in den Pilotbetrieben ermittelten Zahlen belegen eindeutig, dass höhere Milchleistungen betriebswirtschaftlich sinnvoll sind. Die Milcherlöse machen mit fast 90 % den Löwenanteil der Marktleistung aus. Die Milchleistungssteigerung stößt erst dann an physiologische Grenzen, wenn es nicht mehr gelingt, die Kühe entsprechend ihres Leistungsniveaus auszufüttern oder wenn in der Folge vermehrt Stoffwechselprobleme auftreten. Das ist aber in keinem der Pilotbetriebe erkennbar.

Die einzelbetrieblichen Daten sind weder von Dritten einsehbar, noch werden sie veröffentlich. Das Projektteam wird die Auswertungen jedoch in den nächsten Wochen mit den jeweiligen Pilotbetrieben im Rahmen eines Jahresgespräches diskutieren und individuelle Maßnahmenkataloge entwickeln.

Uwe Weddige, Projektleiter KFM

14 08, 2021

Businesspläne richtig lesen

2021-08-14T05:53:25+01:0014. August 2021|

Jede Finanzierung einer größeren Agrarinvestition erfordert einen Businessplan. Oft erstellen Berater diese aufwändigen Unterlagen für den Investor, mit deren Hilfe die jeweilige Bank überzeugt werden soll, notwendige Kredite zu gewähren.

Aber wie wertet eine Bank diese Finanzplanungen aus? Welche Fragestellungen müssen zum Zeitpunkt der Kreditvergabe schlüssig und überzeugend beantwortet sein?

Antwort auf diese Fragen gab Dr. Timm Georg den neun Finanzfachleuten der kasachischen Agrar Credit Corperation (ACC), die kürzlich am Training zur Auswertung von Businessplänen teilnahmen. Der Experte ist bei der NordLB in Hannover an vielen Analyse- und Entscheidungsprozessen zur Kreditgewährung für die Errichtung und Erweiterung von Milchviehställen beteiligt. Mit Hilfe seiner Expertise konnten während des Webinars umfassende Kenntnisse vermittelt und anhand von Fallbeispielen weiterentwickelt werden. Dabei übten die Teilnehmenden nicht nur die Einordnung der Planungen und verschiedene Vorgehensweisen bei der Beurteilung eingereichter Unterlagen, sie diskutierten auch über die Faktoren zur Kreditentscheidung generell.

„Ohne einen genauen Blick auf die betriebswirtschaftliche Erfolgsprognose des Vorhabens können keine belastbaren Entscheidungen im Vergabeprozess getroffen werden“, bestätigte eine der Teilnehmerinnen. Es sei wichtig, die Auswertung der eingereichten Unterlagen immer wieder zu trainieren, da diese für jedes Investitionsvorhaben individuell zusammengestellt würden, so die Finanzexpertin weiter.

Uwe Weddige, Projektleiter KFM

1 08, 2021

Wissenschaft trifft Wirtschaft

2021-08-01T04:05:33+01:001. August 2021|

Unter dem Motto „Wissenschaft trifft Wirtschaft“ stellt die deutsch-zentralasiatische Fachkonferenzreihe „Innovationen für Nachhaltigkeit“ gemeinsame Projektinitiativen zur nachhaltigen Entwicklung in den Themenfeldern rund um das Landmanagement in Zentralasien vor.

In der 2-tägigen Online-Veranstaltung erarbeiteten deutsche und zentralasiatische Unternehmen, Unternehmerverbände, Forschungsakteure sowie Beratungsfirmen die Potenziale der langfristigen Umsetzung von Ergebnissen aus Kooperationsvorhaben zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Die Vortragenden stellten umfangreiche Informationen vor, die beim Aufbau konkreter Geschäftsbeziehungen helfen können. Besonders beeindruckten jedoch deutsch-kasachische Forschungsvorhaben.

LOCUST-TEC beschäftigt sich mit der Einführung innovativer und umweltschonender Technologien für das Heuschrecken-Management in Kasachstan. Das Projekt zielt darauf ab, durch effektive, übertragbare Präventionsstrategien den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln zu verringern und landwirtschaftliche Ertragsverluste zu minimieren.

