Harnstoffwerte richtig deuten
Der Harnstoffgehalt in der Milch liefert Hinweise über die Eiweißversorgung der Kuh, denn er ist eine Art „Abfallprodukt“ aus dem Eiweißstoffwechsel.
Ein Großteil des Eiweiß, das die Kuh mit dem Futter aufnimmt, wird im Pansen zu mikrobiellem Eiweiß umgewandelt, dafür ist Energie notwendig. Ist diese Energie nicht vorhanden bzw. zu wenig davon, wird u.a. das Zwischenprodukt Harnstoff erzeugt. Ein ausgeglichener Wert liegt dann vor, wenn der Milchharnstoffgehalt zwischen 20 und 25 mg/100 ml Milch liegt. Werte unter 20 mg deuten auf Eiweißmangel im Pansen hin, während Werte über 25 mg auf eine Eiweißüberversorgung hinweisen.
Aber was verraten uns stark schwankende Werte über die gefütterten Rationen? Ganz einfach: sie sind ein sicheres Indiz für Defizite in der Futtervorlage, in der Mischtechnik oder für stark schwankende Futteraufnahmen Ihrer Herde. Dabei ist eine konstant homogene Futtervorlage für die Fütterung sehr wichtig. Jeden Tag die gleiche Ration!
Prüfen Sie daher regelmäßig den Harnstoffwert in der Tankmilch. Sie werden sehen: je geringer diese Schwankungen sind, desto leichter lässt sich Ihre Herde weiterentwickeln. Nur bei stabilen Harnstoffwerten arbeiten die Pansenmikroben auf maximaler Effizienz. Versuchen Sie alles jeden Tag gleich zu machen, wodurch sich die Mikroben immer besser daran anpassen können.
Größere Schwankungen sind immer ein wichtiges Zeichen, dass Sie aktuell Potential in der Fütterung und der Tiergesundheit verschenken.
Uwe Weddige
Grafik: Milcheiweiß/Harnstoff © LFL Bayern