Ohne effiziente Abläufe und gut stimulierte Kühe geht es nicht. Wie sieht eine durchdachte Melkroutine aus?

Es soll alles reibungslos laufen. Das klappt aber nur mit klaren Vorgaben zur Arbeitsroutine. Eine gute Einarbeitung der Melker sorgt für gesunde Euter und effizientes Melken.

Zu einer vollständigen Melkroutine gehören Vordippen (Predip), Vormelken, Reinigung und Nachdippen (Postdip). Das Vormelken hat die beste stimulierende Wirkung für das Tier. Drei Strahlen Milch pro Zitze sollten es sein. Die Kontrolle des Vorgemelks entfernt nicht nur die die Milch mit der höchsten Zellzahl, sie lässt auch Euterentzündungen besser erkennen. Im Anschluss ist der Predip vollständig zu entfernen. Für jedes Tier wird dafür ein frisches, möglichst keimfreies Textil- oder Papiertuch verwendet.

Das Vorbereiten der Kühe sollte 10 bis 15 Sek. dauern. Sind die Kühe gut stimuliert, geben sie die Milch schneller her. Nach einer Verzögerungszeit von 60 bis 90 Sekunden wird das Melkzeug angesetzt.

Wichtig: das Melkzeug muss senkrecht unter dem Euter hängen und der Milchschlauch nach vorne von der Kuh weglaufen. Das verhindert ungleichmäßiges Ausmelken der Viertel und Vakuumschwankungen.

Die Schwelle für die Abnahme des Melkzeugs darf ein Volumen von etwa 0,25 Liter pro Viertel haben. Die Abnahmeschwelle muss für 90 % der Tiere passend sein.

Ein abschließender Postdip, mit dem die Zitzen fast vollständig bedeckt sind, verschließt den Zitzenkanal und verhindert das Eindringen von Erregern.

Uwe Weddige

Foto: KFM