Im Projekt ReKKS werden innovative Lösungsansätze zum Landmanagement und dessen Anpassung an den Klimawandel in Kasachstan und Südwestsibirien als einer der weltweit wichtigsten Agrarregionen entwickelt und umgesetzt. Berücksichtigung finden hierbei Wasserversorgung, Landnutzungseffekte, organische Bodensubstanz, Nährstoffhaushalt und landtechnische Verfahren.

Optimierte Anbau- und Verarbeitungsverfahren für kasachischen Textilhanf als nachhaltige textile Alternative zu Baumwolle entwickelt das Projekt KASHEMP. Die textilen Hanffasern sollen als alternativer Rohstoff sowohl die lokale Textilindustrie in Kasachstan als auch den Exportmarkt bedienen und zugleich die Wertschöpfung vor Ort stärken.

Auch das „Milch-Projekt“ kam nicht zu kurz. Der Projektleiter Uwe Weddige berichtete über die Ziele des Projektes zur Kompetenzsteigerung in Produktion und Beratung. Neben umfangreichen Beratungsmaßnahmen und -trainings veröffentlicht das Projektteam einen monatlichen Newsletter sowie Merkblätter zu allen Bereichen der Milcherzeugung. Auch ein sogenannter „Wegweiser“ für die Milchviehhaltung wird in Kürze für Milcherzeuger und Beratungsfachkräfte zur Verfügung stehen.

Uwe Weddige

29 07, 2021

Ein Meilenstein für Service und Verkauf

2021-07-30T15:30:12+01:0029. Juli 2021|

Bei strahlendem Wetter und mit vielen Gästen eröffnete die Eurasia Group AG ihr neues Servicecenter in Kokschetau. Der Vizeminister für Landwirtschaft Aidarbek Saparov, der Akim der Region Akmola Yermek Marzhikpayev und der Akim von Kokschetau Bauyrzhan Gaisa betonten in Ihren Grußworten die enorme wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft im nördlichen Kasachstan. „John Deere ist zwar ein amerikanischer Konzern, aber ein Großteil der Traktoren und Maschinen wird im Mannheimer Werk in Deutschland produziert“, ergänzte Dr. Tilo Klinner, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland. Damit sei dieser neue Standort auch ein Zeichen für die außerordentlich guten Beziehungen zwischen Kasachstan und Deutschland.

Das beeindruckende Zentrum für Verkauf und Wartung von Landmaschinen der Firmen John Deere, JSB, Väderstad, Lindsay und Grimme wartet mit spektakulären Zahlen auf: auf dem 10 Hektar großen Grundstück befinden sich neben dem 19.000 m² großen Zolllager und dem Areal für Trade-In-Ausrüstungen (13.600 m²) ein Service-Center mit 13.500 m², eine Aggregatewerkstatt (450 m²) sowie ein Ersatzteillager (7.700 m²).

Die Besucher werden in modernen Büros und in der großzügigen Ausstellungshalle empfangen. Angeschlossen sind außerdem eine komplett ausgestattete Reparaturwerkstatt mit umfangreichen Schulungsmöglichkeiten. Nicht unerwähnt bleiben dürfen das Schulungszentrum für Digitalisierung und Automatisierung sowie das betriebseigene Testfahrtgelände.

Eurasia ist seit 23 Jahren in Kasachstan tätig, in 14 Repräsentanzen arbeiten 420 Mitarbeiter, die bisher mehr als 12.000 Traktoren, Häcksler, Mähdrescher und Erntemaschinen sowie Bodenbearbeitungsgeräte verkauft und ausgeliefert haben.

Ainagul Ayaganova, stellv. Projektleiterin KFM

21 07, 2021

Abgesagt: Feldtag in Chaglinka

2021-07-21T05:00:48+01:0021. Juli 2021|

Die Veranstalter DAZ und AMTK teilten kürzlich die Absage des bereits angekündigten Feldtages mit. Geplant war das langjährig etablierte Schaufenster in die Innovationen des Pflanzenbaus für den 29. Juli 2021.

Die Experten des DAZ haben die verschiedensten Sorten und Hybriden von Kartoffeln, Gerste, Weizen, Flachs, Sonnenblumen, Raps, Sojabohnen, Erbsen und Mais bestellt. Besonders interessant sind die Versuche zu den Auswirkungen unterschiedlicher Aussaatzeitpunkte.

Die Sorge um die Gesundheit der Teilnehmer und die zunehmenden Zahlen von COVID- Fällen haben die Verantwortlichen aber dazu bewegt, den Feldtag vorerst abzusagen. Ob diese Veranstaltung in einem anderen Format stattfinden kann, gilt es in den kommenden Tagen zu klären.

Die Entscheidung fiel allen Beteiligen schwer, aber die Sicherheit der Besucher hat in diesen ohnehin schwierigen Zeiten Vorrang.

Uwe Weddige, Projektleiter KFM

16 07, 2021

Wegweiser für Milcherzeuger online

2021-07-16T06:58:33+01:0016. Juli 2021|

Milcherzeugung ist eine komplexe Angelegenheit, Informationen darüber gibt es viele: Veröffentlichungen aus Wissenschaft und Forschung, Berichte in Fachzeitschriften, von Verbänden und der Agrarverwaltung, ergänzt durch vielfältige Informationen der Futter- und Techniklieferanten.

Kurzum, es ist in der Vielfalt mühsam, unabhängiges, aktuelles und umfassendes Praxiswissen in gut lesbarer Form zu finden. Nun stellt das KFM-Projekt mit der Veröffentlichungsreihe ‚Wegweiser Beratung“ ein wahres Kompendium der Milcherzeugung kostenlos online. Ab sofort stehen die ersten Module in deutscher und russischer Sprache zum Download zur Verfügung.

„Diese fachlichen Wegweiser soll Beratern/innen für Milcherzeugerbetriebe in gedruckter und digitaler Form behilflich sein“, berichtet der Projektleiter Uwe Weddige. Ainagul Ayaganova ist begeistert von der kompakten und verständlichen Darstellung der wesentlichen Zusammenhänge zu den jeweiligen Themen. „Die Module vermitteln Milcherzeugungsberatern/innen sowie Tierärzten/innen und auch Fachleuten in den milcherzeugenden Betrieben viele praktische Tipps und handwerkliches Know-how“, ist sich die stellvertretende Projektleiterin sicher.

„Wir beginnen mit 5 Modulen, in den kommenden Wochen und Monaten stellen wir in unregelmäßiger Reihenfolge weitere online“, erläutert Ekkehard Schröder von ADT in Bonn die Vorgehensweise, „insgesamt ist geplant, 23 Module bis Mitte 2022 zu veröffentlichen.“

Das KFM-Projekt gibt seit mehr als einem Jahr einen monatlichen Newsletter zu jahreszeitlich aktuellen Themen heraus. Mehr als 400 Abonnenten nutzen und loben die monatliche Ausgabe bzw. den Download auch zu späterer Zeit.

8 07, 2021

Ausgewogene Futterrationen steigern die Milchleistung

2021-07-08T08:45:27+01:008. Juli 2021|

Nur mit wiederkäuergerechten Rationen lassen sich hohe Lebensleistungen erreichen. Bei Störungen kommt es immer wieder zu Pansenazidosen oder Ketosen. Diese sind häufig Wegbereiter für weitere Erkrankungen wie Klauenrehe und Fruchtbarkeitsprobleme.

Abduvosit Fayzulloev erläuterte während einer einwöchigen Rundreise zu mehreren Pilotbetrieben in den Regionen Akmola und Nord-Kasachstan wie gute Futtermischungen aussehen. Dazu überprüfte er diese gemeinsam mit Ainagul Ayaganova. Er verwendete dafür eine Schüttelbox, die mit ihren Sieben die Futterration in verschiedenen Partikellängen aufteilt.

„In vielen Silagen findet man deutlich zu große Partikellängen im Futter. Diese entstehen, wenn der Häcksler nicht richtig eingestellt ist“, so der international tätige Experte. Dies würde die Verdichtung der Silage behindern und führe damit oft zu mangelhaften Gärqualitäten. Außerdem begrenze das extrem grobe Material die Futteraufnahme der Kühe. Eine weitere Herausforderung sei das richtige Aufschließen der Mais- und Getreidekörner, erläuterte er außerdem. Alle Körner sollten komplett zerschlagen sein, damit die Kuh den vollen Stärkegehalt nutzen kann. In welchem Umfang die nicht aufgeschlossenen Maiskörner ungenutzt in der Güllegrube landen, demonstrierte der Experte mit Hilfe eines Kotsiebes.

„Ohne Mineralfutter geht es nicht“, erläuterte Abduvosit Fayzulloev. Weiter betonte er: „Salzlecksteine sind nicht geeignet, den Mineralbedarf einer Kuh zu decken. Besonders hinsichtlich der Calzium- und Phosphorversorgung sind in fast allen Betrieben große Defizite vorhanden.“

Das bestätigt auch Ainagul Ayaganova, die die Rationen gleich vor Ort mit dem PC-Programm HYBRIMIN® nachrechnete und optimierte. „Oft fehlen aber auch Protein- und Stärketräger, um ausgewogene Rationen zu erstellen,“ berichtet die stellvertretende Projektleiterin. Und sie ergänzt: „Für eine gesunde Herde mit guten Leistungen muss alles passen: gut siliertes Grundfutter mit passender Häcksellänge sollte immer durch Getreide und Soja- oder Rapsextraktionsschrot sowie Mineralfutter ergänzt werden.“

Uwe Weddige

2 07, 2021

Nur gesunde Kälber werden fitte Kühe

2021-07-02T04:56:08+01:002. Juli 2021|

Für die „Kälbertage“ des Deutschen Agrarzentrums (DAZ) in Chaglinka hatten Ainagul Ayaganova und Uwe Weddige (KFM Projekt) gemeinsam mit der Direktorin des DAZ Olessya Kobzeva ein breites Themenfeld für die Teilnehmenden vorbereitet.

Ein gesunder Start ins Leben ist für Kälber die Grundlage, zu fitten, gesunden und leistungsstarken Kühen heranzuwachsen. Uwe Weddige ließ keinen Zweifel an dieser These und zeigte die Zusammenhänge von Aufzuchtleistung und der späteren Milchleistung der Kuh auf.

Bereits in der vorhergehenden Laktation wird der Grundstein für die Abkalbung gelegt. Ist die Kuh zu fett oder zu mager? Wie laufen Trockensteh- und Transitphase? Wurden alle Vorkehrungen für die Abkalbung getroffen? Ist die Abkalbebox geräumig, sauber und gut eingestreut? Wer ist für die regelmäßige Tierkontrolle zuständig? Welche Maßnahmen sind nach der Geburt zwingend notwendig? Die beiden KFM-Experten erläuterten einen ganzen Maßnahmenkatalog und ließen dazu keine Fragen offen.

„Ohne Kolostrum geht es nicht“, betonte Ainagul Ayaganova und erklärte auch den Umgang damit. Zudem beschrieb sie die Vor- und Nachteile der zur Verfügung stehenden Tränkesysteme mit Vollmilch, Milchaustauscher und angesäuerter Milch. Egal welches Verfahren gewählt wird, alle Kälber müssen frühzeitig mit Wasser, Müsli und Heu zugefüttert werden. Besonders die Versorgung mit Müsli oder anderen Mischungen führt häufig nicht zum gewünschten Erfolg. Eine Lösung kann eine trockene, über Wochen lagerfähige „Kälber-TMR“ sein. Uwe Weddige gab zahlreiche praktische Tipps zur Verwendung und Herstellung solcher Mischungen sowie zu den notwendigen Komponenten.

Viele Denkanstöße gab der Projektleiter auch zur Haltung der Kälber selbst. Egal ob Fragestellungen zu Iglus oder Boxen, zur Reinigung von Tränkeeimern oder zu Haltungsverfahren für ältere Kälber, Ainagul Ayaganova und Uwe Weddige erläuterten zahlreiche umsetzbare und erprobte Lösungen für eine erfolgreiche Kälberaufzucht.

Uwe Weddige

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